• Bücher über Gewalt, Grausamkeit und Misshandlung in der Beziehung

Misshandlung in Beziehungen: Bücher

Bücher: psychische Gewalt, verbale Gewalt, körperliche Gewalt, Misshandlung

Im re-empowerment Forum, unserer Austausch-Plattform für betroffene Frauen, werden regelmäßig Bücher vorgestellt, empfohlen und teilweise auch untereinander verliehen. Die in diesem Text vorgestellten Bücher sind die am häufigsten genannten.

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Bücher für Frauen die in ihrer Partnerschaft Gewalt und/oder Misshandlung erleben

Bücher über Gewalt, Grausamkeit und Misshandlung in der Beziehung

Bücher helfen, Worte für das eigene Leid zu finden
Bild: laszekglasner | depositphotos.com

 

Worte, die wie Schläge sind (The verbally abusive relationship)

Patricia Evans

 

Klappentext

Ist Ihnen das auch schon mal passiert? Sie stehen vor dem Mann, den Sie lieben und denken: Warum ist er nur so böse, so gemein und verletzend zu mir? Seine Worte sind wie Schläge, sie tun weh, treffen völlig unerwartet und verwunden Sie im Innersten.Patricia Evans nennt dieses Verhalten des Mannes „verbale Misshandlung“. In ihrem Buch beschreibt sie, woran eine Frau erkennen kann, ob sie tatsächlich verbal misshandelt wird, und zeigt, wie sie sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen kann.

 

Masken der Niedertracht. Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann.

Marie-France Hirigoyen

 

Es ist schwer, sich gegen eine Gewalt zu wehren, die weder greifbar noch beweisbar ist und die doch verletzt. Seelische Gewalt erniedrigt, nimmt die Selbstachtung, macht hilflos. Den Tätern dient sie dazu, ihr eigenes Ego zu erhöhen und ihre Gier nach Anerkennung und Bewunderung zu befriedigen. An zahlreichen Beispielen zeigt Marie-France Hirigoyen, wie verbreitet seelische Gewalt in Beziehungen, in der Familie, am Arbeitsplatz ist, ja wie unsere gesamte Gesellschaft von dieser pervertierten Form des Umgangs durchdrungen ist. Indem sie das Thema bewusst macht, ermutigt sie die Opfer, ihrer Wahrnehmung zu trauen und sich zur Wehr zu setzen.

 

Warum tust Du mir das an – Gewalt in der Partnerschaft

Marie-France Hirigoyen

 

Gewalt in Partnerschaften ist ein tabuisiertes Thema. In diesem Buch sprechen die Opfer – vorwiegend Frauen – über ihre Erfahrungen, begleitet von der Psychotherapeutin Marie-France Hirigoyen, die den Betroffenen Hilfestellung gibt:

  • Wie kann man sich eingestehen, was einem widerfährt, wie kann man aus dieser schwierigen Situation einen Ausweg finden und Hilfe von außen erhalten?
  • Wie erkennt man in Partnerschaften die Gefahren, zum Opfer gemacht zu werden, wie kann man sich vor der Spirale der Erniedrigungen schützen?

Nach ihrem großen Bucherfolg Die Masken der Niedertracht beleuchtet Marie-France Hirigoyen ein Thema, das gern verschwiegen wird: die Gewalt in Partnerschaften.

  • Wie kann es überhaupt zu Gewalt und Erniedrigung in Partnerschaften kommen?
  • Welche emotionalen Voraussetzungen bringen Männer und Frauen mit, um Opfer oder Täter zu werden?
  • Wie beschreiben Frauen – und seltener Männer – ihre Lage, ihre Gefühle, und warum ist es so schwer, sich aus Partnerschaften zu lösen, die Respekt und Anerkennung vermissen lassen?

Dieses Buch bietet Betroffenen Hilfestellung, sich mit ihrer Lage auseinanderzusetzen, wenn nötig von außen Unterstützung zu holen und die Folgen zu bewältigen. Die zahlreichen Fallbeispiele zeigen deutlich, wie schleichend sich Gewaltverhältnisse anbahnen, wie harmlos und spaßig Gemeinheiten verkleidet werden können. Und dass die seelischen Verletzungen oft noch schlimmer sind als die Folgen der körperlichen Misshandlung.

 

Und das soll Liebe sein? Geschichte einer bedrohlichen Beziehung

Rosalind B. Penfold Von der Autorin:

Wie lange dauert es, bis eine Frau begreift, dass sie in einer zerstörerischen Beziehung lebt? »Ich habe mich instinktiv dem Zeichnen zugewendet, weil ich nicht fassen konnte, was mit mir geschah. Ich musste es schwarz auf weiß vor mir sehen. Diese Illustrationen, die mir Distanz gaben, wirken ironischerweise auf andere wie Großaufnahmen. Sie erwiesen sich als viel persönlicher, als Worte je hätten sein können. Die Welt ist voller Menschen wie mich, ich bin nur eine unter vielen. « Rosalind B. Penfold auf die Frage, warum dieses Buch entstanden ist. Einfühlsam und klarsichtig zeigt dieses Buch, was Frauen dazu verleitet, sich im Namen der Liebe selbst zu verleugnen.

 

 

Unsere Amazon-Rezension:

Das Buch – eigentlich ist es eher ein Comic – liest sich problemlos binnen 60 bis 90 Minuten durch. Ich las es drei Mal hintereinander, und entdeckte bei jedem Durchgang mehr Details und immer wieder neue Parallelen zu dem typischen Erleben in einer missbräuchlichen Beziehung.

„Und das soll Liebe sein?“ eignet sich sowohl für akut Betroffene zum Erkennen, Thematisieren (und hoffentlich zum Beenden) der Gewalt (durch Trennung), als auch für „länger Getrennte“, die ihre Erlebnisse verarbeiten möchten. Diesen kann das Buch einen unmittelbaren Zugang zu ihren mit dem Gewalterleben verbundenen Gefühlen eröffnen. Selbstverständlich gibt es viele andere gute Bücher zu dem Thema, die die Dynamiken und Mechanismen anschaulich, nachvollziehbar und umfassend erklären, oft bleibt im Rahmen der rein verbal-theoretischen Auseinandersetzung mit derartiger Literatur aber das Fühlen auf der Strecke, das Trauma wird nicht ge-/erlöst.

Vielen von Partnerschaftsgewalt betroffenen Menschen fällt es schwer, ihrem Umfeld zu vermitteln, was sie erlebt haben, eine Bezugnahme auf theoretische und störungsorientierte Inhalte und/oder Bücher ist in diesem Zusammenhang oft kontraproduktiv, da insbesondere die Mechanismen psychischer Gewalt für Menschen, die derartiges nicht am eigenen Leibe erfahren haben, kaum zu begreifen sind. Die Zeichnungen von Rosalind B. Penfold jedoch ermöglichen auch Außenstehenden nachzuvollziehen, was eine Betroffene erlebt und erlitten hat; – und warum sie eben nicht „einfach gehen konnte“.

Fazit: dieses Buch ist von Partnerschaftsgewalt akut und ehemalig Betroffenen und ihren Angehörigen eindringlich zu empfehlen, obgleich die Inhalte für die ehemaligen Opfer sehr aufwühlend sein werden.

