Psychische Gewalt – Emotionale Misshandlung

 

Dieser Text ist eine teilweise ergänzte Übersetzung des Artikels Emotional Abusers von Natalie P,  erschienen in den Manipulator Files von www.heartlessbitches.com.

 

Psychische Gewalt ist heimtückisch. Körperliche Gewalt ist eindeutig, psychische Gewalt ist es nicht, niemand sieht die Verletzungen. Psychische Gewalt wird verdeckt ausgeübt. Die Täter manipulieren, handeln offen oder passiv-aggressiv.

Nur wenige Frauen werden von ihrem Partner in der Öffentlichkeit beleidigt und vor Zeugen abgewertet, fertiggemacht oder tyrannisiert.

Wer psychische Gewalt ausübt, geht meist strategisch vor. Die Partnerin erkennt zu spät, dass Sie Opfer häuslicher Gewalt ist. Meist dauert es Jahre, bis die Betroffenen begreifen, dass ein Großteil ihres Leidens durch das feindselige Verhalten des Menschen verursacht wird, der vorgibt, sie zu lieben.

Psychische Gewalt ist ein feindseliger Angriff auf das Denken, die Psyche, die Wahrnehmung und das Sein des Opfers. Je länger man dieser Gewalt ausgesetzt ist, desto größer werden die Selbstzweifel: Botschaften und Verhalten des Täters führen dazu, dass Betroffene an der eigenen Wahrnehmung und dem eigenen Verstand zweifeln. Es gehört zur Strategie des “Partners”, dem Opfer einzureden, dass die Grausamkeiten verdient, dass es an ihr liegt; dass die Beziehung ihretwegen in der Schieflage ist und es daher auch ihre alleinige Verantwortung ist, dass die Partnerschaft für ihn zufriedenstellender und befriedigender läuft.  Dann – und nur dann – könnte er sie anders behandeln. SIE muss ihr Verhalten verändern. Es gehört zur Strategie des “Partners”, ihr das Gefühl zu vermitteln, sie sei schuld daran, dass er sie so behandelt, wie er es tut: sein Verhalten sei nur eine Reaktion auf IHRE (fehlerhafte) Person.

Daher habe die Partnerin zu akzeptieren:

  • vom Partner belogen zu werden
  • vom Partner stehengelassen zu werden
  • vor anderen lächerlich gemacht zu werden
  • dass ihr Partner mit anderen Frauen flirtet
  • dass ihr Partner sich über sie lustig macht
  • dass ihr Partner sich über sie beschwert und schlecht über sie spricht
  • dass ihre Gefühle immer wieder verletzt werden
  • dass sie wie ein Putzlappen behandelt wird
  • dass er sie betrügt
  • dass sie den gemeinsamen Lebensunterhalt zu finanzieren und den Haushalt zu schmeißen hat
  • … und vieles mehr

Warum tut er das?

Destruktive Partner, egal ob sie zuschlagen oder “nur” psychisch/emotional/seelische oder verbal, missbrauchen, misshandeln, quälen, manipulieren, etc. – tun dies aufgrund von Selbsthass. Manche leiden unter psychischen Störungen, andere nicht. Psychische Gewalt hat aber nur äußerst selten eine Ursache im tatsächlichen Verhalten der Partnerin. Nichts hält diese Menschen davon ab, ihre Partnerin zu misshandeln.

Ein Partner, der psychische Gewalt ausübt und damit WIRKLICH aufzuhören will, kann sich nur ändern, wenn er sich seiner eigenen Themen annimmt und an ihnen arbeitet. Nur dann kann er aufhören, diejenigen, die ihm am nächsten stehen zu misshandeln.

Aber er liebt mich doch?!

“… aber ich weiß, dass er mich liebt!”, dieser Satz hält zahlreiche Betroffene gefangen in einer Konstellation, in der die Misshandlungen immer weiter zunehmen.

Emotionaler Missbraucht bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Täter nie Reue empfindet. ABER: Reue ist etwas anderes als Scham. Wer bereut, wird seine Tat nicht wiederholen. Wer sich schämt, bereut v.a., erwischt worden zu sein und möchte gerne, dass alles unter den Teppich gekehrt wird. Scham bedeutet nicht, Mitgefühl für die Person zu empfinden, die verletzt wurde.

Erwarten Sie niemals Mitgefühl von einem solchen Partner, dazu ist es nicht willens und nicht fähig: Würde er sich auf Ihren Schmerz und Ihre Verletzung einlassen, müsste er seine Schuld anerkennen. Er müsste aushalten wie es sich anfühlt, erlebt zu haben, was er Ihnen zugefügt hat. Die Schuldgefühle wären nicht auszuhalten, es käme zu Selbstanklage und Selbstentwertung.

Schamgefühle führen nicht zu einer Abnahme von Partnerschaftsgewalt. Vielmehr lösen Sie Abwehr aus und führen dazu, dass Ihr Partner Ihnen gegenüber noch kälter, gemeiner, grausamer wird.

 

Sie sind schuld!

Glauben Sie nicht, dass es helfen wird, Ihren Partner darauf hinzuweisen, wie sehr er sie verletzt. Oder zu benennen, dass er sich gewalttätig verhält. Wagen Sie bloß nicht, ihn als Gewalttäter zu “outen”, auch nicht unter vier Augen. In mehr als neun von zehn Fällen geht der Schuss nach hinten los: Egal welchen Sachverhalt Sie ihm egal wie sanft darlegen: Rechnen Sie damit, dass er Ihnen die Schuld für sein Verhalten zuschreibt oder den Sachverhalt so zurechtbiegt, dass Sie am Ende die Täterin sind. Viele Täter führen an dieser Stelle den Umstand an, dass sie selber während seiner Kindheit missbraucht wurden, und somit, damals wie heute, selber in der Rolle des Opfers sind. Es ist wahr, dass viele Täter früher selber Opfer oder Zeuge von Gewalt und Missbrauch waren.

Natürlich ist es möglich, dass weibliche Missbrauchs-Überlebende zu Täterinnen werden, meist werden jedoch Frauen ohne ausreichende therapeutische Interventionen eher zu Opfern und männliche Überlebende eher zu Tätern.

Um sein Verhalten effektiv zu ändern, müsste der Gefühlstäter, wie der Suchtkranke, zu seinem unangepassten Verhalten stehen, sich ihm stellen und Hilfe suchen. WARNUNG: “Er hat eine Psychotherapie begonnen” verheißt i.d.R. keine Besserung sondern das genaue Gegenteil! Psychotherapie macht aus einem Gefühlstäter noch lange keinen „sicheren“ oder liebevollen Partner. Es wird Jahre dauern, den Schaden und die Zerstörung, die den Gefühlstäter in sein Verhalten treiben aufzudecken und zu heilen. Während dieses Prozesses ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich psychische Gewalt verschlimmert; sofern sich überhaupt etwas ändert. Es ist wahrscheinlich, dass ein Täter, der eine Therapie beginnt, die erworbenen Fähigkeiten nutzen wird, um seine Probleme auf sein Umfeld zu projizieren. Er wird die Fehler von anderen (das heißt: IHRE Fehler) hervorheben, anstatt sich seinen eigenen Dämonen zu stellen. Erst, wenn er sich selber und dem Therapeuten mit absoluter Ehrlichkeit begegnet, kann er anfangen, etwas zu ändern. Wenn ein Mensch allerdings bereits einen Großteil seines Lebens auf Lügen und Selbsthass aufgebaut hat, ist Ehrlichkeit schwierig zu erreichen.

Etliche Gefühlstäter nehmen zwar professionelle Hilfe in Anspruch nehmen; nutzen diese aber als Selbstzweck. Entweder, um ihre manipulativen Tricks zu verfeinern, oder ganz einfach um den Anschein zu erwecken, als würden sie Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen und daran arbeiten. Er bewaffnet sich förmlich mit pervertierten Aussagen und Mitteln seines Therapeuten – und setzt sie gegen seine Partnerin ein.

Ein Gefühlstäter ist ebenso vertrauenswürdig wie ein verheirateter Mann, der seiner Geliebten seit Monaten und/oder Jahren erzählt, er würde seine Frau verlassen.

Warum tut sie nichts dagegen

Emotionale Gewalt tritt in verschiedenen Farben, Formen und Intensitäten auf.

Die subtileren Akte sind am schwierigsten zu erkennen, da die Zeitabstände zwischen liebevollem, umsorgendem Verhalten und emotionaler Grausamkeit Wochen, teilweise sogar Monate betragen können. Trotzdem ist jemand, auch wenn er zwei bis drei Monate am Stück liebevoll und umsorgend ist, dann aber plötzlich Akte emotionaler Gewalt vollbringt, nicht besser als ein Partner, der seine Frau nur einmal alle paar Monate schlägt. Die Schmerzen, Unsicherheit, Zweifel und Traurigkeit auf Seiten seines Opfers sind die gleichen, mit dem Unterschied, dass die entstanden Blessuren im Inneren des Opfers entstehen, langsamer heilen, und oft keinerlei Anerkennung finden.

Die subtilen Formen der emotionalen Gewalt, wie z. B. ständiges Kritisieren und/oder Isolation werden von den Betroffenen häufig übersehen. Dies kann daran liegen, dass die Partnerin das Verhalten nicht als emotionale Gewalt identifiziert, oder es als Teil der Beziehung in Kauf nimmt.

Vielleicht fragt sie sich, ob die vermeintlichen schönen Momente und guten Zeiten sie für den Schmerz entschädigen, vielleicht fragt sie sich auch, ob das, was sie lebt, wirklich das Maximum des Erreichbaren ist. Vielleicht glaubt sie, dass es keine bessere Beziehung für sie gäbe.

Viel häufiger kommt es allerdings vor, dass der Gefühlstäter die Darstellung der Ereignisse und Vergangenheit insofern „modifiziert“, dass die Partnerin die vermeintliche Verantwortung für jegliche Beziehungsprobleme trägt. Dies stiftet erhebliche Verwirrung bei der Partnerin, – und es ist sein Ziel die Dinge so darzustellen, als sei sie verwirrt und/oder verrückt. Sollte sie es „wagen“, sich gegen sein Verhalten zu wehren oder es gar als missbräuchlich zu bezeichnen, wird er diese Wahrheit abwehren, indem er sie als überreagierend und/oder hypersensibel darstellt. Dies trägt zu der empfundenen Verwirrung und dem Schmerz der Partnerin bei.

Die Wahrheit ist: Es gibt bessere Beziehungen. Kein Mensch hat es nötig, in einer Beziehung auszuharren, in der er/sie mit Respektlosigkeit oder emotionaler Grausamkeit behandelt und traktiert wird, völlig egal wie selten derartige Akte an ihn/ihr verübt werden.

 

Zeichen und Symptome emotionalem Missbrauchs

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass emotionaler Missbrauch nur in Form von Wutausbrüchen und ständigem Geschrei, Abwertung und Dauerkritik auftritt. Diese Darreichungsformen sind lediglich die am einfachsten erkennbaren. Andere Formen emotionalen Missbrauchs sind zwar weniger offenkundig, aber ebenso verheerend. Hierzu gehören u.a.: Respektlosigkeit, Unhöflichkeit, Herablassung, Bevormundung, ständige Kritik, Verurteilung, beleidigende „Witze“, Lügen, „Vergessen“, Vertrauensbrüche, Fallen und Verzerrungen der Vergangenheit.

Außenstehende erleben den Gefühlstäter meist als anständigen, erfolgreichen, sensiblen, ruhigen und bestenfalls unauffälligen Menschen. Gegenüber seiner Partnerin ist er jedoch häufig kontrollierend, egozentrisch, überkritisch, zwanghaft, kindisch und bösartig. Gefühlstäter sind oft beides. Es ist dieser ewige Gegensatz zwischen dem Menschen, den sie liebt und dem Menschen, der ihr schadet, der die Partnerin zutiefst verwirrt.

