Häusliche Gewalt: drauf- statt weggeschaut

Häusliche Gewalt ist weit (bzw. weniger) als Schläge und blaue Flecken.

… und wird außerdem nicht von Häusern ausgeübt, sondern von Menschen. Und zwar genau von denjenigen, die Dir am nächsten stehen und denen Du am meisten vertrauen können solltest.

„Häusliche Gewalt? So etwas würde ich mir nie bieten lassen!“ 

„da wäre ich aber sofort weg!“ 

… sind typische Aussagen Außenstehender.

„Niemals hätte ich gedacht, dass mir so etwas jemals passieren könnte!“

… sagt nahezu jede Frau, die Gewalt durch ihren Partner erlebt. Weil Sie einst das gleiche sagte, wie andere Außenstehende.

Wie kann es sein, dass eine von vier Frauen in ihrem Leben Opfer von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner wird, wenn doch nahezu jede Frau felsenfest davon überzeugt ist, dass ihnen „so etwas niemals unterkommen“ würde?

Unsere Antwort: Mangelndes Wissen über das, was „häusliche Gewalt“ genannt wird und unkritische Übernahme der durch die Medien verbreiteten Annahmen über Gewalt in Beziehungen.

 

Wissenslücken schließen: Häusliche Gewalt neu überdacht

Hinweis: Fast alle auf dieser Website veröffentlichen Texte richten sich direkt an Frauen, die in Ihrer Beziehung Gewalt in verschiedenen Formen erleben.

Allgemeine Texte über Gewalt in Paarbeziehungen

Der Umstand, nicht geschlagen zu werden, bedeutet nicht, dass man keine Gewalt erlebt. Vielmehr ist körperliche Gewalt die einzige von sechs verschiedenen Gewaltformen, die meist offensichtlich als Gewalt identifizierbar ist. Sichtbar sind nur die Folgen der Gewalt, an denen die Betroffene sich meist selbst die Schuld gibt.

Häusliche Gewalt? Damit verbinden die meisten Menschen das, was auch die Medien zeigen: Schläge und verprügelte Frauen. Dass weiterhin jede vierte Frau im Lebensverlauf körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Partner oder ex-Partner erfährt, ließe sich vielleicht ändern, wenn mehr Menschen mehr über das Thema wüssten. Zum Beispiel über psychische Gewalt, die mindestens genauso folgenschwer ist, wie körperliche. Und dieser auch immer vorausgeht.

Angehörige, Verwandte oder KollegInnen, die einer Betroffenen helfen möchten, finden in diesem Artikel eine Reihe von „do’s and don’ts“, Literaturvorschläge, eine verlinkte Broschüre, die sich an Unterstützerinnen richtet, und zahlreiche Empfehlungen und Tips, um die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich und nachhaltig zu unterstützen, zu erhöhen. 

Viele in einer Gewaltbeziehung lebenden Frauen sind sich des Umstands, dass ihnen Gewalt angetan wird, nicht bewusst. Das richtige Buch im richtigen Moment kann erschreckende Klarheit liefern, – und Kraft mobilisieren, der Ohnmacht und dem Ausgeliefertsein zu entkommen. Dieser Artikel ist eine Zusammenstellung der in unserem Forum am häufigsten empfohlenen Bücher.

Gewaltbeziehungen genauer betrachtet

Trotz Misshandlung und Gewalt: der Gedanke an Trennung löst oft panische Angst aus. Betroffene schämen sich und/oder werden dafür beschämt, „trotz Gewalt so abhängig zu sein“. Denkfehler: die Abhängigkeit von einem Misshandler ist nicht „trotz dessen Gewalt“ immens, sondern aufgrund der Gewalt. Denn die hat mittelbar auch zur Folge, dass die Vorstellung einer Trennung die Betroffene in einen Zustand panischer Angst versetzt, der klares Denken unmöglich macht.

Tauschen Betroffene sich aus, sind sie meist verblüfft, ob der Ähnlichkeit ihres Beziehungsalltags. Diese wird nachvollziehbar sobald erkannt wird, dass die Ursachen von Beziehungsgewalt die Ansichten, Beziehungs- und Rollenvorstellungen ihrer „Partner“ sind. Denn diese sind oft nahezu deckungsgleich.