 

Neu anfangen – nach einer Misshandlungsbeziehung

Meg Kennedy Dugan, Roger R. Hock

Die Schwierigkeiten von Misshandlungsopfern sind nicht gelöst, sobald sie einen Weg aus der Beziehung gefunden haben. Leider ist der Albtraum mit der Trennung nicht zu Ende – sie ist erst der Beginn einer schwierigen und herausfordernden Reise, an deren Ziel Heilung und eine neue Zufriedenheit stehen.«Neu anfangen nach einer Misshandlungsbeziehung» bietet Lesern sinnvolle Strategien zur Stärkung für den notwendigen Neuanfang. Es vermittelt Einsichten, die Überlebende von emotionalen oder verbalen Misshandlungsbeziehungen und häuslicher Gewalt benötigen, um sich zu heilen, ihr eigenes Leben zu finden und neues Vertrauen zu sich selbst und in ihre Mitmenschen zu entwickeln.

Verständlich geschrieben, vermittelt das Buch klare Übungen zur Selbsterkundung auf dem Weg zur Heilung. Zudem wird gezeigt, wie wichtig die persönliche Sicherheit für den Erholungsprozess ist und wie sie sich erhöhen lässt. Aktuelle Kontaktadressen und Informationen über Opferschutzorganisationen runden den Text ab.

 

 

Unsere Amazon-Rezension:

(…) Dieses Buch ist weniger ein Buch zum „von Deckel zu Deckel durchlesen“, vielmehr ist es ein Arbeitsbuch, das die Betroffene Kapitel für Kapitel durcharbeiten kann – und sollte, diese Arbeit ist lohnenswert und beschert einen tieferen Erkenntnisgewinn als bloßes Lesen.

Die Betroffene erfährt die dringend notwendige Validierung ihrer Wahrnehmung und wird quasi Schritt für Schritt durch die Entwirrung des durch die Misshandlungsbeziehung oft fast zerstörten Lebens begleitet. Abhängig von der/den individuellen Situation/Umständen können einzelne Kapitel und deren (Selbsterkundungs-)Übungen übersprungen werden.Obgleich die Ansprache (siezen) zunächst evtl. ungewöhnlich ist, entsteht beim Lesen oft das Gefühl, man säße einer kundigen, empathischen Psychotherapeutin gegenüber, die die eigene Lage und das eigenes Fühlen und Erleben spiegelt. Die Autoren regen zu Recht dazu an, einzelne Kapitel nach einigen Monaten zu wiederholen.

Zwar kann kein Buch die nach einer Misshandlungsbeziehung fast immer benötigte (oft aber schlichtweg nicht verfügbare) professionelle Unterstützung ersetzen, dennoch ist dies ein hilfreicher Leitfaden durch den gesamten, langen Weg der Aufarbeitung einer Partnerschaft, die von Macht, Gewalt und Misshandlung geprägt wurde.

Im Register sind Beratungsangebote und Kontaktadressen in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeführt.
 

Ausgesprochen Wortgewaltig

Sam M. Lindner

Aus unserer Amazon-Rezension:

Ausgesprochen wortgewaltig, d.h. unbeschönt, schnörkellos und unter Verzicht auf psychologisches Fachvokabular und klinische Diagnosen schildert Sam M. Lindner die Lebensrealität von Frauen, die von ihren „Partnern“ im Verlauf sukzessiver und konstant massiver werdender Grenzüberschreitungen verbal misshandelt und gequält werden.

Das konkrete Erleben der Opfer wird sowohl anhand verschiedener Fallbespiele als auch anhand der Strategien unterschiedlicher Arten von Verbaltätern beschrieben. Die Konkretheit der Schilderungen und die Untermalung mit typischen Zitaten ermöglichen der betroffenen Leserin, Parallelen zu ihrem eigenen Leben und Erleben zu ziehen.

Die Autorin beschreibt auch, warum und wie viele betroffene Frauen ihr Erleben vor anderen Menschen zu verstecken zu versuchen.In dem Kapitel „Das Gefühlschaos der betroffenen Frauen“ werden die unterschiedlichen – und nahezu typischen – von den Betroffenen durchlaufenen Phasen/Gefühlsstadien Schritt für Schritt nachvollziehbar dargestellt. Hierbei zeigt Sam M. Lindner eindeutig und mit klaren Worten die sukzessiv zunehmende Verzerrung der Wahrnehmung der Opfer auf.

Den letzten Teil des Buches bilden konkrete Reflexionsaufgaben, die dabei helfen, sich die eigene Lebenssituation klar und aus einer neuen Perspektive vor Augen zu führen; – und (hoffentlich) zum Handeln bewegen, d.h. zum Ausstieg aus einer „Partnerschaft“, die von verbaler Gewalt dominiert wird. Auf potentielle „Ausreden“, d.h. Gründe, die Betroffene meist von der notwendigen Trennung abhalten, wird in einem vorangehenden Kapitel eingegangen.

Das Buch ist insbesondere geeignet für Betroffene, die in einer derartigen „Beziehung“ leben und (noch) mit niemanden darüber sprechen (können/konnten). Hierbei wendet Sam M. Lindner einen zunächst ungewöhnlichen Stil an: es liest sich weniger als ein typisches Sachbuch, sondern vielmehr wie Auszüge aus einem eindringlichen Gespräch zwischen einer in diesem Thema erfahrenen Frau und ihrer betroffenen Freundin.

„Ausgesprochen wortgewaltig!“ ist ebenfalls für Angehörige geeignet, da es einen klaren Einblick in die Lebenswelt der Betroffenen bietet und v.a. auch die Auswirkungen verbaler Partnerschaftsgewalt auf die Wahrnehmung und Gefühle der Opfer schildert.

borderline brach herz

Szomoru, S

Kurzbeschreibung:

„borderline brach herz“ richtet sich an Partnerinnen und Partner von Borderline-Persönlichkeiten, die den Wunsch haben, ihre Beziehung zu beenden oder sich bereits getrennt haben und unter dem Schmerz des Auseinandergehens leiden. Das Buch hat das Ziel die Trennungsverarbeitung zu erleichtern.

Im Vergleich zu den Problemen, die schon eine „normale“ Trennung mit sich bringt, ist der Abschied von einer Borderline-Beziehung um ein Vielfaches schwieriger, da die Betroffenen nicht selten traumatisiert aus der Beziehung gehen. Dieser Ratgeber dient dazu, die vergangene Beziehung zu einer Borderline-Partnerin/zu einem Borderline-Partner leichter aufzuarbeiten und bietet einen allgemeinen Überblick zu der Persönlichkeitsstörung, Trost und nützliche Tipps.

Besonders hilfreich sind mehrere Fallbeispiele aus der Sicht von Betroffenen, die viele interessante Gemeinsamkeiten aufweisen. Im Mittelpunkt steht das Ziel, den außergewöhnlichen Trennungsschmerz zu lindern, um wieder frei und unbelastet das eigene Leben in die Hand zu nehmen.
 

Hinweis: das Buch ist zwar an Partnerinnen von Personen mit einer Borderline-Störung adressiert, es ist aber ein lesenswertes Buch für alle, die verstehen möchten, warum es so schwer ist, sich von einem Menschen, von dem man so behandelt wird, wie auf diesen Seiten beschrieben, zu trennen. Und auch, warum es nach der Trennung so schwer ist, loszulassen und „darüber hinweg zu kommen“.

 

The Leftlovers

Ibanez, P.