Seine emotionalen Gewaltakte sind sogar häufig selbst durchsetzt mit Beteuerungen seiner Liebe, dass sie „das Beste, was ihm jemals passiert“ ist, dass er endlich anfangen will, sie entsprechend zu behandeln. Dies führt zu weiterer Verwirrung. Sie hofft und hofft, dass, wenn sie genug „tut“, wenn sie ihm genug gibt, er aufhören wird, sie zu verletzen, und dass seine liebevolle, umsorgende Seite wieder auftaucht. Diese falsche Hoffnung ist ein häufiger Grund dafür, dass misshandelte Frauen sich nicht trennen.

 

Warum ist emotionaler Missbrauch innerhalb einer Paarbeziehung so schwer zu erkennen?

Eines der größten Hindernisse, einen Gefühlstäter zu entlarven liegt darin, dass ein „erfolgreicher“ Gefühlstäter i.d.R. hochintelligent und in der Lage ist, seine missbräuchlichen Akte zu verdecken. Viele Misshandler besitzen eine umfangreiche Sammlung von Selbsthilfebüchern und -Ratgebern. Oft sind sie belesen und eloquent. Sie wissen, wie sie Menschen und Sprache verbiegen und manipulieren können. Ihr Äußeres wirkt gelassen, sie strahlen eine rationale Selbstkontrolle aus, obwohl sie in Wirklichkeit keinerlei Kontrolle über ihren Schmerz und ihren chaotischen Selbsthass ausüben können. Aus diesem Grund streben sie danach, andere zu kontrollieren und dazu zu bringen, die Kontrolle zu verlieren.

Ein Gefühlstäter kann DICH dazu bringen, auszurasten, um zu beweisen, wie gesund ER ist, und er kann Dir implizit (Augenrollen ist hier sehr effektiv) oder explizit eine Nachricht wie die folgende vermitteln: „Siehst Du, Du rastest schon wieder aus, heulst und schreist. Ich brauche keine professionelle Hilfe, Du brauchst sie.”

In der Regel sind es genau diese Interaktionen, die öffentlich stattfinden. Er ist geschickt: Außenstehende sehen, wenn sie überhaupt etwas mitbekommen, nur Deine Reaktion, und nicht die Misshandlung, durch die sie ausgelöst wurde.

Häufig fühlt es sich für die Betroffene so an, als wären ihr alle Rettungsleinen entzogen worden, als würde sie langsam verrückt, weil keiner Ihr glaubt, dass dieser charmante, „nette“, hilfsbereite, erfolgreiche Mann so unglaublich psychologisch grausam und absichtlich verletzend ist.

 

Die Tricks des Gefühlstäters

Nähe und Distanz.

Eine sehr beliebte Strategie dieses Typus ist das „komm her, geh weg“ Spielchen. Er droht subtil damit, Dir seine Zuneigung zu entziehen, und lässt Sätze fallen, deren Zweck es ist, Dich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Damit erzielt er den Effekt, dass Du als seine Partnerin Dich in der Beziehung verunsichert fühlst. Dies wiederum spielt ihm insofern direkt in die Hände, als dass er Dich nun als „zu bedürftig“ (klammerig) bezeichnen kann.

Als Beispiel: Vielleicht versucht er, Dich dadurch zu destabilisieren, dass er eher beiläufig darüber plaudert, ein Stellenangebot in einer anderen Stadt oder einem anderen Land anzunehmen. In einer gesunden Beziehung würde ein solches Gespräch eher mit einer Diskussion über eure Beziehung oder der Auswirkung eines Umzugs auf eure Partnerschaft beginnen. Für seine Zwecke ist es aber effektiver, einfach nur über dieses „großartige Angebot“ zu sprechen und die möglichen Auswirkungen auf Dich, Euch, eure Beziehung oder gar Eure Familie völlig außer Acht zu lassen.

Kleine Bemerkungen.

Der klassische Gefühlstäter macht sich gerne über seine Partnerin lustig. Selbst in Gegenwart von Freunden gibt er mehr oder weniger subtile, abschätzige und/oder verunglimpfende Kommentare von sich, – und lädt die anderen implizit dazu ein, das gleiche zu tun.

Genau diese Kommentare wird er dann an sie weitergeben, – und äußerst überrascht tun, wenn sie diese kleinen Witzchen alles andere als witzig findet. Wahrscheinlich erzählt er ihr sogar, dass sie (wieder einmal) überreagiert, dass doch alles „nur ein Spaß“ ist, und dass sie niemand durch diese kleinen Scherze verletzen will. Ziemlich geschickt, oder?

Kritik. Je versteckter desto besser.

Nicht jeder Gefühlstäter greift zu offener Kritik. Oftmals ist die Kritik in allgemeinem „Gegrummel“ verborgen, die Küche sei nicht so gehalten, wie er sich das vorstellt, das Haus sei allgemein zu unordentlich, die Wäsche nie korrekt gebügelt und/oder die Kinder seien zu unordentlich und laut. Damit löst er bei ihr den Eindruck aus, dass sie dafür verantwortlich sei, ihn zufrieden zu halten, und impliziert, dass ihre Haushaltsführung zu seiner schlechten Laune und seinem unberechenbaren Temperament beitragen.

Wachstum ohne Raum.

Zwar vermittelt der Gefühlstäter den Eindruck, als sei er am Wachstum und an der Entwicklung seiner Partnerin interessiert, als würde er es begrüßen, wenn sie neue Fähigkeiten erlernt und ihren Horizont erweitert. Dennoch ergreift er diverse Maßnahmen, um ihr Wachstum und ihre Entwicklung auszubremsen oder gänzlich zu verhindern.

Er wird still (aber dennoch offenkundig) leiden und sich darüber beschweren, dass sie plötzlich zu wenig Zeit für ihn hat; jetzt, wo sie wieder arbeitet, Kurse besucht oder eine Ausbildung begonnen hat. Vielleicht „ermutigt“ er sie auch nur, etwas Neues auszuprobieren, verweigert ihr aber gleichzeitig die benötigte Unterstützung im Haushalt um ihre Arbeitsbelastung zu reduzieren. Auf diesem Weg macht er es letztendlich unmöglich für sie, neue Projekte anzugehen. Am Ende des Tages kann er ihr dann aber trotzdem mangelnden Mut und/oder Elan vorwerfen.

Sollte er sich, wider Erwarten tatsächlich bereit erklären, sie zu unterstützen, wird er es ihr fingerdick aufs Brot schmieren, wird immer wieder erzählen, wie sehr es ihn überanstrengt und dass er es nur für sie tut. Diese Mitleidsmasche wird er bis zum Erbrechen durchexerzieren, um ihr Schuldgefühle dafür zu vermitteln, dass sie eine derart schwere Last auf seine Schultern gelegt hat.

”Mach mich glücklich!

(D)ein Gefühlstäter wird versuchen, seiner Partnerin die Verantwortung für seine Glückseligkeit zu übertragen. Egal ob durch direkte Kommentare oder implizite Aussagen, er wird versuchen, Dich glauben zu machen, dass er nicht zufrieden ist, dass DU daran schuld bist, und dass DU es „heilmachen“ sollte.

Das Problem daran ist, dass egal was Du tust oder sagst, es wird nie genug sein, und es wird ihn nie zufrieden stellen.
Die ersten Drohungen.

Dieses Verhalten wird ein Gefühlstäter bis zum Erbrechen betreiben und darauf bestehen, dass er der beste Partner und die beste Beziehung war, die SIE jemals hatte und haben wird; und dass er sie verlassen wird, wenn sie seinen Ansprüchen nicht endlich genüge tut. Da Missbrauch auf Kontrolle basiert, weiß er dass er letztendlich die Oberhand dadurch behält, dass er sie in Unsicherheit und Instabilität schmoren lässt.

”Lies meine Gedanken.”

Gefühlstäter überkompensieren ihren Selbsthass mit einem verdrehten Narzissmus. Er meint tatsächlich, dass Du wissen solltest, wie und was er fühlt, und dass Du ebenfalls weißt, was zu tun ist, um ihn glücklich zu machen. Natürlich solltest Du all dies machen ohne vorher gefragt zu werden. Er glaubt daran, dass er es verdient hat, besser behandelt zu werden als der Rest, immer an erster Stelle zu stehen, und selbstverständlich immer eine Sonderbehandlung zu empfangen.

Er erwartet also, dass Du seine Gedanken liest. Das Spielchen heißt “Wenn Du mich wirklich liebst, WÜSSTEST Du, wie ich mich fühle” – und natürlich ist es absolut angemessen Dich zu sanktionieren, wenn Du seine Spielregeln nicht erhältst.

Solltest Du tatsächlich so weit gehen und ihn damit konfrontieren, dass sein Verhalten hochgradig irrational ist, wird er Dir schnell weiszumachen versuchen, dass DEINE vermeintlichen Kommunikationsfehler der Grund für sein Verhalten sind. Es ist immer Deine Schuld, wenn Du nicht erraten konntest, was er brauchte oder wollte.

Er wird sein Verhalten auf Dich projizieren und darauf bestehen, dass es ihm schlichtweg unmöglich war, mit Dir über das zu sprechen, was ihn letztendlich störte, schließlich warst DU zu heftig, zu kritisch, zu wütend, zu urteilend oder zu bedürftig.

Zieh Dir den Schuh nicht an. Das sind SEINE Themen. Nicht Deine.

Bewunderung und Aufmerksamkeit.

Da wir gerade von Narzissmus sprechen: Der Gefühlstäter wird neidisch und nachtragend reagieren, wenn Du in sozialen Situationen mehr Aufmerksamkeit als er erhältst. Wahrscheinlich wird er Dich auf unterschiedlichen Wegen zu bestrafen versuchen: er ignoriert Dich, schmollt, verschwindet für Stunden, flirtet aufs Heftigste mit jemand anderem, oder er verlässt die Party ohne Dir Bescheid zu geben.

Sanktionen.

Diese Gefühlsvampire erwarten dass der Rest des Haushaltes sich an seinen Rhythmus, sein Tempo anpasst: egal ob es sich um seinen Schlafrhythmus oder seine Essenszeiten und –Gewohnheiten dreht. Wird sein Zeitplan gestört, oder entscheidet sich die Partnerin, nach ihrem eigenen Zeitplan zu leben, sieht er sich berechtigt, seine Partnerin entsprechend abzustrafen. Zu diesen Sanktionen gehören sämtliche verbale und emotionale Missbrauchs-Strategien und/oder passiv-aggressive Taktiken. Seiner Meinung nach verdient sie es, bestraft zu werden, da ihre Weigerung, nach seinem Terminkalender und Gewohnheiten zu leben in seinen Augen gleichzusetzen ist mit Nicht-Liebe. Erwähnte ich schon die Frühstücks-Krisen?

Eine dieser Sanktionen ist das o.g. unangekündigte Verlassen von sozialen Veranstaltungen. Natürlich wird er eine plausible und für Außenstehende völlig akzeptable Erklärung für sein unangekündigtes Verschwinden parat halten, wie z.B. dass er Dich nicht finden konnte, müde war und nach Hause wollte. Der WAHRE Grund dürfte allerdings viel mehr in seinem Bedürfnis liegen, Dich zu bestrafen, Dich schmerzlich zu treffen und letztendlich darin, dass Du Dich schuldig dafür fühlst, ihm nicht ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet zu haben.