Betroffene Frauen leiden (selbst noch nach der Trennung) oft unter quälenden Zweifeln, ob sie wirklich Gewalt erleb(t)en und in einer Misshandlungsbeziehung leb(t)en. Sogar Frauen, die schwer körperlich und sexuell misshandelt wurden. Diese Selbsterkundungsübung aus dem Buch „Neu anfangen nach einer Misshandlungsbeziehung“ hilft, die eigene Beziehung besser einordnen zu können.

Hintergrund häuslicher Gewalt ist Macht. Ansinnen des Täters: komplette Kontrolle über die Partnerin, die er als seinen Besitz sieht. Verhält diese sich entgegen seiner Vorstellungen und Erwartungen, folgt Gewalt als Sanktion und Erziehungsmaßnahme.

Eine Gewaltbeziehung kann keine Partnerschaft sein, da Gleichberechtigung und Augenhöhe Konzepte sind, die im Weltbild des „Partners“ keinen Platz haben. Dass es in seiner Welt nur oben und unten geben kann, verrät er ihr nicht. Sondern sorgt dafür, dass sukzessive ein Machtungleichgewicht zu seinen Gunsten entsteht.

Was viele Gewaltbeziehungen gemeinsam haben: sie beginnen als hyperlative größte Liebe. Die Intensität der ersten Wochen und Monate ist verhängnisvoll und verstrickend. Dieser Artikel beschreibt den typischen Verlauf der rasanten Anbahnung einer Gewaltbeziehung. Denn das Verhalten des vermeintlichen Traummanns enthält sehr viel Strategie.

Gesichter der Gewalt: Formen häuslicher Gewalt

Der Umstand, nicht geschlagen zu werden, bedeutet nicht, dass man keine Gewalt erlebt. Vielmehr ist körperliche Gewalt die einzige von sechs verschiedenen Gewaltformen, die meist offensichtlich als Gewalt identifizierbar ist. Sichtbar sind nur die Folgen der Gewalt, an denen die Betroffene sich meist selbst die Schuld gibt.

Psychische Gewalt ist der Schlüssel zum Verständnis von Gewaltbeziehungen und zur Beantwortung oft gestellter Fragen: Warum lässt sie sich all das bieten? Wieso verlässt sie ihn nicht? Warum dauert es so lange, sich von einer Gewaltbeziehung zu „erholen“? Und wieso soll Gewalt schwer zu erkennen sein?

„Er will jede freie Minute mit mir verbringen“, mag zunächst ebenso schmeicheln wie „ein bisschen Eifersucht“. In Gewaltbeziehungen entwickelt sich daraus allerdings ein System erstickender Herrschaft und Kontrolle, dessen Zweck es ist, Dich von anderen Menschen abzuschirmen. Insbesondere von denen, die Dir helfen könnten, zu erkennen, was passiert.

Sich dem Menschen hinzugeben, der sie im Alltag schikaniert und gängelt: Aus Angst vor den Sanktionen zwingen sich Betroffene zur Erfüllung der sexuellen Ansprüche des „Partners“. Denn der Preis eines sich-verweigerns wäre zu hoch. Doch das allein reicht meist nicht aus.

Psychische und verbale Gewalt

Psychische Gewalt ist der Schlüssel zum Verständnis von Gewaltbeziehungen und zur Beantwortung oft gestellter Fragen: Warum lässt sie sich all das bieten? Wieso verlässt sie ihn nicht? Warum dauert es so lange, sich von einer Gewaltbeziehung zu „erholen“? Und wieso soll Gewalt schwer zu erkennen sein?

Abschrift einer Selbsterkundungsübung aus dem Buch „Neu anfangen nach einer Misshandlungsbeziehung“. Deren Absicht: Überlebenden einen Eindruck vermitteln, wie tiefgreifend die Folgen und Auswirkungen der durch den „Partner“ ausgeübten psychischen Gewalt ist. Lesenswert auch für Nicht-Betroffene!