 

The Leftlovers: ein Fotobuch von Pere Ibanez. Wirken die Bilder auf den ersten Blick auf manche Beobachterin wie eine Horror-Inszenierung, wird schnell klar, dass das Erleben der gezeigten Konstellationen eine Realität wiedergibt, gegen die die künstliche Welt von Horror- und SciFi-Filmen verblassen. Eine kleine Auswahl an Bildern kann – soundgestützt – Galerie von Pere Ibanez betrachtet werden.

 

Living with the Dominator

Pat Craven

Ein weiteres Must-Have zum „Erkennen und Trennen“, das durch Realitätsnähe, Anschaulichkeit und Verzicht auf klinische Theorie besticht.

 

Die dunkle Seite der Liebe

Susan Forward

 

Warum nur ist es so schwer, einen missbräuchlichen Partner loszulassen? Der amerikanische Originaltitel bringt es auf den Punkt: „When it hurts too much to let go!“

 

Emotionale Erpressung. Wenn andere mit Gefühlen drohen

Susan Forward

 

Die Sprüche sind bekannt: „Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du…..“ Oder — schlimmer — der Partner/die Partnerin zieht sich schmollend zurück; und das über Tage. Das ist unerträglich. Das ist emotionale Erpressung.

 

Verratene Liebe. Frauen durchschauen die Lügen der Männer. „When your lover is a liar“

Susan Forward

 

Wie kann eine Frau lernen, mit dem Schock und dem Verlust ihres Selbstwertgefühls umzugehen, wenn der Partner, dem sie vertraut hat, sie belügt und betrügt? Anhand exemplarischer Lebensgeschichten zeigt Susan Forward, welche Lügner- und Betrüger-Typen es gibt und welche Strategien Frauen entwickeln können, sie zu erkennen und rechzeitig zu handeln. Ein absolutes Musthave von der Autorin Susan Forward, die sich auf missbräuchliche Beziehungen spezialisiert hat.

Zitat aus dem Buch: „Eine Beziehung mit einem Soziopathen zu führen, ist unmöglich. Jeder, der etwas anderes behauptet, weiß entweder nicht, wovon er spricht – oder er lügt.“

 

Liebe als Leid. Warum Männer ihre Frauen hassen und Frauen gerade diese Männer lieben

Susan Forward

 

Susan Forward, spezialisiert auf missbräuchliche Interaktionen zwischen Mann und Frau, erklärt, warum sich Frauen zu Männern hingezogen fühlen, die Frauenhasser sind. Einer der Gründe ist dafür die mangelnde Selbstachtung der Frauen, oft wurden sie in ihrer Kindheit schon nicht als Mensch von den Eltern geachtet, beachtet, gewürdigt. Diese Frauen fühlen sich als Frau minderwertig.

 

Manipulation in der Liebe. Wie Sie sie erkennen und sich vor ihr schützen

Isabelle Nazare-Aga

 

Was tun, wenn man nach der ersten Phase des Verliebtseins wieder auf der Erde landet und feststellt, dass einen der Mensch, den man liebt, manipuliert? Dass er uns alle Energie raubt und in ungesunde Machtspiele hineinzieht? Eigentlich sollte man jetzt die Beine unter die Arme nehmen – doch leider ist es nicht so einfach, sich von einem manipulativen Menschen zu befreien. In diesem Buch erfährt der Leser, woran man solche Menschen erkennt und wie man sich vor solchem Verhalten schützt. Damit Sie nicht mehr an den falschen geraten!

 

Wege aus der Angst – Gewalt gegen Frauen: Ursachen, Folgen, Therapie

Ingrid Olbricht

 

Dieses Buch, verfasst von einer ausgewiesenen Expertin mit langjähriger Therapieerfahrung, widmet sich den Frauen, die, als Traumaopfer, massiv unter den seelischen und körperlichen Folgen von Gewalt leiden. Ein wichtiges Grundlagenwerk über die Folgen, Hilfs- und Therapiemöglichkeiten für Betroffene und ihre Angehörigen sowie für Ärzte, Psycho- und Sozialtherapeuten.

 

Gewalt in der Partnerschaft: Ursachen – Auswege – Hilfe

Andrea Buskotte

 

Tabu-Thema häusliche Gewalt: Was Betroffene tun können. Ursachen und Folgen, Rechte, Schutz- und Hilfsangebote, viele Fallbeispiele, umfassender Adressteil.

Es passiert täglich und überall, aber nur selten wird darüber gesprochen: Gewalt in der Partnerschaft. Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich zwischen 100 000 und einer Million Frauen Opfer häuslicher Gewalt werden. Die Folgen sind gravierend – für die Betroffenen selbst wie auch für ihre Kinder.

  • Warum fällt es Frauen so schwer, den gewalttätigen Partner zu verlassen?
  • Wie kann man als Nachbar, Freundin oder Lehrer helfen?
  • Welche Rechte haben die Opfer?
  • Was können sie tun, um sich aus dem Teufelskreis der Gewalt zu befreien?

Andrea Buskotte ermutigt dazu, das Schweigen zu brechen und Unterstützung zu suchen. Mit konkreten Hinweisen und Tipps hilft dieses Buch, Auswege aus der Gewalt zu finden.

 

Wenn die Liebe zur Hölle wird. Eine zerstörerische Beziehung erkennen und ihr entkommen

Ruth Morgan Raffaeli

 

Für alle die noch in einer Beziehung mit einem Partner stecken, der gewaltbereit ist. Und für alle, die Gewaltbereitschaft früh erkennen lernen möchten. Die Autorin gibt Verhaltens-Tipps für Frauen, die isoliert sind. Sie gibt Möglichkeiten, positive Glaubenssätze gegen die abwertende Stimme des Partners zu setzen, Entspannungs- und Selbststärkungstechniken, zeigt Hilfemöglichkeiten auf und macht Mut.

 

Kinder legen Zeugnis ab

Philomena Strasser

Die Autorin Philomena Strasser nähert sich dem Thema „Gewalt gegen Frauen“ aus einer neuen, bisher weitgehend ignorierten Perspektive: Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen steht das Leiden der Kinder unter einer gewalttätigen Dynamik innerhalb der Familie, ihre seelischen und auch körperlichen Traumatisierungen durch Gewalt gegen ihre Mütter. Mit Blick auf die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe patriarchaler Familiengewalt und bürgerlicher Familienideologie plädiert die Autorin dafür, familiäre Gewalt gegen Frauen und Kinder gesellschaftlich ernster zu nehmen, und insbesondere die problematische Rolle hilfloser Kinder und Jugendlicher zu beachten.

 

 

Vergiftete Kindheit. Vom Mißbrauch elterlicher Macht und seinen Folgen

Susan Forward

 

Oft hat sich in der missbräuchlichen Folie-à-deux etwas wiederholt, was von den Mustern her bereits in der Kindheit der Frau stattgefunden hat. Um aus diesem Muster auszubrechen, empfiehlt sich die Lektüre dieses Buches

 

„Verbal Abuse – Survivors Speak Out“

Patricia Evans

 

Ein weiteres Buch von Patricia zu dem Thema Verbaler Missbrauch, Nachfolger zu „Worte die wie Schläge sind“

 

Controlling People: How to Recognize, Understand, and Deal with People Who Try to Control You

~ Patricia Evans

 

The Verbally Abusive Man: Can He Change?: A Woman’s Guide to Deciding Whether to Stay or Go

Patricia Evans

 

Wenn Frauen zu sehr lieben

Robin Norwood

zu sehr zu lieben bedeutet:

  • sich für einen Menschen bis zur Selbstaufgabe verzehren
  • diese Besessenheit mit Liebe gleichsetzen,
  • zulassen das die eigenen Gefühle und einen Großteil des Verhaltens bestimmt,
  • erkennen, dass sie sich auf die eigene körperliche und seelische Gesundheit negativ auswirkt,
  • und trotzdem nicht loslassen können.