Solltest Du ihn darauf hinweisen, dass sein Verhalten schlichtweg unhöflich war, wird er entweder eine dünne Entschuldigung abliefern (die bezweckte Wirkung hat er trotzdem erreicht) oder den Sachverhalt so darzustellen versuchen, dass Du (wieder einmal) überreagierst

Deine Schwächen im Großformat.

Gefühlstäter sind bestrebt, Dir jede einzelne Deiner Schwächen bewusst zu machen, oft unter dem Deckmäntelchen der vermeintlichen Hilfestellung. Er wird zum Beispiel Dinge sagen wie „Du scheinst unzufrieden mit Deiner Figur zu sein“, selbst wenn Du bisher keine einzige Äußerung in diese Richtung gemacht hast. Dennoch hat er Dir auf diesem Wege mitgeteilt, dass Du seiner Ansicht nach doch einen Grund hättest, unzufrieden mit Deiner Figur zu sein.

Anderes Beispiel: „Du verspätest Dich mal wieder; Du schaffst es auch nie, pünktlich zu sein“, oder auch „Es macht wenig Sinn, Dinge mit Dir zu planen“. Derartige Kommentare dienen dazu, Dich aus dem Gleichgewicht zu bringen und Dich daran erinnern, wo Deine Schwachstellen liegen. Das Absurde daran ist, dass diese Bemerkungen tatsächlich zu der Entwicklung von Schwachstellen führen können.

Isolation.

Ein missbräuchlicher Partner wird versuchen, Dich von Freunden und Familie zu isolieren. Hierzu kann er sich verschiedener Taktiken bedienen:

Sollte er es nicht schaffen, Deine Freunde zu manipulieren, wird er entweder versuchen, sie nach allen Regeln der Kunst zu verunglimpfen oder wird ganz einfach nicht daran interessiert sein, gemeinsam mit Dir und Deinen Freunden etwas zu unternehmen. Vielleicht wird er sie auch einfach als „langweilig“ deklarieren.

Sehr beliebt ist auch die Schaffung von Double-Bind Situationen: Er ermutigt Dich, mit Deinen Freunden auszugehen, lehnt dabei jede Einladung zur Beteiligung ab, – und mosert anschließend, dass Du nie genügend Zeit mit IHM verbringst.

Nach und nach kann derartiges Verhalten – vor allem seine Ansprüche bezüglich Deiner Zeiteinteilung – dazu führen, dass Du mehr und mehr von Deinen Freunden isoliert wirst.

Darüber hinaus wird er wahrscheinlich SEHR irritiert reagieren wenn er herausfindet, dass Du mit einem engen Freund oder Familienmitglied über ihn und/oder Eure Beziehung gesprochen hast; vor allem dann, wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass diese Person Dir mitteilt, als wie manipulativ / kontrollierend / gewalttätig sie sein Verhalten empfindet.

Die Sache mit dem „Vergessen“.

Der Gefühlstäter muss nicht zwangsläufig offen lügen. Es ist weitaus effektiver, Vereinbarungen oder Versprechungen zu „vergessen“, insbesondere dann, wenn sein „Vergessen“ sie schmerzt. „Vergessen“ kann auch dazu dienen, der Partnerin durch die Blume mitzuteilen, dass die Dinge, die ihr wichtig sind, ihn ganz einfach nicht interessieren.

Eine besonders hinterhältige Taktik in diesem Bereich ist z.B., ihr ein „besonderes Essen“ zuzubereiten, und dabei ganz zufällig zu “vergessen”, dass sie allergisch auf eine der Zutaten reagiert, – oder bestimmte Zutaten schlicht und ergreifend nicht mag. Oder aber er kauft neue Bettdecken, zufällig „vergessend“ dass sie allergisch gegen Federn ist.

Die Folge: Nicht nur kann sie das „Geschenk“ nicht genießen, über das sie sich im ersten Moment so sehr gefreut hat. ER kann sich in seiner großen Enttäuschung suhlen, dass sie sich letztendlich nicht über seine Geste freut, schließlich hat er doch SO viel für sie getan; – sie ist eben doch ein gänzlich undankbares Geschöpf…

Natürlich wird er sich damit herausreden, dass sein Versäumnis einzig und allein auf Vergessen beruhte. Letztendlich ist es aber vor allem eine passiv-aggressive Ohrfeige.

Zweierlei Maß.

Emotionale Täter erwarten weitaus mehr von ihren Partnerinnen, als sie selber zu geben gewillt sind . Dabei ist es aber letztendlich egal, wie viel er von seiner Partnerin bekommt, es wird nie genug sein. Er wird immer mehr verlangen. Einer der Gründe für dieses Ungleichgewicht ist, dass sein Beziehungskonzept nicht auf Liebe, sondern vielmehr auf Kontrolle basiert.

„Double Standards“ werden auch angelegt, wenn es um die objektive Beurteilung affektiver Reaktionen geht. Es ist völlig ok, wenn ER wütend und laut wird. Tust Du es, wird er DIR misshandelndes Verhalten vorwerfen.

Gefährliche Unabhängigkeit.

Sollte die Partnerin beginnen, sich abzugrenzen und unabhängiger zu werden, wird er i.d.R. seine missbräuchlichen Verhaltensweisen verstärken, da ihre Unabhängigkeit für ihn damit gleichzusetzen ist, dass er langsam immer mehr Kontrolle über seine Partnerin verliert.

Schuld und Sühne, Teil I

Gefühlstäter erwarten, dass man ihnen ihre „Fehler“ (= missbräuchliches Verhalten, Manipulation, usw.) vergibt. Selbstverständlich sind diese seine „Fehler“ nicht seine Schuld, schließlich weiß sie doch, wo seine „Knöpfe“ liegen, und hat sie „absichtlich“ gedrückt, oder sie hat IRGENDetwas getan, das ihn dazu gebracht hat, sie zu verletzen.

Gleichzeitig sind sie aber nicht in der Lage, ihren Partnerinnen deren Fehler zu vergeben. Jeder Mensch macht Fehler, ihre jedoch sind unverzeihlich und werden noch Monate später hervorgezogen um sein Verhalten zu legitimieren.

Veränderung?

Gefühlstäter erwarten, dass sich ihre Partnerinnen für sie ändern. Allerdings ist es völlig egal, wie sehr sie sich ändern (verbiegen), es wird nie genug sein und er wird ihr immer mehr abverlangen.

Das Zeitproblem.

Eine andere Art, einen Menschen emotional zu misshandeln ist, einerseits darauf zu bestehen, dass sie ihre Liebe dadurch beweist, dass sie endlich mehr Zeit mit ihm verbringt (siehe Isolation) und ihre Zeitplanung an sein Leben anpasst, aber gleichzeitig jeden von ihr kommenden Vorschlag für gemeinsame Unternehmungen nicht nur ablehnt, sondern sich auch während der gemeinsam verbrachten Zeit betont gelangweilt gibt.

Wenn sie versucht, Pläne mit ihm zu schmieden, sei es für einen gemeinsamen Urlaub oder gemeinsame Unternehmungen, ist es eine weitere gängige Taktik, sie von weit oben herab daran zu erinnern, wie schlecht sie darin ist, Dinge zu planen und dass er sowieso nicht daran glaubt, dass sich ihre Planungen überhaupt realisieren lassen.

Steter Tropfen höhlt selbst Felsen.

Diese Art von Kommentaren führen dazu, dass ihr Selbstvertrauen konstant untergraben wird. Schlussendlich wird er ihr dann sagen, dass sie unzuverlässig sei; – et voilà! – schon hat er wieder einen weiteren Grund sie niederzumachen, zu beleidigen oder anderweitig zu bestrafen.

Subtile Botschaften.

Es kann durchaus auch vorkommen, dass er von ihr vorgeschlagene Aktivitäten ablehnt, später aber das Vorgeschlagene mit anderen Menschen unternimmt – und ihr davon erzählt. Die subtile Botschaft in diesem Verhalten: „Du bist es nicht wert, dass ich … mit Dir unternehme. Andere Menschen sind es allerdings.“

Provokation.

Abwertung und Herablassendes Verhalten sind i.d.R. sehr beliebte und effektive Taktiken um seine Partnerin zu manipulieren und zu verletzen. Letztendlich ist sie sowohl Ventil als auch Ziel seiner Wut. Liefert sie ihm von sich aus keine „Angriffsfläche“, kommt es häufig vor, dass er sich unhöflich, bewusst unsensibel, herablassend und/oder bevormundend verhält, oder sie schlichtweg ignoriert. Wenn die Partnerin auf dieses Verhalten verletzt reagiert und es zu einer Diskussion kommt, hat er den gesuchten Grund: ER kann jetzt wütend auf SIE sein, weil SIE die Diskussion und somit den Streit angefangen hat.

Es kommt noch besser: Häufig wirft er IHR dann vor, IHN emotional zu misshandeln und dass IHRE Wut auf seine Respektlosigkeiten und Grausamkeiten hochgradig missbräuchlich sei. Dies ist alles Teil seiner Machtspielchen und vor allem Teil des missbräuchlichen Kreislaufes.

Es ist ein Teil dieses Machtspielchens, dass er Dich so lange triezt und auf Deinen Schwachpunkten herumhackt, bis er Dich so weit “hat”, dass Du die Selbstkontrolle verlierst, in Tränen ausbrichst, wütend wirst und/oder ihn anschreist. Sobald Du Deine Stimme erhebst, wird er darauf bestehen, dass DU die Täterin bist.

Kauf ihm diesen Schwachsinn nicht ab, – und glaub kein Wort davon. Sicherlich gibt es bessere Wege, die Situation zu bewältigen als selber wütend und laut zu werden, aber wahrscheinlich wurdest Du bereits einem Übermaß an psychologischer Kriegsführung ausgesetzt, in die Enge getrieben und reagierst einfach nur noch verteidigend.

Emotionale Reaktionen die der Selbstverteidigung in derartigen Situationen dienen, machen aus Dir noch lange keine Täterin!

Erwarte kein Mitgefühl.

Eine weitere beliebte und vor allem ultimativ destruktive Strategie ist es, die Gefühle der Partnerin entweder zu ignorieren, abzuweisen oder desinteressiert zu registrieren – insbesondere dann, wenn diese Gefühle mit einer (absichtlichen?) Versetzung durch den Partner „zusammenhängen“. In diesem Fall wird er wahrscheinlich versuchen die Tatsachen insofern zu verdrehen, als dass seine Tat entweder ein „Versehen“ war oder eigentlich dazu dienen sollte, der Partnerin zu „helfen“.

Wahrscheinlich versucht er zusätzlich, ihr zu vermitteln dass es überhaupt GAR NICHT in Ordnung ist, dass sie sich wütend, verletzt oder anderweitig getroffen fühlt; sollte sie es TROTZDEM wagen, derartige Gefühle zu haben, sind es eben „ihre Gefühle“ – und nicht sein Problem. Es liegt nicht in seiner Verantwortung auch nur den geringsten emotionalen Schaden bei ihr zu reparieren.

Zu dieser Taktik kann auch gehören, dass er Lippenbekenntnisse von vermeintlicher Verantwortung ablegt, letztendlich aber NICHTS tut, um ihren Schmerz zu lindern und sogar deutlich sagt, dass er nichts tun kann oder wird um „Wiedergutmachung“ anzustreben. (Vermutlich ist er sowieso meistens damit beschäftigt, sie für all ihre „Vergehen“ zu „bestrafen“.) Sollte sie darauf bestehen, dass er Verantwortung übernimmt und Wiedergutmachung anstrebt, wird er ihr aller Wahrscheinlichkeit nach vorwerfen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit er sich schuldig fühlt. Aus seinem Mund kommend klingt es dann, als sei „Schuld“ gleichbedeutend mit Schande. Implikation: SIE ist der Täter. Nicht er. *gähn*

Letztendlich ist es das gleiche, als versuchte er, Dir mit einem Betonblock Luft zuzufächern, wobei er Dich “zufällig” am Kopf trifft. Anschließend erklärt er langschweifig, dass er Dir ja nur HELFEN wollte und solltest Du SCHMERZ verspüren, dann ist das DEIN Schmerz, an dem er KEINERLEI Verantwortung trägt, und an dem er nichts ändern kann, wird und will.