Psychische Gewalt ist weit mehr als Wutausbrüche, Geschrei und Beleidigungen. Sie erfolgt meist verdeckt, oft doppeldeutig. Dieser Artikel zeigt anhand von Beispielen zahlreiche Formen psychischer Misshandlung auf: Respektlosigkeit, Unhöflichkeit, Herablassung, Bevormundung, ständige Kritik, Verurteilung, beleidigende „Witze“, Lügen, „Vergessen“, Vertrauensbrüche, Fallen und Verzerrungen der Vergangenheit.

Wutausbrüche, die sich über der Betroffenen entladen, sind nur eine von zahlreichen Formen verbaler Gewalt. Da sie fast stets gegen die Partnerin gerichtet sind, wird sie alles in ihrer Macht stehende versuchen, damit der „Partner“ nicht wütend wird. – Doch Täter misshandeln nicht, weil sie wütend sind; ihre Wut ist Resultat ihrer Haltungen und Ansichten, aufgrund derer sie Täter sind.

Auswirkungen und Folgen von Beziehungsgewalt

Abschrift einer Selbsterkundungsübung aus dem Buch „Neu anfangen nach einer Misshandlungsbeziehung“. Deren Absicht: Überlebenden einen Eindruck vermitteln, wie tiefgreifend die Folgen und Auswirkungen der durch den „Partner“ ausgeübten psychischen Gewalt ist. Lesenswert auch für Nicht-Betroffene!

Ausstieg aus Gewaltbeziehungen

Auf die quälende Frage „Warum trennst Du Dich nicht einfach?“ gibt es eine schmerzliche Antwort: Weil ich es noch nicht wollen kann. Die Abhängigkeit der Opfer gehört ebenso zur Systematik von Gewaltbeziehungen wie der Umstand, dass Gewalt über lange Zeit im Verborgenen ausgeübt wird.

Trotz Misshandlung und Gewalt: der Gedanke an Trennung löst oft panische Angst aus. Betroffene schämen sich und/oder werden dafür beschämt, „trotz Gewalt so abhängig zu sein“. Denkfehler: die Abhängigkeit von einem Misshandler ist nicht „trotz dessen Gewalt“ immens, sondern aufgrund der Gewalt. Denn die hat mittelbar auch zur Folge, dass die Vorstellung einer Trennung die Betroffene in einen Zustand panischer Angst versetzt, der klares Denken unmöglich macht.

Der Partner übt Gewalt aus. Er sagt, er wolle sich ändern. Kann er das? Kann eine Gewaltbeziehung gewaltfrei werden? Die tiefgreifenden Veränderungen in Denken, Erwartungen und Haltungen werden anhand einer kleinen Geschichte erläutert. Wie würde Ihr „Partner“ abschneiden?

Die Vorstellung, dass er bei einer Anderen wieder der Mann wird und BLEIBT, in den Du Dich verliebst hast, ist für misshandelte Frauen werden, so unerträglich, dass eine Trennung nicht in Frage kommt. Dieser Brief an eine unbekannte Nachfolgerin wirft ein anderes Licht auf das Szenario.

Leben in einer Gewaltbeziehung bedeutet, ständig angespannt und auf der Hut zu sein. Es gibt keine Möglichkeit, sich verlässlich vor Gewalt zu schützen. Dieses Ausgeliefert-Sein wirkt nach und ist gleichzeitig nur einer von zahlreichen Faktoren, mit denen Überlebenden in „der Zeit danach“ zu kämpfen haben. Denn nach der Trennung ist vor der langsamen Genesung.

Was viele Gewaltbeziehungen gemeinsam haben: sie beginnen als hyperlative größte Liebe. Die Intensität der ersten Wochen und Monate ist verhängnisvoll und verstrickend. Dieser Artikel beschreibt den typischen Verlauf der rasanten Anbahnung einer Gewaltbeziehung. Denn das Verhalten des vermeintlichen Traummanns enthält sehr viel Strategie.

Weitere Ressourcen

re-empowerment e.V. ist Mitglied im Bundesverband Frauenberatungsstellen und Notrufe. Auf der Website des BFF finden Betroffene und Angehörige einen Fundus an Wissen und Broschüren in mehreren Sprachen.