Wege aus der Abhängigkeit – Destruktive Beziehungen überwinden

H.-P. Röhr

 

Kurzbeschreibung:
»Ich kann nicht nein sagen; ich kann nicht alleine sein; wenn ich in einer Beziehung lebe, ist es, als ob meine eigene Welt verschwindet« – so beschreiben Betroffene Beziehungsmuster krankhafter Abhängigkeit.

Wie kommt es zu dieser Persönlichkeitsstörung, die wesentlich weiter verbreitet ist als selbst Experten bisher annahmen und oft zu Suchtverhalten, psychosomatischen Erkrankungen oder Depressionen führt?

Anhand des Grimmschen Märchens »Die Gänsemagd« zeigt Heinz-Peter Röhr, wie krankhafte Abhängigkeit entsteht und welche charakteristischen Formen und Spielarten sie annehmen kann. Einfühlsam erklärt er, wie gerade emotionaler Missbrauch in der Familie – im Märchen die Fixierung der Mutter auf die schöne Tochter – zur massiven Schädigung des Selbstwertgefühls führt. Dass und wie Befreiung daraus dennoch gelingen kann, führt der Autor am Entwicklungsweg der Königstochter auf eindrückliche Weise vor.

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  • Die Große Liebe wird zum Käfig

Wenn die Große Liebe zum Alptraum wird

Aber er ist meine Große Liebe: Hoffnung sticht Leid

Spricht man mit Außenstehenden über Partnerschaftsgewalt lautet die erste Frage fast immer „warum trennt sie sich nicht?“. Ein Teil der Antwort findet sich in der Anfangszeit der Beziehung. Partnerschaftsgewalt beginnt nicht mit Schlägen, sondern mit Liebe.

Sprechen Betroffene miteinander, fragen sie sich oft verblüfft: „waren wir mit dem gleichen Mann zusammen?“, „haben die alle das gleiche Handbuch gelesen?“. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit hinsichtlich Alter, Beruf, Bildungsstand und Umfeld, weist das Beziehungsverhalten dieser Männer erschreckende Parallelen auf, oft bis hin zum Wortlaut. Sie fangen dort an, wo auch das Märtyrium der Partnerin beginnt: die Illusion der Großen Liebe. „Hollywoodreif„, „er war der Mann meiner Träume„, perfekt, „alles was ich mir je gewünscht habe und mehr„, „Seelenverwandtschaft„. Sie wurden „wie eine Göttin behandelt„, „auf Händen getragen„. Angesteckt durch das „Ausmalen einer gemeinsamen Zukunft„, stiegen sie ein in eine Gefühlsachterbahn, „vollkommen überwältigt, es war alles unglaublich intensiv„.

Sie erlebten eine nie gekannte Vertrautheit. Schnell wird von Liebe gesprochen, von einem „wir“, man tritt als Paar auf, sie wird Freunden und Familie als neue Partnerin präsentiert, er will ihre Kinder kennenlernen, und möglichst schnell mit ihr zusammenleben. Alles ist toll, unglaublich aufregend und rosarot. Eine Liebe wie im Film.
Fast alle Partnerschaften, die später vor allem durch Grausamkeit, Quälerei und perfide Psychospielchen gekennzeichnet sind, beginnen als „große Liebe“. Oft als größte Liebe überhaupt, intensiver als alles bisher erlebte. Liebesrausch in Reinform, ein hyperlativer Honeymoon.

Der Beginn dieser Beziehungen ähnelt sich meist auch im Ausmaß der gemeinsam verbrachten Zeit, Intensität und Tiefe der Gespräche, scheinbar perfekter Passung und der Geschwindigkeit der Beziehungsentwicklung.

Die Partnerinnen waren überzeugt, den Mann ihres Lebens gefunden, das große Los gezogen zu haben. Sie fühlten sich geliebt wie nie zuvor und wären im Traum nicht darauf gekommen, Absicht hinter Verletzungen zu vermuten. Die große Liebe bildet den Deutungsrahmen für ihre Wahrnehmung und die Versuche, das Verhalten des Partners zu verstehen. Auch wenn sie irgendwann erkennen, dass der Traummann sich als Alptraum entpuppt hat, überwiegt die Hoffnung auf ein Happy End, sie sind überzeugt, dass „hinter allem was er getan hat immer noch der Mann steckt, in den ich mich verliebt habe„.

Liebe als Mittelpunkt der Welt

Wir haben jede freie Minute miteinander verbracht„, „bis tief in die Nacht geredet„, „stundenlang telefoniert„. Wir „hatten total viel gemeinsam“ und wurden „sehr schnell ein Paar„. „Ich habe in den ersten Wochen kaum geschlafen„.

Viele Frauen berichten, dass ihr Partner in der Anfangszeit bemüht war, möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Sie fühlten sich „nach allen Regeln der Kunst umworben„.

Manche beschreiben auch das Gegenteil: sie haben immense Anstrengungen unternommen, mussten fast um ihn kämpfen. Auch diese Erfahrung ist stark bindungsstiftend, die Partnerschaft hat durch die investierte Energie einen hohen Wert hat, weil viel dafür geleistet wurde.

Beiden Konstellationen ist gemeinsam, dass „er“ schnell zum Zentrum ihres Universums avanciert. Sie ist ständig mit ihm beschäftigt, alles dreht sich um ihn. Andere Lebensbereiche werden vernachlässigt. Der Partner wird zum einzigen Quell des Wohlbefindens und sie verlernt, aus anderen Ressourcen zu schöpfen. Ist der Partner nicht verfügbar, bleibt Leere.

Lange und intensive Gespräche

Wir redeten miteinander, bis tief in die Nacht„, „es war, als hätten wir uns schon ewig gekannt„, „ich habe mich noch nie jemandem so geöffnet„.

Es tut gut und ist förmlich energetisierend, wenn einem fasziniert zugehört wird und jemand großes Interesse an den eigenen Erlebnissen und Gedanken zeigt. Dadurch wird oft mehr preisgeben, als man einem Menschen, den man erst seit kurzer Zeit kennt, normalerweise erzählen würde. Oft beruht die Öffnung auf Gegenseitigkeit, untermauert von Aussagen wie „das habe ich noch niemandem erzählt„, „ich habe mich noch nie einer Frau so offenbart„, „ich habe zum ersten Mal das Gefühl, über alles reden zu können„.

Er möchte alles über sie wissen, ihre Interessen, Gedanken, Träume. Vertrauensvoll erzählt sie ihm auch von ihren Ängsten, schildert schmerzhaften Erfahrungen und Enttäuschungen, die sie erlebt hat. Anhand ihrer Erzählungen weiß er, was sie sich von einer Beziehung wünscht, und auch, was ihr in Beziehungen Angst macht. Er kennt ihre Zukunftsträume. Gleichzeitig erfährt er, wodurch er sie später verunsichern, verletzen, Schach-Matt-setzen und verängstigen kann.