Ein „normaler“ Partner würde, wenn er die Gefühle seiner Gefährtin zufällig verletzt, sich nicht weigern, sie zu trösten. Er würde ihr helfen, den emotionalen Schaden zu reparieren; und vor allem würde er den gleichen Fehler NICHT regelmäßig wiederholen.

Die Gegenseite der Medaille ist außerdem, dass Gefühlstäter permanent gelobt werden wollen, wenn sie zur Abwechslung einmal „gute“ Dinge für ihre Partnerin tun. Ein deutliches Zeichen, dass positives, partnerschaftliches Verhalten für diese Menschen alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.

Es ist umumgänglich dass wir, sofern wir unsere Herzen in Liebe und Vertrauen öffnen (denn schließlich geht es in gesunden Beziehungen ja genau um diese Punkte), auch empfänglich für potentielle Verletzungen sind. Es ist nicht zu vermeiden, dass Partner hin und wieder die Gefühle ihres Gegenübers verletzen. Letztendlich ist es auch nicht möglich, jemandem Gefühle zu „machen“, es obliegt uns selber, affektiv auf Verhalten des Partners zu reagieren. Diese Feststellung ist aber trotzdem kein Freifahrtschein für Andere, sich wie die verantwortungslose Axt im Wald zu benehmen.

Wenn ich einen anderen Menschen liebe, dann laufe ich automatisch Gefahr, hin und wieder verletzt zu werden. Und wenn dieser Mensch mich liebt, wird er in gesundem Ausmaß dafür Sorge tragen, meine Gefühle nicht zu verletzen.

Jemandem mitzuteilen, ihre Gefühle wären “ihr Problem“ hinkt in diesem Fall ganz gewaltig. Vertrauen innerhalb einer Beziehung bedeutet auch, Deinem Partner insofern zu vertrauen, dass er Dich respektiert und Deine Gefühle achtet. Wenn jemand Dein Vertrauen missbraucht und Dich emotional misshandelt, dann ist das NICHT DEIN PROBLEM. Es war auch nicht „Dein Fehler“, Deinem Gegenüber ursprünglich vertraut zu haben. ER ist schuld daran, Dein Vertrauen missbraucht zu haben, – und Deine Gefühle nachträglich gegen Dich einzusetzen.

Du bist Schuld an seiner Gewalt.

In seinem Streben nach Kontrolle und Überhand wird Dein „Partner“ wahrscheinlich versuchen, Dir implizit oder explizit zu vermitteln, dass Du ihm schließlich „erlaubst“ sich missbräuchlich zu verhalten, oder sein missbräuchliches Verhalten zumindest auslöst. Leider verfallen viele „Opfer“ dem Irrglauben, dass dieser Müll der objektiven Realität entspricht.

Alles kann ein „Auslöser“ für ihn sein, inklusive der Weigerung der Partnerin kleinbeizugeben. Zeigst Du auch nur das kleinste Anzeichen von Schuldgefühlen, wird er Dich genau an dieser Stelle packen und sie bis aufs Mark ausmerzen.

Seiner Ansicht nach liegt es in der Verantwortung der Frau, ihn nicht mit „auslösendem Verhalten“ zu „provozieren“. Fazit: „DU musst Dein Verhalten ändern, dann wird alles gut.“

Notausgang: “Armes Ich”

Sollte ein Gefühlstäter in einer Situation „gefangen“ sein, in der es keinen manipulativen oder verbal-aggressiven Ausweg gibt, wird er wahrscheinlich notgedrungen die Mitleids-Masche anwenden. Beispiel: Du „erwischst“ ihn bei einer Lüge. Anstatt sich den Fakten zu stellen und die Lüge offen zuzugeben, wird er die Situation durch „Vergessen“ zu erklären versuchen, und sich in vermeintliche, tränenreiche Verzweiflung hinsichtlich dieses „Vergessens“ hineinsteigern. Und plötzlich ist kein Raum mehr für DEINE verletzten Gefühle, sondern Du wirst Dich dabei entdecken, mit ihm mitzufühlen, seine Angst zu teilen und ihn zu trösten. Ziemlich geschickt, huh?

Beliebte Mitleids-Nummern als Notausgang (z.B. wenn Du ihn mit seiner verbalen oder physischen Gewalt konfrontierst und zur Abwechslung mal nicht auf seine anderen, sonst üblichen Abwehr-Techniken hereinfällst):

  • Die Tatsache, dass er als Kind selber missbraucht wurde (nicht zwangsläufig sexuell). Schaut man genau hin, ähnelt sich sein Verhalten oft dem beobachteten und/oder erlebten Missbrauch.[list]
  • Davon zu sprechen, wie viele Probleme er momentan im Job hat und dass er einfach völlig überlastet ist.
  • Sofort auf DEINE alten Sünden umzulenken. Irgendwann, irgendwo hast Du ihn verletzt, und das kann er EINFACH nicht verkraften. Hierbei ist es völlig irrelevant a) wie lange diese Verletzung zurückliegt und b) dass ihr diese Episode wahrscheinlich schon häufiger und ausgiebiger thematisiert habt als alle seiner „Fehlerchen“ insgesamt.
  • Auf den Umstand umzulenken, dass er krank vor Sehnsucht nach seinen eigenen Kindern ist, die das Haus verlassen haben, oder nach den Kindern seiner Ex, die er wie seine eigenen liebt, und die die „böse Ex“ ihn nicht sehen lassen will (warum wohl?).
  • In Tränen darüber auszubrechen, dass er in derartigen Situationen einfach einen unaushaltbaren Schmerz verspürt.
Voilà: Schon hat er Dein Mitleid und Deinen Trost.

 

Paartherapie

Solltest Du es tatsächlich schaffen, Deinen „Partner“ dazu zu bewegen, eine Beratungsstelle mit Dir aufzusuchen (letztendlich ist er ja anscheinend der Meinung, alles sei Dein Problem … Ihr braucht keine Hilfe… Ihr könnt Eure Problem besser alleine lösen), wird Dein „Liebster“ alles versuchen, um vor dem Paartherapeuten als Opfer dazustehen, als würdest DU ihn quälen; oder zumindest, dass seine „Ausfälle“ einmalige Ausrutscher waren, – selbstverständlich begründet in Deinen „Vorlagen“.

Vergiss nicht, es bedarf eine ausreichende Portion Grips um effektive emotionale Gewalt auszuüben. Er wird seinen Grips und seine manipulativen Fähigkeiten auch in der Beratungsstelle anwenden um darauf hinzuwirken, dass er im besten und Du im schlechtesten Licht dastehst. Sein Ziel ist es, dafür zu sorgen dass der Therapeut DIR mitteilt, dass Du Dein Verhalten ändern musst.

Leider passiert oft genau das. Leider sind auch Therapeuten oft manipulierbar, und gehen ihm ebenso auf den Leim wie Du es (anfangs) tust.

Das Resultat ist nicht nur frustrierend, sondern vielmehr hochgradig destruktiv.

”Ich will Dir doch nur helfen“

Eine schädigende Handlung lässt sich sehr einfach als versuchte Hilfestellung verpacken. Sei es, dass er die Kinder (natürlich ohne Vorwarnung) über das Wochenende zum Campen mitnimmt (wissend, dass sie bereits gemeinsame Pläne mit den Kindern gemacht hatte) oder ihre Wäsche wäscht (und dabei automatisch zu Kinderkleidung zurechtschrumpft). Reagiert die Partnerin mit Protest, ist SIE die Undankbare. Er wollte ja nur „helfen“. Hilfe war und ist nicht sein Ziel, vielmehr handelt es sich auch hier um einen passiv-aggressiven Schlag ins Gesicht, unter dem Deckmäntelchen der Hilfsbereitschaft. Besonders praktisch ist für ihn, dass er anderen Menschen erzählen kann, dass er SO viel für sie tut, und dass sie ja SO undankbar ist. Und schon ist sie „die Böse“.

Vergiss nicht: Er tut nichts ohne Grund und Selbstzweck. Für jeden „Gefallen“ erwartet er eine Gegenleistung. Natürlich kann man auch nicht von ihm erwarten, offen zu sagen, WAS er sich als Gegenleistung wünscht. Solltest Du ihm allerdings nicht genau die Gegenleistung liefern, DIE er sich gewünscht hat, hat er wieder einen Grund für weiteres missbräuchliches Verhalten, schließlich bist doch so undankbar und geizig. Sollte es irgendwann zur Trennung kommen (Glückwunsch!) wird er Menschen in Eurem Umfeld bevorzugt erzählen, dass er ja SO viel für Dich getan hat und wie unendlich UNDANKBAR Du Dich doch ständig gezeigt hast. Selbstverständlich wird er derartiges auch lange vor einer Trennung verbreiten.

Verhandeln, wieder und wieder.

Eine weitere, hochgradig destabilisierende Taktik ist, getroffene Vereinbarungen immer wieder verhandeln zu wollen, optimalerweise dann, wenn entweder gerade „Ruhe eingekehrt“ ist, oder es der letzte Moment ist, bevor er die Vereinbarung durch sein Verhalten brechen würde. Sein Ziel dabei: zum einen erwischt er Dich damit wahrscheinlich auf dem falschen Fuß. Da Du Dich auf die Vereinbarung verlassen hattest, wird Dich der Umstand, dass er sie umändern will, vermutlich destabilisieren.

Vielleicht tut er auch eine Meinung kund, die seiner urspünglichen Aussage in vollem Ausmaß widerspricht. Solltest Du den Mut haben, ihn darauf hinzuweisen, wird er später das Recht haben, Dich dafür zu bestrafen. Schließlich verletzt es ihn, dass Du nicht 100% über seine Meinungen und Ansichten informiert bist…

Letztendlich vermeidet er damit, dass Du Dich jemals „sicher“ fühlst, – mit der Ausrede, dass er eben seine Meinung geändert hat. Konfrontierst Du ihn mit seiner Wechselhaftigkeit, wirft er Dir wahrscheinlich vor, dass DU ihn einengst, indem Du ihm „verbietest“ seine Meinung zu ändern.

Es ist letztendlich natürlich und normal, dass Menschen ihre Meinung bisweilen ändern. Gefühlstäter tun dies allerdings überzufällig häufig, ohne Vorwarnung und mit maximalem Effekt; nämlich: Dir den Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Du kannst nicht “gewinnen”, sondern wirst Dich immer wieder in einer No-Win Situation befinden. Ein Beispiel: wenn Du den Aschenbecher auf seinem Schreibtisch NICHT leerst, bist Du egoistisch und wenig fürsorglich. Tust Du es, verletzt Du seine Intimsphäre.

Double-Binds.

… sind sehr beliebt. Beispiel: Er fordert Dich auf, etwas “nur für Dich zu tun”, z.B. allein mit Deinen Freundinnen auszugehen, Deine Familie zu besuchen oder sogar, einen Job anzunehmen. Diese „Ermutigung“ ist aber oft Teil eines perfiden „Tests“. Tust Du nämlich dann, wozu er Dir geraten hat, kann er Dein Verhalten ganz schnell gegen Dich auslegen: „Wenn Du mich wirklich liebst…“ würdest Du doch nicht „wagen“, ihm Deine Aufmerksamkeit zu entziehen. Egal was Du tust, Du kannst nur verlieren.