Es stellt sich heraus, dass seine Beziehungsvorstellungen mit ihren übereinstimmen. Tatsächlich ist er ihrer Vorstellung eines idealen Partners in vielen Bereichen sehr ähnlich.

Er macht ihr viele Komplimente und drückt immer wieder aus, was für eine tolle und faszinierende Frau sie ist. Erzählt sie von Konflikten und Streitigkeiten, wird ihre Sichtweise bestätigt und ihre Gefühle validiert. Er ärgert sich mit ihr über die schwierige Kollegin, die anstrengende Mutter, die undankbare Freundin.

So entsteht das Gefühl, „mit ihm über alles reden“ zu können und der Eindruck, „als hätten wir uns schon ewig gekannt„. Das Sprechen über die eigenen Erfahrungen und Gedanken schafft Verbundenheit. Benutzt der Partner dann auch noch Formulierungen, die man selber verwendet und beschreibt Gedanken, die den eigenen ähneln, ist sie überrascht „wie viel wir viel gemeinsam haben„.

Lange Gespräche, Schlafmangel und der Rauschzustand verhindern eine kritische Reflexion der Beziehungsentwicklung. So wird nicht hinterfragt, ob die vielen Gemeinsamkeiten wirklich echt sind. Nur wenige Menschen fragen sich, ob ein neuer Schwarm das erlebte Glück wohlmöglich inszeniert. Das Glück, jemanden gefunden zu haben, dessen Wünsche und Vorstellungen den eigenen entsprechen, überstrahlt alles.

Das Gefühls-High wird nicht durch einzelne Aussagen ausgelöst, sondern durch gehäuftes Verhalten: Seine Faszination mit ihr, das immense Interesse an allem, was sie sagt. Er ist ein besonders guter Zuhörer, vermittelt fortlaufend „erzähl mir mehr, das interessiert mich sehr“. Er macht Komplimente, manchmal offen, oft nahezu beiläufig. Und immer wieder erlebt sie die Verheißung auf eine glückliche gemeinsame Zukunft. Ihr ganzer Organismus ist geflutet von Glücks- und Bindungshormonen, sie befindet sich in einem kontinuierlichen Rauschzustand, strahlt vor Glück. Menschen in ihrer Umgebung bestätigen sie in ihrem Eindruck, das große Los gezogen zu haben.

Ihr Glückszustand ist untrennbar mit ihm verknüpft. Nur er kann dieses High verursachen. Dinge, die sie sonst für sich selbst tut, sind nicht ansatzweise so effektiv wie Kontakt oder Beschäftigung mit ihm. Er wird zur alleinigen Quelle von Freude und Wohlgefühl, während sie verlernt, andere Ressourcen zu nutzen. Unbemerkt entsteht eine schwere Abhängigkeit.

Der perfekte Traummann und die super-besondere Beziehung

Wir haben die gleichen Beziehungsvorstellungen„, „unsere Lebensentwürfe passen eins zu eins zusammen„, „ich hätte nie gedacht, dass es einen solchen Mann überhaupt gibt„.

Betroffene stellen oft die Frage, ob „das alles gespielt“ war, sie „von Anfang an belogen“ wurden. Eine entgültige Antwort bleibt aus. Manche dieser Männer handeln strategisch und mit großem Kalkül, sie ihr bewusst vor, der Mann ihrer Träume zu sein. Gewonnen Informationen werden gezielt genutzt, die Partnerin wird förmlich mit der Verheißung auf Erfüllung all ihrer Wünsche geködert. Viele dieser Partner lügen bereits zu Beginn der Beziehung und vermitteln ein Trugbild. Sie erschaffen bewusst den Eindruck, beruflich erfolgreich und finanziell gut gestellt zu sein. Schulden oder eine bestehende Ehe werden verschwiegen.

Andere Partner betreiben keine bewusste Inszenierung und baden selber in einem Gefühlsrausch. Die Partnerin wird in hohem Maß idealisiert und sie glauben an die Einzigartigkeit und Großartigkeit der neuen Partnerschaft. Werden sie damit konfrontiert, dass die Partnerin nicht dem eingebildeten Ideal entspricht, wird sie bestraft.

Egal ob es sich um eine bewusste Inszenierung oder das Zelebrieren unrealistischer Beziehungsvorstellungen handelt, sie erlebt den Partner als Mann ihrer Träume. Sie fühlt eine tiefe Verbindung und wird immer wieder darin bestätigt, die große Liebe, eine einzigartige Partnerschaft und etwas ganz Besonderes gefunden zu haben. Ihr neuer Partner sagt ihr immer wieder, dass er „nie geglaubt hätte, dass ich jemanden wie Dich finde„, „so etwas noch nie erlebt hat„, „das mit uns ist etwas ganz Besonderes„, „ich habe noch nie solche Gefühle für eine Frau gehabt„, „zum ersten Mal in meinem Leben möchte ich mit jemandem alt werden„, „meine Freunde sagen, sie haben mich noch nie so glücklich gesehen“ und dass man „so eine Chance nur einmal im Leben“ erhält.

Sie ist überzeugt, „noch nie so geliebt“ worden zu sein und „nie wieder einen Mann wie ihn“ zu finden. Die Beziehung ist „unübertrefflich„, die größte Liebe ihres Lebens. Im Gefühlsrausch auf Wolke Sieben und von Glückshormonen überschwemmt, ist sie „glücklich wie nie zuvor“ und fühlt sich „wie ein Teenager„. Vor allem ist sie überzeugt, nie wieder ein solches Glück zu erleben.

Egal ob sie bewusst manipuliert oder „nur“ mit Leinwand für seine Idealisierung ist, das Verliebtsein wird als hyperlativ erlebt und stellt alle bisherigen Beziehungen in den Schatten. Noch nie hatte sie das Gefühl, so „angekommen„, so glücklich, so verliebt gewesen zu sein. Das macht den Partner und die Beziehung einzigartig und kostbar für sie.

Auch wenn dieser Mann sie später mit Grausamkeit und Kälte behandelt, sie Höllenqualen erleidet und tiefer fällt, als sie jemals für möglich gehalten hätte; sie wird niemals vergessen, wie glücklich sie einst war. Diese Erinnerung bleibt abrufbar, viel plastischer und erlebbarer, als es die Verletzungen sind, die noch folgen. Sie wird lange an der Hoffnung festhalten, dass es „wieder so schön werden könnte„, „er wieder zu mir zurückkommt“ und sie doch noch das Happy End bekommt, dass sie sich „mehr wünscht als alles andere„, für das sie „alles in Kauf nehmen„, alles verzeihen würde.

Auch wenn sie sich eines Tages bewusst wird, dass die Traumliebe sich als Alptraum entpuppt hat, wird die Erinnerung an die „glücklichste Zeit des gesamten Lebens“ sie lange davon abhalten, sich vor den den Attacken auf ihr Denken, ihre Gefühle und ihr gesamtes Sein in Sicherheit zu bringen. „Ich weiß, dass ich hier zugrunde gehe„, dennoch ist die Angst, ihn und alles mit ihm verbundene zu verlieren zunächst gewichtiger als die Aussicht, so weiterzuleben. Sie hat zwar vergessen, dass sie durchaus ohne ihn leben konnte, aber nicht, wie glücklich sie einst mit ihm war.