Langsame Distanzierung

Solltest Du es “wagen”, Dich langsam aus seinem Netz zu entwirren und Dich zu weigern, seine Spielchen weiter mit zuspielen, wird er vermutlich wieder zu der Mitleids-Nummer zurückgreifen. Wenn Du dann nicht einlenkst (sprich, wenn Du auf seine emotionale Erpressung nicht reagierst), hat er seiner Ansicht nach alles Recht dieser Welt, Dich als kalt und herzlos zu bezeichnen, in der Hoffnung, dass Du entweder auf sein Drohen reagierst, oder zumindest ordentlich durch diese Titulierung getroffen wird.

Dr. Jekyll & Mr. Hyde.

Missbräuchliche Partner scheinen bisweilen ein ganzes Reservoir an unterschiedlichen Persönlichkeiten zu besitzen. Wenn Du genau hinschaust, wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass er sich je nach Situation komplett wandelt und sich nicht nur anders verhält, sondern eine gänzlich andere Tonlage und Körpersprache benutzt.

Hier handelt es sich nicht um eine „facettenreiche Persönlichkeit“ (so wird er es voller Stolz bezeichnen), vielmehr ist es ein deutliches Warnsignal dafür, dass er seine Persönlichkeit beinahe austauscht, – und dass Du nie wissen kannst, mich welchem Teil Du es gerade zu tun hast. Dieser Umstand ist zutiefst verwirrend und schafft massive Unsicherheit bei der Partnerin.

Gleichzeitig zeigt es seine Unsicherheit und Unreife: Wie ein Kind passt er sich an sein Umfeld an, um akzeptiert zu werden.

Wie beinahe alle Gewalttäter (und Psychopathen, aber dies nur am Rande) kann er der Gefühlstäter unendlich charmant sein. Genau das macht es seinen Opfern so schwer, sich aus dem Netz zu lösen. Außenstehende kennen vermutlich nur seine Schokoladenseiten, und nicht seine Unhöflichkeit, Grausamkeit, Gemeinheit, Abwertung, Herablassung und Brutalität, die sich i.d.R. nur hinter geschlossenen Türen – und nur gegenüber seiner Partnerin abspielt.

Das Spiel mit Deinen Freunden.

Missbrauch basiert auf Macht und Kontrolle. Daher wird ein emotional misshandelnder „Partner“ wahrscheinlich versuchen, eine Kumpel-Basis mit den Freunden seiner Partnerin aufzubauen. Sollten sich ihre weiblichen Freunde zu ihm hingezogen fühlen, spielen sie ihm quasi direkt ins Blatt und er wird diesen Umstand gezielt ausnutzen um Zwietracht zwischen seiner Partnerin und ihren Freundinnen zu säen, damit sie, falls es zu Konflikten kommt, immer weniger stabilisierende und vertrauensvolle Außenkontakte hat.

Um das Vertrauen und Mitgefühl ihrer Freunde zu gewinnen, wird er wahrscheinlich auch dort seine Mitleids-Masche einsetzen: Seine missbräuchliche Kindheit, eigene Traumata, verlorene Freunde und/oder Verwandte; – jedes Mittel ist ihm recht um die Sympathie und das Wohlwollen ihres Freundeskreises zu erreichen. Bei ihnen wird er in der Rolle des „sensiblen Partners“ aufblühen. Hat er ihre Freunde ausreichend eingewickelt, werden diese nicht mehr bedingungslos auf ihrer Seite stehen und sie unterstützen können, – und er hat sein Ziel erreicht.

Ein anderes, gängiges Mittel ist, mehr oder weniger deutlich mit ihren Freundinnen zu flirten. Das sät nicht nur Zwietracht und beschämt seine Partnerin, sie ist zusätzlich gezwungen, auf irgendeine Art einzugreifen und zu riskieren, als „eifersüchtige Zicke“ dazustehen. Er weiß was er tut, und er weiß auch, wie sehr er seine Partnerin damit verletzt, bloßstellt und in Zwickmühlen bringt. Darum tut er es schließlich.

Komm her! Geh weg!

Ein weiteres sehr beliebtes Spielchen. Auf der einen Seite erwähnt er beiläufig, er verliere das Interesse an seiner Partnerin; zieht diese sich dann zurück ist er plötzlich wieder aufmerksam und bemüht. Oft wird diese Strategie auf die Sexualität ausgeweitet: Auf der einen Seite beschwert er sich, dass sie in sexueller Hinsicht nicht ausreichend interessiert an ihm sei und zu selten sexuelle Aktivitäten initiiere; gleichzeitig weist er sie aber ab, wenn sie erotische Avancen in seine Richtung macht.

Selbstgerechtigkeit.

Emotional misshandelnde „Partner“ sind oft über alle Maßen selbstgerecht. Sie finden immer Gründe, ihr Verhalten zu begründen, – natürlich liegen diese Gründe im Verhalten ihrer Partnerin. Auf diese fixiert er sich und besteht darauf, dass SIE sich ändern müsse, damit die gemeinsame Beziehung besser läuft.

Entschuldigung?

Gefühlstäter HASSEN es, sich zu entschuldigen. Wenn sie sich tatsächlich einmal dazu durchringen kann man i.d.R. davon ausgehen, dass er das, wofür er sich entschuldigt hat, sowieso wieder tut. Schlimmer noch: er weiß es selber und wird es so hindrehen, dass Dein Bestehen auf eine Entschuldigung lediglich ein Versuch sei, IHN nachträglich zu beschuldigen: „Du willst dass ich mich entschuldige und verspreche es nie wieder zu tun; damit Du, wenn ich es dann doch tue, anklagend mit dem Finger auf mich zeigen und mich verurteilen kannst.“ Hierbei handelt es sich vor allem um eine Projektion; Gefühlstäter scheinen bisweilen regelrechte Projektionsfetischisten zu sein: Sie übertragen ihre Probleme und ihr negatives Verhalten auf ihre Partnerin um daraus IHR Problem zu machen. Sie drehen die Dinge so hin, als wäre ihre Partnerin „böse“, weil sie nicht nur Entschuldigungen und Mitgefühl verlangt, sondern auch noch ein Versprechen, dass er an seinen Problemen arbeitet.

Warnungen.

Manche Gefühlstäter sind so ehrlich, in den ersten Wochen einer neuen Beziehung tatsächlich ihr manipulatives Wesen zu offenbaren. Viele Frauen fallen darauf herein und sehen die Offenbarung als ein deutliches Zeichen, dass er an seinen Schwachstellen arbeitet. Die „Schwachstellen“ als solche werden i.d.R. natürlich sehr abgeschwächt dargestellt. Was er damit letztendlich (auch) erreichen will, ist Absolution, – und zwar bevor überhaupt irgendetwas passiert ist. Manche gehen auch so weit sich später darauf auszuruhen, ihre Partnerin doch ausreichend „gewarnt“ zu haben.

Nicht seine Schuld.

Da er seine Probleme i.d.R. auf seine Partnerin projiziert ist es für ihn auch nicht nötig einzusehen, dass ER irgendwelche Probleme hat. Stattdessen beschuldigt er seine Partnerin des Missbrauchs, insbesondere dann, wenn sie sein missbräuchliches Verhalten als solches identifiziert hat. Zusätzlich wird er so vielen „gemeinsamen“ Freunden wie nur möglich erzählen, wie furchtbar kontrollierend und missbräuchlich SIE doch sei. Sein Ziel: Sie rechtzeitig von potentieller Unterstützung abzuschneiden.

Rücksichtslosigkeit in der Gestalt des Martyrers

Wenn es um die Durchsetzung seiner Interessen geht, scheint es einem Gefühlsvampir unmöglich zu sein, Deine oder anderer Menschen Perspektive einzunehmen. Er kann gleichzeitig Martyrer und Selbstbezogener Egoist sein, – und schafft es sogar, beide Rollen insofern zu kombinieren, dass er sich als Martyrer darstellt, wenn er tatsächlich einfach nur unglaublich egoistisch ist. „Ich will doch nur EINMAL etwas für mich tun. Hör auf, mir ein schlechtes Gewissen zu machen!“, allerdings hängt dieses harmlose „etwas für sich tun“ i.d.R. mit dem Brechen einer Vereinbarung oder eines Versprechens zusammen, dass er Dir gegeben hat. Dummerweise funktioniert dieser Spielzug, und die Partnerin ist außerstande, auf die Erfüllung der getroffenen Vereinbarung zu bestehen.

 

Die Zeit danach

ER ist das unschuldige Opfer

…das jegliches Fehlverhalten und jegliche Provokation abstreitet. Oft geht er soweit, ein öffentliches Drama zu inszenieren rund um seine Trauer darüber, dass seine böse Partnerin ihn verlassen oder vor die Tür gesetzt hat, – „nach allem was er für sie getan hat…“. Meisterlich und vor allem Mitgefühlheischend spielt er die Rolle des ungerecht behandelten Opfers , während er gleichzeitig weiterhin ihre Grenzen überschreitet, sie belästigt, und möglichst in öffentlichen Situationen zu demütigen versucht.

Stalking.

Stalking dient häufig dazu, auch nach einer Trennung noch einen Kontroll-Fix zu erhalten, einfach nur dadurch, dass er ihr weiteres Unbehagen bereiten kann. Stalking kann verschiedene Formen annehmen, bisweilen sogar eine „Banalität“ wie den Umzug in „ihr“ Viertel (natürlich wird er sichergehen, dass sie durch andere Menschen auch davon erfährt).

Natürlich wird er irgendeinen hanebüchenen Grund für seinen Umzug angeben; der wahre Grund dürfte allerdings darin liegen, dass er einfach unfähig ist, loszulassen und weiterhin IRGENDeine Form der Macht über sie ausüben will. Letztendlich handelt es sich hier um eine sehr subtile aber dennoch effektive Art und Weise, seine ehemalige Partnerin zu terrorisieren, da diese auch noch lange Zeit nach der Beziehung Angst vor ihm hat, und durch die Vorstellung, ihm jederzeit begegnen zu können, massiv eingeschränkt wird.

Letztendlich trampelt er dadurch bewusst und gezielt auf Deinen Grenzen herum. Vielleicht geht er sogar so weit, sein nächstes Opfer gezielt in Deiner persönlichen Umgebung zu suchen, und „zufällig“ meist genau vor Deiner Haustür zu parken.

Vermeintliche Fürsorge.

Es ist sehr üblich, dass die ehemaligen Partner bzw. Opfer von Gefühlstätern nach der Beziehung eine diffuse Angst vor diesem Menschen verspüren und jeglichen Kontakt vermeiden wollen. Dahingegen wird er vermutlich alles daranlegen, um nach außen hin möglichst ruhig, bedacht und sogar unterstützend zu wirken, während er gleichzeitig absichtlich seine Bedenken hinsichtlich ihrer vermeintlichen Labilität verbreitet. Dabei fallen häufig Sätze wie „ich grolle ihr nicht“, „ich mache mir große Sorgen um sie“, während er gleichzeitig weiterhin keinerlei Respekt für ihre Grenzen und ihren Wunsch, jeglichen Kontakt zu vermeiden, zollt. Er wird Freunde und Bekannte nach ihrem Befinden ausfragen, angeblich weil er um sie besorgt ist. Tatsächlich geht es ihm aber vielmehr darum, ein Mindestmaß an Kontrolle und Einfluss zu behalten, auch lange nach der Trennung. Was er wirklich von ihren Freunden hören möchte ist wie schlecht es ihr geht, da derartige Informationen sein Selbstbild unterstützen.

 

Fazit

In JEDER Beziehung kommt es zu Konflikten, die auf vielerlei Wegen gelöst werden können, positiv so wie negativ. Missbrauch und Misshandlung sind NIE der richtige Weg, egal wie viel Schmerz, Verzweiflung und Ohnmacht der misshandelnde Part bisher erlebt hat, egal was seine „Themen“ sind und woher sie stammen.

Jeder Mensch hat eine Wahl, jeder Mensch kann sich entscheiden. Wenn Dein Partner sich Dir gegenüber verhält, wie in diesem Abschnitt beschrieben, dann hat er gewählt, Dich (emotional) zu misshandeln und/oder zu missbrauchen.

Dein Partner hat die Wahl. Er kann ehrlich und aufrichtig sein, – oder eben passiv-aggressiv und verstohlen Dir gegenüber auftreten.

Es ist völlig egal, auf welche Art und Weise er versucht, Dir die Schuld an seinem Verhalten in die Schuhe zu schieben, es gibt keine akzeptable Begründung und/oder Entschuldigung für Missbrauch, Misshandlung und/oder Gewalt.

Wenn Du ein Opfer von emotionaler Misshandlung bist, wirst Du irgendwann der Tatsache ins Auge sehen müssen, dass Dein Partner Dich nicht liebt, und Dich wahrscheinlich schon seit langer Zeit nicht mehr liebt, egal wie sehr er seine Liebe beteuert. Ein Mensch, der andere Menschen – und vor allem seine ihn liebende Partnerin mit einer derartigen Grausamkeit und Kälte behandelt, ist derart von Selbsthass absorbiert, dass er weder sich selbst, noch einen anderen Menschen wirklich lieben kann. Was er fühlt, ist Besessenheit und nicht Liebe.

Wenn Du ihm ständig erneut die Grundlagen von Respekt und Höflichkeit erklären musst, wenn Du immer wieder en Detail erläutern musst, warum Dich sein Verhalten verletzt – und trotzdem das Gefühl hast, dass er es einfach nicht begreift, – geh. So schnell und so weit von ihm weg, wie Du nur kannst.

Beziehungsfähigen Menschen muss man nicht wieder und wieder Konzepte wie Respekt, Mitgefühl und Rücksichtnahme erklären. Fall nicht darauf rein, wenn er einfach nur zugibt, Dich verletzt zu haben. Viele missbräuchliche Partner sind Meister der „Entschuldigungen, die keine sind“. Ein Entschuldigung sollte immer ein explizites oder zumindest ein implizites Versprechen beinhalten, dass er das, wofür er sich entschuldigt, nicht mehr tun wird. Jede Betroffene könnte wahrscheinlich Seiten und Bücher mit fadenscheinigen Pseudo-Entschuldigungen füllen, die weder die Übernahme von Verantwortung für das eigene Verhalten, noch den Wunsch nach Verhaltensänderungen beinhalteten.

Es ist weder falsch, noch ungesund, noch vermessen Dir eine Beziehung zu wünschen, die von gegenseitiger Liebe und Mitgefühl geprägt ist. Vielmehr ist es diese Offenheit füreinander, die die notwendige Intimität einer gesunden Beziehung überhaupt ermöglicht.

Zwei in emotionaler Hinsicht gesunde Menschen können eine von Offenheit, Liebe und Intimität geprägte Beziehung führen ohne Co-Abhängigkeit zu entwickeln.

Ein Mensch, der in der Lage ist, Dich auf gesunde Art und Weise wahrhaftig zu lieben, will Dir weder wehtun, noch wird er absichtlich Dinge tun, die Dir wehtun. Er wird auch nicht Deine Unsicherheit gegen Dich ausspielen und wird vor allem keine „psychologische Kriegsführung“ gegen Dich einsetzen. Er wird nicht DICH für jegliche Probleme innerhalb und außerhalb Eurer Beziehung verantwortlich machen und auch keine Probleme produzieren, mit dem einzigen Zweck, Dich zum Sündenbock zu machen.

Ein Mensch, der Dich wirklich liebt, wird Dich mit Respekt, Rücksicht, Höflichkeit, Ehrlichkeit und Mitgefühl behandeln. Solltest Du Dich in einer Beziehung mit einem Gefühlstäter befinden, besorge Dir kompetente Hilfe. Je schneller Du begreifst, dass Deine Beziehung schädigend ist und ihn verlässt, desto schneller wird sich Dein Leben verbessern.
Hier findet Ihr die aktuelle Version der Vorlage dieses Artikels Der Originalartikel ist geistiges Eigentum von www.heartlessbitches.com und darf ohne Zustimmung von HBI weder kopiert oder veröffentlicht werden. Die Übersetzung darf ohne Zustimmung von re-empowerment.de nicht kopiert und/oder veröffentlicht werden.

Your thoughts here

  1. Bilbo

    Meine Güte, als ich das hier las, wurde mir Schlagartig bewusst, mit welchem weiblichen Monster ich 25 Jahre meines Lebens geteilt habe….ich leide heute noch darunter….mein Problem ist nur…als Mann gibt es keine Unterstützung von der Gesellschaft ….die Folgen nach der Trennung gesellschftlicher exitus…

    • silke b.

      …es sind immer zwei Menschen , die dieses Spiel spielen. Leider.

      • Liebe Silke B.,

        victim blaming, much?

        Siehe auch: Antwort auf den Kommentar von “Matthias” bzw. den darin erwähnten Unterschied zwischen situativer Gewalt in der Paarbeziehung und häuslicher Gewalt.

      • Annie

        Silke, – dein kurzer Klischee – Kommentar ist völlig daneben. In deiner “Unwissenheit” ist dir anscheinend
        überhaupt nicht klar, welcher Typ Mann/Mensch, – man nennt sie auch “Unmensch”- hier angesprochen
        wird. Vielleicht solltest du diesen HILFREICHEN Artikel noch eimal genauer lesen.
        Lasse es aber, wenn du garnicht weißt, worum es sich handelt. Mit einem “BEIDERSEITIGEM SPIEL”
        hat DAS nichts zu tun PUNKT!

  2. Oliver

    Hallo Bilbo, Gewalt gegen Männer ist ein absolutes Tabuthema in unserer Gesellschaft. Ein empfehlenswertes Buch zu dem Thema: Mythos Männermacht von Warren Farrell. Auch wenn das Problem totgeschwiegen wird: Du bist keineswegs allein damit. Ich habe vielerlei Beispiel unter Arbeitskollegen, Bekannten und in der Familie. Alles Gute Dir!

  3. Rose

    Hallo, auch ich habe das hinter mir. Komisch. Erst nachdem ich ihn verlassen habe, kapiere ich so langsam, was ich all die Jahre durchgemacht habe… Er ist auf der Suche nach einem neuen Opfer und hat eine nach der anderen…
    Mir tut die Frau jetzt schon leid, die bei ihm “hängen” bleibt….

  4. Matthias

    Zum Thema psychische und körperliche häusliche Gewalt:

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/degs-studie-auch-maenner-werden-in-beziehungen-opfer-von-gewalt-a-902153.html

    Es muss langsam mal ein umdenken stattfinden. Frauen sind oftmals nicht die Opfer sondern die Täter! Und meist ist es psychische Gewalt der Frauen, die zu körperlicher Gewalt der Männer führt, da diese meist über eine nicht so starke psyche verfügen und sich dann nicht anders zu helfen wissen.

  5. andrea

    Omg ich bin schokiert das es das so extrem gibt… ich glaube mein freund hat selber ein paar punkte die aufgezählt wurden aber zum glück nur solche die man besprechen kann…. trotzdem ich bin schokiert das es das so schlimm gibt, da fallen mir ein paar freunde ein die wahrscheindlich solche züge haben und einsetgten bei den partnern ..

  6. Tonnerwetter

    Mir erging es genauso. Jahrelang hab ich geglaubt ich bin an allem Schuld, muss ihm alles recht machen nur um keinen neuen Streit zu provozieren, bis ich am Schluss das Gefühl hatte ich werde verrückt. Wusste nicht mehr was Richtig und was Falsch ist. Wegen meiner beiden Kinder, habe ich die Notbremse gezogen.
    Ich leide heute noch unter den Folgen, mein Selbstbewusstsein ist am Boden, ich glaube nicht liebenswert zu sein wenn ich nicht alles Perfekt mache.

  7. Rike

    Erschreckend!!!! Ich erkenne mich und meinen “zustandspartner” in diesem Artikel wieder!! Ich liege, durch den physischen streß/Bedrohung/Entmündigungen mit vorwehen und erschöpfungszustand im KH. Er hat es soweit geschafft, dass sogar das Leben unseres Babys betroffen ist aber auch dort wüsste ich die Antwort: DU stresst DICH selber einfach zu viel! Ich scherze dich nur wenn ich dir sage, dass ich dich töte wenn du mich verlässt” “DU bist einfach zu empfindlich” “ICH arbeite doch nur wie ein Schuft um dir etwas zu bieten..du bist so undankbar”…..aber auch hier im KH kann mir keiner sagen, wie ich mich und mein Baby vor dem emotionalen streß schützen kann :(

  8. rosa

    Was hier beschrieben wird, habe ich hinter mir. Aus dem anfänglichen “Traummann” wurde ein Alptraum, kaum dass er mich in seine Abhängigkeit gebracht hatte. Wir nannten es eine gemeinsame Zukunft planen, verstanden aber ganz offensichtlich Unterschiedliches. Nach der Trennung versuchte er alles, um mich zu bestrafen, zu kontrollieren und Macht über mich auszuüben.
    Ich bin noch nicht vollständig geheilt, aber danke den Autoren für diesen Artikel, er unterstützt mich in meinem Heilungsprozeß.

  9. 123456789

    Meine Beziehung hier niedergeschrieben zu finden erleichtert mich ungemein. Ìch habe sicher auch Fehler aber ich weiss jetzt auch dass ich nicht spinne und mir das alles eben NICHT einbilde. 1000 Dank an den Verfasser !

  10. besson71

    Eine guter, sehr emotionaler Artikel! Ich weiß nun nicht, ob ich Diejenige bin, die emotional misshandelt oder doch mein Partner! Die genannten Symptome stimmen ausnahmslos, nur verschwimmt die Rollenverteilung gerade für mich! Allerdings hat dieser Artikel dazu beigetragen, mein Verhalten und auch Seines intensiver zu beobachten! Niemals möchte ich meinem Partner so etwas zu Leide tun!

    • Barbara

      Danke für deinen Kommentar – mir geht es genauso. Ich stelle beim Lesen ebenfalls fest, dass Teile der Beschreibungen des Täterverhaltens, auch Beschreibungen meines Verhaltens sein könnten bzw. der Dinge, die mir mein Mann vorwirft. Allerdings bin ich nicht sicher, ob das nicht zum “Spiel” gehört – zu denken, man selbst sei der Täter, während man in Wahrheit das Opfer ist. Es ist ein wenig wie bei der ewigen HUHN-EI Frage – was war zuerst?

  11. yvmalou

    Ich sitze auf meiner Couch und mein Mann sitzt mit gegenüber und habe erneut einen schrecklichen Tag mit Ihm hinter mir. Sagte mir zusammengefasst, das all die Mühe die ich mir berufl. mache ( arbeiten auch zusammen) , alles sinnlos ist. Spielerei ect. Ich erzähle nur Käse..,,,ich weiss nicht was noch alles. ich nutze jeden Moment den ich allein habe. Gehe viel mit meinem Hund. Wenn ich den nicht hätte..dann wäre mir alles egal…so schlimm ist es.
    Ich las as hier und war erschrocken wieviel ich davon wiedererkenne. Ich weiß nicht mehr weiter. Er zerstört mich und ich wünschte, ich hätte Ihn nie geheiratet. Das übrigens sagt er mir immer wieder und vieles mehr, Es sind auch alle anderen immer schuld und Frauen generell sowieso.

    ich kann nicht mehr .