Liebe macht blind

Die Hollywood-Liebe bildet die Basis der Beziehung und bestimmt Wahrnehmung und Denken der Partnerin.

Niemals käme sie auf den Gedanken, dass ihr Partner ihr absichtlich wehtun könnte. Deutungen seines Verhaltens, die seine Liebe zu ihr in Zweifel stellen oder gar ihre Beziehung gefährden könnten, kommen nicht in Frage. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Im Falle einer Verletzung ist schnell bereit, sein Verhalten durch berufliche Anspannung, Ärger mit dem Chef, Stress mit seiner Ex oder andere Ursachen außerhalb der Partnerschaft zu entschuldigen. Erklärt er das Geschehene als Missverständnis, oder sie als für zu empfindlich, glaubt sie ihm. Erklärt er sein Verhalten als Reaktion auf etwas, das sie getan oder unterlassen hat, wird sie sich selber kritisch unter die Lupe nehmen. Was sie nicht tun wird, ist ihn auffordern, die Verantwortung für die Verletzung zu übernehmen. Sie wird auch nicht verlangen, dass er sein Verhalten ändert. Vielmehr wird sie nach Wegen suchen, ihn zukünftig nicht zu verletzen, irritieren oder zu verärgern. Sie wird versuchen, ihn zu verstehen.

Auch wenn die Verletzungen sich häufen, wird er für sie immer noch der Mann sein, mit dem sie durch die große Liebe verbunden ist. Die schönen Erinnerungen werden nicht durch späteres Verhalten geschmälert. Allerdings führen sie zu einer zunehmenden Toleranz negativen Verhaltens und einer Erhöhung der Grenze, was sie bereit ist, in Kauf zu nehmen. Betroffene sind oft auch dann noch von der Liebe ihres Partners überzeugt, wenn dessen Handlungen von außen gesehen unverkennbar Verachtung, Respektlosigkeit und Hass ausdrücken.

Trennung als letzter Verlust

Die Erinnerung an die glückliche Anfangszeit wird nicht durch die erlittenen Verletzungen geschmälert. Diese steigern häufig die empfundene Abhängigkeit vom Partner. Während das Selbstwertgefühl schwindet, steigt die Angst, den Partner zu verlieren. Betroffene sind oft überzeugt, „nicht ohne ihn leben zu können„.

Der Gedanke an Trennung ist gleichgesetzt mit dem „Verlust meiner Großen Liebe„. „Schutz vor Verletzungen“ ist zwar gewünscht, aber nicht um den Preis dieses Verlusts. Verzweifelt wird nach Möglichkeiten gesucht, die einen Erhalt der Beziehung ermöglichen.

Hoffnung lässt Betroffene immer mehr aufgeben: Freundschaften, Familie, Hobbies, Ausbildung oder berufliche Laufbahn, Gesundheit, das positive Verhältnis zu den eigenen Kindern und den Anspruch auf respektvolle Behandlung. „Die Erinnerung an unsere glückliche Zeit ist alles, was ich noch habe. Sonst ist alles weg.“ Die letzte Hoffnung aufzugeben und die Große Liebe zu begraben macht Angst. Der Traummann von einst mag nur noch eine Erinnerung sein; die Trennung von einem Misshandler ist auch das entgültige Aus der einstigen Großen Liebe.

Ausweg: Desillusionierung, Entzug und Abstinenz

Betroffene fragen sich oft, ob „alles nur gespielt“ und sie von Anfang an belogen wurden. Egal ob sie gezielt manipuliert oder „nur“ idealisiert wurden, wichtig ist die Bewusstwerdung, dass ihr erlebtes Glück nicht echt war. Zu begreifen, dass ihr Partner nicht der Traumprinz auf dem weißen Pferd ist, sondern der Mann, der ihnen zahlreiche Verletzungen zugefügt hat, ist meist ein schmerzhafter Prozess. Oft wird die Erinnerung an die glückliche Anfangszeit umso kostbarer gehalten, je größer der Schaden ist, der ihr zugefügt wurde. Das macht es umso schmerzhafter, die letzte schöne Erinnerung quasi kaputtzumachen.

Dennoch ist die Dekonstruktion dieses letzten „Schatzes“ der Ausweg aus dem Gefängnis im Kopf:

Echt ist der Mensch, den die Partnerin die überwiegende Zeit erlebt, nicht ihr anfängliches Bild von ihm. Sich zu fragen, was einen Menschen bewegt, die eigene Partnerin so zu behandeln, wie er es tut ohne dabei auf ihr altes Bild von ihm zurückzugreifen, deckt Haltungen und Motive auf, die unvereinbar und oft das Gegenteil von dem sind, was sie anfangs in ihm sah. Und unvereinbar mit einer gesunden Partnerschaft.

Es ist wichtig zu erkennen, dass es nicht „seine guten Seiten“ sind, in die sie sich verliebt hat. Vielmehr hat sie sich in ihren ureigenen Traummann und ihre Vorstellung einer idealen Beziehung verliebt.

Die zelebrierte Inszenierung dieser Traumliebe, seine anfängliche Faszination mit ihr, buchstäblich auf ein Podest gestellt und vergöttert zu werden haben zu einer Ausschüttung von Bindungs- und Glückshormonen geführt. Es hat sich nicht nur wie ein Rauschzustand angefühlt, es war ein Rauschzustand.

Daher fühlte sie sich erst leer, später „wie ein Alkoholiker auf Entzug, wenn er nicht da war„. Ebenso wie der fortlaufende Konsum von Alkohol und Drogen zunehmend kein High mehr verursacht sondern nur noch die Entzugserscheinungen mildert, nimmt die Betroffene zunehmende Misshandlung in Kauf, weil sie „ohne ihn nicht leben“ kann. Es schnürt ihr förmlich die Luft ab, ihn nicht erreichen zu können oder sich vorzustellen, ihn zu verlieren.
Die vermeintlich Große Liebe als Illusion zu erkennen und das Gefühl „ihn zu brauchen wie die Luft zum Atmen“ als Suchtgeschichte zu begreifen, ermöglicht, die Trugbilder aufzulösen. Wird der Deutungsrahmen „Liebe“ ersetzt durch ein Betrachten der Beziehung unter dem Aspekt „Macht“, entsteht Klarheit. Die Betroffene kann endlich die Hoffnung loslassen, dass eine Rückkehr in das einstige Glück möglich ist. Es war nicht echt

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  • Victim Blaming - mit tödlichem Ende

Victim Blaming – Gefängnisstrafe für Gewaltopfer?!

Victim Blaming à la grotesque

Victim Blaming oder Blaming the victim (dt. Opferbeschuldigung, auch „Täter-Opfer-Umkehr“) ist die Beschreibung für ein Vorgehen, das die Schuld für eine Straftat beim Opfer sucht.

Verbreitet wurde dieser Begriff hauptsächlich in den Vereinigten Staaten ab den 1970er Jahren, um eine Strategie der Verteidigung bei Vergewaltigungs-Prozessen zu beschreiben, die dem Vergewaltigungsopfer die Schuld an der Tat zuschreiben möchte, um den Angeklagten zu entlasten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Victim_blaming

Hintergrund: Gerichtlich bekannter Gewalttäter ermordet seinen Sohn

Vor circa zwei wWochen wurde Luke Battie von seinem Bio-Vater Greg ermordet.

Greg prügelte seinen Sohn vor den Augen von dessen Mutter, Teammitgliedern und zahlreichen anderen Zuschauer*innen zu Tode. 