  12. Kirsten

    Vielen Dank! Ich habe mich 100% in dieser Seite wiedergefunden…das ist mein Noch-Mann, der dort beschrieben ist…leider. Ich trage immer noch Liebe für ihn im Herzen, aber anscheinend gibt fast keine Hoffnung für uns..ich werde versuchen, den Rat zu befolgen und werde laufen…ganz weit weg, auch wenn ich nicht wirklich glauben will.

  13. Philip

    Meine Kinnlade ist gerade runtergefallen und meine tränen fließen…

    meine ex freundin hat sich auch so verhalten und mir oft die schuld gegeben z.B sie hat mich z.B zu tode provoziert und wenn ich dann geschriehen habe weil ich wütend wurde meinte sie “SIEHST DU SCHON WIEDER BIST DU SO AGRESSIV”.

    und das ist nur ein beispiel von tausenden.Trotzdem hänge ich noch an ihr nach 4monaten der trennung…. ich denke an die “schönen zeiten” die nüchtern gesehen die seltensten momente waren.Nach der trennung hatte sie auch nach 3wochen einen neuen.als ich sie sah war sie eiskalt und habe sie konfrontiert.Sie hat sich dann schützend vor ihrem neuen aufgebaut als würde ich austicken.Ich habe sie übrigens niemals geschlagen.Sie mich aber mit der blanken faust.
    Sie sagte auch immer sie sei der “Mann” weshalb ich große selbstzweifel bekam und bücher über männlichkeit las.

    danke für die aufklärung.
    Ich bin glaube ich noch innerlich sehr verwirrt.So einer person nachzutrauern kann ja nicht normal sein?…. was kann ich tun?

  14. Chris

    Vieles in obigem Artikel ist interessant und richtig, aber dieser Satz ist ja wohl ein GANZ schlechter Scherz:

    “Natürlich ist es möglich, dass weibliche Missbrauchs-Überlebende zu Täterinnen werden, meist werden jedoch Frauen ohne ausreichende therapeutische Interventionen eher zu Opfern und männliche Überlebende eher zu Tätern.”

    Es würde mich SEHR wundern, wenn diese Behauptung wissenschaftlich untermauerbar wäre.

    Vielmehr sehe ich (als Mann) das romantifizierende Geschlechterbild, das sich meiner Vermutung nach hinter derartigen Annahmen verbirgt, als Grund dafür, warum FRAUEN als Täterinnen immer wieder ein Persilschein ausgestellt wird – oder es erst gar nicht zur “Anklage” kommt.

    Zu welch perfiden Formen des Machtmissbrauchs gerade Frauen im Stande sind, weiß jeder aufrichtige Mensch. Und warum sollten Täterinnen nicht ebenfalls eine Vergangenheit als Opfer haben? Das wäre nur plausibel.

  15. Grazyna

    Matthias ,spricht da der Täter der sich in Opfer Rolle suhlt ?????
    Mal ehrlich dein/e Partnerin kann dich provozieren bis aufs Blut ,wenn du kein Gewalttäter bist kannst du die Situation deeskalierend lösen , schlägst du gerne mal zu springst du auf sowas voll ein. Du kannst dir ja gar nicht vorstellen was “ein Schlag” und / oder psychische Gewalt mit einer Frau machen. Sie werden traumatisiert fürs Leben.

  16. Michael

    Ich war erleichtert, als ich diesen Blogartikel gelesen habe. Danke. Vieles davon das habe ich viele Jahre (erst heute wieder bei der Rückgabe der Wohnungschlüssel) erlebt. Ich bin oder war an allem Schuld: an ihrer Wut, dass die Liebe kaputt ging, dass meine Frau mich schlug und Stühle nach mir werfen musste, dass sie jeden Tag eine Flasche Wien trinkt («seit du nicht mehr hier wohnst, trinke ich viel weniger…») und irgendwann einmal habe ich das geglaubt und von dem, der ich einmal war, ist eigentlich nicht mehr viel übrig.

  17. Regina Schulz

    Guten Tag, ich bin an neue Beiträge via E-Mail interessiert. Für mich sind die Informationen zu spät.
    Als ich sie braucht bekam ich keine. Trotdem möchte ich in diesem Bereich über neue Beiträge informiert werden.
    Ich bedanke mich.
    Mit freundlichen Grüßen
    Regina Schulz

  18. Lucy

    Hey,

    als ich das hier laß, erkannte ich meinen EX-Freund wieder. Es ist unglaublich das ich mit so jemanden fast vier Jahre zusammen lebte.
    Ich wünschte ich hätte mich schon früher über sowas belesen können. Doch er war ja immer da und mein Kopf war voll.
    Heute wache ich noch mit schlechten Träumen auf und habe Schuldgefühle.
    Mittlerweile bin ich bald zum zweiten mal in psychologischer Behandlung.
    Doch die Trennung war das beste was mir passieren konnte ;)

    MfG Lucy

  19. Diana

    Ich habe diesen interessanten Artikel gelesen und kann nur mit allem übereinstimmen. Ich dachte nie, dass mir das jemals passieren könnte, doch ich habe wirklich 3 Jahre mit einem Täter zusammengelebt und leider auch noch geheiratet. Ich bin auf alles hereingefallen, und alles was ich versuchte, gelesen habe, wie man mit so einem Täter umgehen kann, um nicht immer noch weiter misshandelt zu werden, es fruchtete nichts. Letztendlich ließ ich alles über mich ergehen, da ich absolut keine Chance hatte, irgendetwas gut und richtig zu machen. Auf all die scheinbar gut gemeinten Kritisierungen bin ich anfangs angesprungen und habe mich sogar noch gefreut, da er scheinbar an einer Verbesserung dieser angeblichen Beziehung interessiert war. Letztendlich dauerte es 2 Jahre, bis ich mich auf den Weg machte, ohne meine Möbel, ohne mein Geld, das ich in sein Haus investiert hatte. Rechtsanwaltlich lief auch nicht viel bis auf die Scheidung, da die Prozesskosten den Wert der Gegenstände und das Verlorene übersteigen würden. Jeder machte mir 2 lange Jahre klar, ich solle meine Koffer packen, und ganz schnell abhauen. Fast hätte ich sogar mein Leben verloren, weil ich festgehalten hatte. Ich wurde sehr krank und verlor dabei auch noch meine beiden liebsten Tierchen durch Tod. Als glücklicher Single mit etwas Vermögen bin ich diese Beziehung eingegangen, habe alles gegeben, auch meine Gesundheit, rausgegangen bin ich fast mit 0! Dieses Erlebnis will mir bis heute noch nicht recht in den Kopf. Dass es wirklich solche Menschen gibt. Und kurz nach meinem überstürzten und unter schweren Bedrohungen, (die natürlich normal sind und nur meinem kranken Gehirn entwachsen, dass ich dies als Bedrohung empfand),vollzogenen Auszug war auch schon das nächste Opfer bereit. Es fällt mir wirklich sehr schwer, zu begreifen, dass ein Mensch so gefährlich, manipulierend und gewalttätig sein kann. Jeder beglückwünscht mich, dass ich es geschafft habe und wieder auf dem Wege der Besserung bin. Jeder erwartet, dass es mir nun wieder 100 % gut gehen würde. Aber die seelischen Wunden, die sitzen. Ich habe in diesen gewalttätigen Jahren den Glauben verloren, den Glauben an ein neues Leben mit einem Partner. Die Wunden sitzen sehr tief, obwohl ich natürlich erstmal in eine Therapie gegangen bin, um einigermaßen mit dem Erlebten zurecht zu kommen. Und um meine Fehler zu finden, warum ich mir das alles angetan habe und nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen habe.

  20. mrs sophie

    Danke…ich befinde mich leider in genau dieser Spirale, leide sehr und schaffe es dennoch nicht den Absprung zu finden…und ich weiss nicht einmal wieso. Er schafft es immer und immer wieder mir ein schlechtes Gewissen zu machen, mich einzuwickeln und sich selbst als das “Opfer” darzustellen. Im Gegensatz zu der oben beschriebenen Situation versuche ich ihm die Stirn zu bieten und man kann sich vorstellen wie das meist ausartet…neulich war sogar die Polizei im Haus…warum kommt man aus dieser Spirale nicht raus? Das ist das schlimmste für mich…ich weiss was zu tun ist, ich weiss was er ist und schaffe es dennoch nicht…ich hoffe dass ich diesen Schalter endlich umgelegt bekomme…

  21. illa

    Nach dem Öesen dieser Seite möchze och einen Experten fragen ob meine Situation darunter fällt. Vieles macht er genau so und doch hab ich Zweifel

  22. Christina

    Ich bin leider auch einem solchen Mann begegnet. Dadurch ist mir aber bewußt geworden, unter welchen Umständen ich aufgewachsen bin. In den Terrorjahren nach der Trennung (ich mußte vor meinen Augen eine glückliche Beziehung zu einer wesentlich jüngeren Frau ertragen), habe ich mein Leben auf den Kopf gestellt und jeden Stein umgedreht, dieser Mann ist meinem Vater in vielerlei Hinsicht ähnlich, das ist mir dadurch klar geworden. Jetzt ist es mir möglich, mein Leben freier zu gestalten, unabhängig von den Meinungen meiner Familie oder anderen Menschen, ich weiß mittlerweile wesentlich besser, wie wertvoll ich mir bin.

  23. Oliver S.

    Psychische Gewalt geht nicht grundsätzlich von Frauen aus, wie ihr Artikel suggeriert. Auch wenn ihre Organisation mehr als offensichtlich deren Rechte stärken möchte, so übersehen sie bitte nicht, dass Männer ebenfalls Opfer sein können, zudem in wohl jedem zweiten Rosenkrieg Gewaltvorwürfe seitens der weiblichen Seite nur zum Zweck einer Übertragung der alleinigen Sorge genutzt werden. Auch die betroffenen Kinder können sich psychischer Gewalt oftmals nicht entziehen, eben wenn diese instrumentalisiert und manipuliert werden, um den anderen Elternteil aus dem eigenen Leben und dem Leben des Kindes verdrängen zu können. Bitte seien sie auch offen für die andere Seite, nicht jede Frau die ihre Institution nutzt, tut dies aus einer echten Opferrolle heraus.

  24. Großes Kompliment an die Macher der Seite!
    Allerdings habe ich als Mann emotionalen Missbrauch durch eine Frau mit Borderline Auffälligkeiten erfahren. Ich weiß, dass die Seite von Frauen für Frauen ist. Aber ich denke auch Männer, die Partnerschaftsgewalt erfahren haben, können sich in den Beschreibungen wiederfinden.
    Ich glaube, dass die Dunkelziffer bei weiblicher Gewalt sehr hoch ist. Dies liegt daran, dass sich Männer dafür schämen, Opfer von Gewalt geworden zu sein und das weibliche Gewalt generell verharmlost wird. Denn Frauen sind in der Regel körperlich schwächer und danach wird deren Gewaltanwendung verharmlost.
    Insofern halte ich die Aussage, dass häusliche Gewalt ein männliches Phänomen ist für diskussionswürdig.