Greg war als überführter Gewalttäter bekannt. Darum trennte sich Rosie Battie sich nach wiederholten brutalen Misshandlungen vom Vater ihres Sohnes.

Greg war auch als Pädophiler bekannt. Es wurden wiederholt Videoaufzeichnungen von sexualiserter Folter an Kindern in seinem Besitz gefunden.

Dennoch forderte das zuständige Gericht beaufsichtigte Kontakte zwischen Vater und Sohn.

Am Tag der Tat ging eine anonyme Warnung bei den zuständigen Behörden ein, dass Mutter und Sohn in Gefahr seien.

Aufgrund vorliegender gerichtlicher Genehmigungen wohnte Greg dem Cricket Training von Luke bei und nutze die sich ihm bietende Gelegenheit.

Beim Eintreffen der Polizei verweigerte der Täter die Kooperation. Schüsse folgen, Ausgang letztendlich tötlich.

Die Presse spricht von Suizid.

ERWEITERTER SUIZID als Fortsetzung häuslicher Gewalt

Im Fall der Trennung von einem Gewalttätigen Partner vervierfacht sich das Risiko, dass der Täter sein Opfer tötet, als Antwort auf den erlebten Kontrollverlust:

Tötungsdelikte mit anschließendem Suizid des Täters (Homizid-Suizid, HS) werden als komplexe Gewaltereignisse in offiziellen Statistiken nicht gesondert erfasst, weshalb in Deutschland und den meisten anderen Ländern nicht einmal die Anzahl der Fälle bekannt ist. Neuere Studien in einigen Ländern lassen für Deutschland jährlich zwischen 40 und 120 Fälle mit teilweise multiplen Opfern, überwiegend Frauen und Kinder, erwarten. <b>Familiäre HS sind für 19% aller kindlichen Opfer von Tötungsdelikten im Alter zwischen 1 und 15 Jahren in England und Wales verantwortlich.</b> Quelle: Kollektive Unwissenheit: Erweiterte Suizide nach häuslicher Gewalt 

*****Presse: „hey, lasst uns lieber über Ehrenmorde von Migranten berichten, k??*****

Soviel zum Hintergrund.

KONTROVERSE: LET’S BLAME THE VICTIM!

In Australien wird nun ein Gesetz gefordert, das Mütter, die Opfer häuslicher Gewalt sind, strafrechtlich verfolgt werden sollen, wenn sie diese NICHT anzeigen. Strafrechtlich verfolgt bedeutet in diesem Fall „Gefngnisstrafe von bis zu drei Jahren“.

*****WTFF?!!!*****

TV-Diskussion in Victoria: Victim Blaming à la grotesque

Joe Hildebrand (@Joe_Hildebrand – Twitter) beginnt sein Statment mit der Aussage, dass misshandelte Mütter einen gewalttätigen Partner verlassen müssen. Unbedingt. Aus eigener Kraft oder irgendwoher empowert. Und dabei – seine zweite Aussage – müssten sie eben mit den resultierenden finanziellen Einbußen leben.

*****WTFF?!!!*****

Joe Hildebrand räumt ein, dass viele Frauen in dem Moment anfangen zu handeln, wenn sich Gewalt gegen ihre Kinder richtet. – Sollte dies nicht der Fall sein: unentschuldbar.

Victim Blaming: Anzeigen eröffnen den Zugang zur „Rettung“ – ja, klar…

*****WTFF?!!!*****

Joe Hildebrand ist überzeugt, dass eine Anzeige des Täters lauter tolle Hilfsangebote aktiviert, das Opfer total empowert und dass dann alles total schnell und total problemlos total super wird.

***** ja nee, is klar … ****

Victim Blaming – SRSLY – Lukes Mutter: not amused.

Der Gesprächsbeitrag in der Sendung war live, Rosie Battie, Lukes Mutter war zutiefst getroffen.

„Ich habe nicht angezeigt. Wie so viele andere Opfer auch: weil wir eine Scheißangst davor haben, was die Folge sein könnte“.

Verliert der Täter den Zugriff auf das primäre Opfer (seine ehemalige Partnerin) besteht eine sehr reelle Gefahr dass sich seine Rachegelüste auf die einzigen Aspekte (= Personen) richten, mittels derer er sein ehemaliges Opfer weiterhin treffen kann, und sich so weiterhin mächtig fühlen können.

VICTIM BLAMING II: Angst sei voll kein Grund total die Ausrede

Rosie später:

Joe Hildebrand möge seine Perpektive und Haltung überprüfen, sich informieren, und DANN Strellung beziehen.

Aussagen wie die von Joe Hildebrand machen das Opfer zur Täterin.

Wo zum Teufel bleibt die In-Verantwortung-Nahme des Täters?!

Mehr lesen – leider auf Englisch

also nochmal…

  • Greg tötete seinen Sohn in der Gegenwart zahlreicher Zeugen.
  • Offzielle Stellen wussten, dass eine derartige Gefahr besteht.
  • Das riecht irgende wie kollektiver Ohnmacht.

FAZIT: Victim Blaming als Abwehrstrategie kollektiver Schuld? – SICK SAD WORLD

 

Mütter als Opfer von Victim Blaming – Lita Ford „Mother“

Aus dem Text – frei übersetzt:

Nur im Wahn findet er Bestätigung

Man solle mich kreuzigen Erhängen.
Er zwingt Euch verzerrter Bilder auf
wer ich für Euch und Ihr für mich seid.
Lügen so bizarr dass Wahrheit unkenntlich wird.

Er griff zur letzten Waffe,
mit der er mich verletzen konnte
meine Liebe zu Euch.

 

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  • Weg von der "Liebe" in echte Freiheit

Wenn Liebe zur Hölle wird

Die große Liebe. Nicht.

Wir danken der Autorin für die Erlaubnis zur Erstveröffentlichung.    Interview für einen Artikel in Audimax

Mit Liebe hat das nichts zu tun: Gewalt in Bildungsnahen Schichten.

Wie haben Sie Ihren Freund, der Ihnen später Gewalt zugefügt hat, kennengelernt und wie ist die Liebes-Beziehung anfangs verlaufen?

Wir haben uns am Valentinstag 2008 durch gemeinsame Freunde kennen gelernt. In den ersten Jahren haben wir eine Fernbeziehung geführt. Zu Beginn – vor allem in den ersten sechs Monaten der Beziehung – war alles superlativ und toll. Die große Liebe schlechthin. Er schien genau der Typ Mann zu sein, den ich mir immer als Partner gewünscht hatte: Charmant, emanzipiert, sanft, kreativ, humorvoll, ein toller Zuhörer, konnte sich sehr gut in mich hinein fühlen und las mir jeden Wunsch von den Augen ab. Es gab Blumen, Champagner, Besuche in der Oper, romantische Spaziergänge. Bilderbuch-Liebe. Kurzum: Alles schien perfekt zu sein, offenbar schon zu perfekt.

Liebe die zu Gewalt wird beginnt mit Liebe

Der ultimative Honeymoon. Bild: hsfelix | www.depositphotos.com

Gleichzeitig gab es aber auch damals schon kleine, unterschwellige Angriffe. Ich konnte diese oft nicht benennen, hatte aber meistens ein komisches Bauchgefühl. Er konterte dann damit, dass ich dies und jenes falsch verstanden hätte, zu sensibel sei oder einfach keinen Humor hätte.