  25. dunkelmond

    Ich hab Jahre bei einem solchen Menschen verbracht und es hat mich verändert, so das ich selbst heute noch darunter leide. Mein letztes bissel Selbstbewusstsein zerstört,er sagte mir so oft das ich mir alles einbilde und rumspinne, ein Psycho sei. Ich konnte es all die Jahre nicht vergessen….erst 8 Jahre später…nachdem ich diese Seite und diesen Artikel fand hab ich begriffen was passierte. Dieser Artikel hat es absolut getroffen – alles. Vielen Dank für diese Hilfe. Das erste mal das ich dachte *du bist doch nicht verrückt*

  26. entronnener

    hu, ich befinde mich gerade in einer Trennungssituation von meiner Partner-Täterin. Viele Dinge aus dem Artikel habe ich wieder erkannt. Eigentlich sogar Alles was ich in den letzten 2 Jahren erlebt habe. Ich hoffe dass das Gelesene hilft, dass ich den Abstand behalten kann und innerlich noch nicht völlig kaputt gemacht wurde. …… keine Freunde, keine sozialen Kontakte, emotionale und sexuelle Abhängigkeit, finanziell ordentlich reingebuttert und und und. Für eine Partnerin die aber wirklich alle Register kennt um ihren Partner zu beherrschen. Natürlich habe ich das Spiel ja auch mitgemacht obwohl mir schon am Anfang klar war, dass sich alle Demütigungen wie z.B. Rausschmisse, immer wieder und immer gesteigerter wiederholen werden. Ich hatte sogar schon ansatzweise das Gefühl, ob ich verrückt bin, dabei war es nur die immer fortwährende gehirnwäsche die ich erlebt habe. Aber ich will mich jetzt nicht im Selbstmitleid wälzen. Ich habe das Spiel ja mitgemacht. Hoffentlich kann ich es jetzt aber beenden!

  27. A.

    Ich habe es endlich geschafft mich von meinem Partner zu trennen. Ich war bereits ein halbes Jahr in der Psychiatrie (natürlich nicht wegen ihm) – er hat mich in der Zeit verlassen. Trotzdem bin ich, als ich wieder draußen war, zu ihm zurück. (der Grund warum er mich verlassen hat, war, weil er mich schützen wollte). Wie auch immer – da langsam der Schleier vor meinen Augen fällt, wollte ich mich mal über psychische Gewalt informieren und bin auf diese Seite gestoßen. Meine Frage: in diesem Artikel sind viele Tricks des Gefühlstäters aufgelistet. Kann man erst von psychischer Misshandlung sprechen wenn er ALLE diese Tricks anwendet oder schon einen großen Teil? Ich habe Zwillingsbabys und muss mich deswegen noch immer mit ihm auseinandersetzen. Bei jedem Kontakt habe ich jedoch das Gefühl es zerstört mich innerlich. Was soll ich tun? Meine Familie hält nichts von solchem “Psychozeug”, v.a. wenn ich nach der Geschichte mit der Psychiatrie wieder mit so etwas komme, werden sie nicht erfreut sein – Freunde habe ich keine RICHTIGEN. Ich habe Angst, zu einer Therapeutin zu gehen und einfach zu sagen “ich glaube ich wurde psychisch misshandelt” …wenn ich mir das doch vielleicht nur einbilde/einrede?

    • Liebe A.,

      auch wenn es sich nicht wie ein Feiertag anfühlen mag, dennoch: Herzlichen Glückwunsch zum getrennt-sein!

      Ich möchte Ihnen empfehlen, dass Sie sich in unserem Forum anmelden und Ihre Fragen dort stellen. Sie werden dort auf viele Frauen treffen, die nahezu das gleiche erlebt haben, die gleichen Fragen hatten – und Antworten fanden, die sie gerne mit Ihnen teilen.

      Herzliche Grüße,
      Kerstin

  28. N

    Ich habe mich vor einem halben Jahr genau von so einem Mann getrennt. Es traf wirklich alles zu, was oben beschrieben war! Ich habe mittlerweile Informationen gehabt, über Narzissmus…die Bedeutung war mir bis jetzt total fremd, weil ich mich nie damit auseinander gesetzt habe und es nie für möglich gehalten hätte, in so eine Beziehung hineinzuschliddern!
    Ich bin xx Jahre alt und habe xx Kinder, (xxx). Ich war mit diesem mann xx Jahre! zusammen. Daß es sich um einen so gewaltigen Missbrauch handelt, habe ich wirklich erst realisiert, als sich meine eigenen Kinder vor etwa einem Jahr immer mehr von mir abgewendet haben. Sie haben angefangen, mich mit “seinen Worten” zu beschimpfen. Ich bin zu einem Anwalt gegangen, und wollte erzwingen, daß er aus meinem Haus auszieht.

    (… – wegen Identifizierbarkeit entfernt)

    ..mittlerweile rufe ich die Polizei nicht mehr an, weil ich angst habe, als Psychopath hingestellt zu werden…nur weil die Polizei die beiden nicht finden konnten. (…) Es ist zum heulen, weil man auch aufgrund unserer Gesetzeslage völlig machtlos und ausgeliefert ist

    • Liebe N.

      ich habe Ihren Kommentar gekürzt, da er viele Details enthielt, anhand derer Sie identifiziert werden können.

      Auch Ihnen möchte ich empfehlen, dass Sie sich in unserem Forum anmelden, um sich mit Frauen auszutauschen, die ähnliches erlebt haben/ erleben.

      Herzlich,
      Kerstin Zander

  29. Johanna Zenger

    Danke für diesen Artikel, bin selbst betroffene.

    Herzlichen Dank
    und liebe Grüße
    Johanna

  30. Maria

    Hallo,
    erst einmal vielen dank für diese Seite.
    Es hilft mir wirklich zu lesen, dass ich nicht schuldig bin und dass andere Ähnliches erlebt haben.
    Ich bin seit 1,5 Jahren in einer Beziehung (on und off) und es geht mit psychisch immer schlechter.
    Seit meiner Pubertät leide ich an einer Essstörung, konnte es aber 20 Jahre gut handhaben mit normalem Gewicht.
    Seitdem ich mit diesem Mann zusammen bin, wird alles immer schlimmer.
    Ich habe 10 Kilo abgenommen und schaffe es nicht mehr, mein Essverhalten zu regulieren.
    Angefangen hat es, dass er sich von mir viel Geld geliehen hat, es aber trotz Versprechungen nicht zurückgezahlt hat, auch wenn er
    Zahlungseingänge hatte. Zu der Zeit hat es bei mir teilweise nicht mehr für die Miete gereicht, er hat aber trotzdem Anschaffungen getätigt, die ich auch aussuchen sollte. Er sagt immer, dass es ihm so leid tut, aber er handelt nie. Er sagt, er hätte selber psychische Probleme gehabt und ja, dass es ihm leid tut, wie er sich verhalten hat. Ich muss aber immer nachfragen und dann gibt er mir das Gefühl materiell zu sein oder überhaupt was schlechtes zu tun, wenn ich ihn danach frage bzw. nach anderen Dingen, die für mich gerade wichtig sind.
    Ich bin übrigens katholisch und er unterstellt mir immer, ich hätte keine Moral- und Wertvorstellungen und keinen wahren Glauben und sei auch ungebildet. Das tut mir furchtbar weh.
    Es sind immer diese kleinen Stiche. Ich fühle mich so klein gemacht und erniedrigt, obwohl er immer sagt, dass er mich liebt und mit keiner anderen Frau zusammen sein möchte.
    Und ja, ich mag ihn auch und dafür hasse ich mich, weil er mir ja doch so wehgetan hat. Jetzt komme aus all dem Chaos nicht mehr raus.
    Ich war damals so verliebt und nun geht’s weder vor noch zurück. Ich würde so gern mal mit jemandem über all das reden.
    Kann mir vielleicht jemand schreiben?
    Mit vielen Grüßen und danke.
    Maria

    • Liebe Maria,

      auch Ihnen möchte ich vorschlagen, dass Sie sich für die Teilnahme an unserem Forum anmelden. Anmeldung und Nutzung sind kostenlos (heutzutage muss man das wohl dazu sagen). Wenn Sie dort Ihre Schilderung veröffentlichen, können Sie gewiss sein, zahlreiche Antworten von Frauen zu erhalten, die Ihre Lage verstehen, weil sie selber ähnliches erlebt haben.

      Herzliche Grüße,
      Kerstin Z.

  31. Unikehu

    habe diesen Artikel schon vor ein paar Jahren gefunden und trage ihn immer bei mir. Wenn es mal wieder ganz schlimm kommt hole ich ihn heraus und lese ihn. Das hilft, ist jämmerlich ich weiß aber ich kann mich nicht trennen. Nicht weil ich ihn noch liebe, das hat er gründlich zerstört. Er ist als hätte er den Artikel zu seinem Lebensmotto gemacht und ich bin dämlich in eine Falle getappt, dafür schäme ich mich. Ich habe einen tollen Job in einer tollen Firma und verdiene gut. Er hat mich ruiniert, kein Pfennig mehr da nur Schulden so viele dass ich manchmal nachts nicht schlafen kann. So viele Verpflichtungen die ich nicht alleine schaffe aber ohne all das kann ich meine Schulden nie zurückzahlen. Meine Familie verachtet ihn was es für mich nur schlimmer macht denn er lässt das natürlich an mir aus. Manchmal habe ich schon gedacht wie schön wäre es morgen einfach nicht mehr aufwachen zu müssen einfach nie mehr diese Erniedrigungen dies Abwertungen ertragen zu müssen. Nie mehr diese Gefühl zu haben immer für ihn da sein zu müssen mit meinen Pflichten aber immer alleine dazustehen und wenn ich mich dann gemeldet habe und um Hilfe gebeten habe dann kam immer: Frag doch deine faule Familie, die ist aber gar nicht faul–>er schon. Er ist katholisch und kann nicht mal das Vater Unser. Ich gehöre keiner Glaubensgemeinschaft an, aber Rücksicht auf Andere, Einfühlungsvermögen und die Dinge auch mal mit der anderen Brille sehen ist für mich selbstverständlich. Ständig muss ich mich zu Hause und in der Öffentlichkeit als Heide titulieren lassen. Zotige Witze über unser ( nicht mehr existierendes Sexualleben ) anhören vor allem wenn andere Männer dabei sind, ekelhaft. Ich habe noch keine Lösung und diese Situation hat mich so krank gemacht. Meine Essstörung an der ich schon als Kind gelitten habe hatte ich so schön im Griff, alles dahin. 25 kg Übergewicht etwas dass mich runterzieht, ich merke ich mag mich selbst nicht aber ich muss essen wenn es wieder mal wie auf heiterem Himmel ganz dick kommt. Und es kommt immer wenn ich mich nicht wehren kann, weil ich gleich zur Arbeit muss, oder ein wichtigen Termin habe, wenn eine wichtige Arbeit erledigt werden muss, oder wenn ich dringend mal Schlaf brauche. Dann kommt seine große Stunde. Ich versuche ruhig zu bleiben und schaffe das fast immer mittlerweile aber innerlich liege ich am Boden, bin wieder mal belehrt worden wie blöd und dämlich ich bin. Mann sich nicht auf mich verlassen kann, ihm seine Frage die er mir schon 100 mal gestellt hat nicht beantworten kann, seine Forderungen die er mir auch schon zig mal erklärt hat immer noch nicht nachgekommen bin. Mein Können wird immer wieder abgewertet, er verlangt dinge die mit meinem Job überhaupt nichts zu tune haben und kommentiert es dann mit. Na ja wenn du das nicht kannst frage ich mich was du da in deiner Firma da so zustande bringst. Ich könnte 100 Seiten schrieben, dabei wollte ich nur sagen der Artikel hat mir schon über viele sehr schlimme Nächte geholfen und ich hoffe ich werde die Trennung noch erleben und finanziell überleben. Eine neue Beziehung kommt für mich NIE wieder in Betracht wenn ich lese wie viele Betroffene hier schreiben hätte ich zu viel Angst nochmal in eine solche Falle zu schlittern dann lieber allein. Danke fürs zu hören. Allen anderen alles Gute. Unikehu

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