Welchen Bildungshintergrund hat Ihr Freund?

Mein Exfreund ist Film- und Werbekomponist. Er kommt aus einer Musikerfamilie. Seine Eltern haben selbst lange Zeit an großen Opernhäusern im Orchester gespielt und ihn bereits im Alter von zwei Jahren an den Flügel gesetzt. Seine Eltern schreiben außerdem selbst musikwissenschaftliche Bücher und geben Musikunterricht. Sein Bruder ist ebenfalls Musiker. In der Familie wird viel Wert auf Intellekt und Bildung gelegt.

Wann sind Sie – zurückblickend – erstmals Opfer von psychischer oder physischer Gewalt geworden, ohne möglicherweise dies damals bewusst so erlebt zu haben?

Ich denke, dass ich bereits in meiner Sozialisierung zur Frau erstmals Opfer von psychischer Gewalt wurde. Wenn ich laut und aggressiv wurde, gingen meine Eltern restriktiver mit mir um als zum Beispiel mit meinem Bruder. In der Schulzeit war ich zusätzlich lange Zeit über psychischer Gewalt, also Mobbing, durch meine MitschülerInnen ausgesetzt. In meiner Partnerschaft gab es von Anfang an Gewalt. Das war für mich damals aber nicht als Gewalt zu identifizieren, weil ich hierfür kein Bewusstsein hatte und diese deshalb nicht benennen konnte.

Wenn Liebe und Gewalt irgendwie immer gleich sind.

Liebe oder Gewalt – nur erkennbar wenn bekannt. Bild: Khakimullin | www.depositphotos.com

Meistens geschahen diese Mikroangriffe in Situationen, in denen eine große Vertrautheit zwischen uns bestand. Immer wenn ich mich sicher in unserer Liebe fühlte, sagte er gewisse Dinge, hatte eine merkwürdige Intonation oder eine bestimmte Mimik, die mich verunsicherte und ein ungutes Gefühl im Bauch verursachte. Durch dieses Vorgehen wurde ich zunehmend unsicherer und deswegen auch instabiler. Das machte mich immer mehr von ihm und seiner Zuneigung und einer Bestätigung seiner Liebe für mich abhängig.

Wie äußerte sich diese Gewalt anfangs und wie verstärkte sie sich im Laufe der Zeit?

Am Anfang waren es bestimmte Sprüche, manchmal auch als Witze getarnt. Er zog mich immer wieder mit blöden Bemerkungen auf, machte abwertende Sätze über mein Aussehen, wertete mich auf der anderen Seite aber auch immer wieder extrem auf. Er machte mir unglaublich viele Komplimente. Dadurch fühlte ich mich anfangs wirklich noch wie auf Wolke 7, die Liebe seines Lebens. Die kleinen Angriffe brachten mich jedes Mal durcheinander, aber es blieb gar keine Zeit für eine Klärung, weil mein Exfreund sofort wieder alles abstritt oder verharmloste. Dadurch dachte ich tatsächlich, dass es an mir – an meiner Empfindlichkeit, meiner Unsicherheit, meinem fehlenden Humor – liegen würde und übernahm immer mehr die Verantwortung.

Nach etwa einem halben Jahr war dieser superlative Honeymoon dann abrupt vorbei. Ich hatte einen neuen Job bei einer großen Werbeagentur begonnen und musste auch noch täglich zwischen zwei Städten pendeln. Wenn ich abends nachhause kam, rief mein Exfreund mich an und drangsalierte mich mit seinen eigenen Problemen am Telefon. Es war sehr aufreibend und ich hatte oft keine Kraft mehr, um mich nach so einem langen Tag noch zu streiten. Er verwickelte mich immer wieder in schier endlose Diskussionen, die sich immer und immer wieder um die gleichen Themen drehten und nie zum Punkt kamen. Es war furchtbar anstrengend und der reinste Psychoterror. Ich begann ernsthaft, die Beziehung in Frage zu stellen.

Liebe wird zu Telefonterror

Psychoterror via Telefon. Bild: Rakov83 | www.depositphotos.com

Zugleich glaubte ich an unsere Liebe füreinander, dachte ich an die romantische, tolle Anfangszeit zurück und war mir sicher, dass dies nur vorübergehend sein würde. Wenn wir uns dann zwischendurch sahen, war alles wieder schön und entspannt – ein Festival der Liebe – und gab mir dann die Bestätigung für meine Entscheidung, diese Liebe natürlich nicht aufzugeben.

Ich suchte mir Ausreden und Entschuldigungen dafür, dass es zwischen den Besuchen oft nicht so toll lief. Immer häufiger dachte ich, dass die Ursache die große berufliche Belastung sei. Während ich selbst im Vertrieb tätig war, ist mein Exfreund selbständig gewesen und jobbte noch in einem Hostel. Oder ich ging davon aus, dass es die große Entfernung sei und der Umstand, dass wir uns so selten sehen konnten, der für den Stress ursächlich war. An seiner Liebe für mich zweifelte ich nie.

Dann gab es wieder ein kurzes Revival der Anfangszeit, etwa wenn wir zusammen in den Urlaub fuhren. Es war ein häufiger Wechsel zwischen Super-Romantik, Liebes-High und zehrendem Stress. Ich fühlte mich sehr für das Gelingen der Beziehung verantwortlich und war viel zu geduldig. Trotz allem war mein Exfreund damals noch in vielen Hinsichten toll. Wir konnten uns gut unterhalten, er kochte jedes Mal für mich, wir unternahmen viel zusammen und er blieb sogar völlig ruhig, wenn ich mal laut wurde. Es gab also keine Anzeichen dafür, dass er zu körperlicher Gewalt neigen würde. Zugleich brachte er mich subtil immer mehr in Abhängigkeit von ihm und seiner Wahrnehmung. Er kritisierte immer stärker mein Aussehen, meine Frisur, meinen Bekleidungsstil, meine Kochkünste, meine Familie, meine Freunde, meine Berufswahl, meine sexuellen Vorlieben und noch vieles mehr. Ich wurde immer unsicherer und ließ es immer weiter zu, mir von ihm Vorschriften machen zu lassen. Damals dachte ich noch, ich hätte einen besonders tollen Freund gefunden, weil er mit mir shoppen ging und mich „beriet“, weil er mir dabei half, einen besseren Job zu finden, weil er für mich kochte usw.

Rückblickend war es ein zunehmender Kontrollverlust über mein eigenes Leben. Ich gab die Definitionsmacht über mein Leben und mich immer mehr an ihn ab, vertrauend auf die uns verbindende Liebe. Und ich ließ es auch immer wieder zu, dass er meine Grenzen überschritt. Auch wenn ich ihn mehrmals bat, mich nicht während der Arbeitszeit anzurufen, tat er dies immer und immer wieder.

Das Ganze lief dann so weiter bis wir nach 2,5 Jahren beschlossen, zusammen zu ziehen.

Dies war ein entscheidender Wendepunkt in der Beziehung. Vor dem Umzug hatte er noch vorgegeben, sich sehr darüber zu freuen. Schon während des Umzugs war die Stimmung sehr eisig und unterkühlt. Es war sehr stressig und wir stritten uns oft. Kaum in seiner Wohnung eingezogen, ließ er mich mit all den Möbeln und Kisten allein. Während er sich anderweitig beschäftigte, habe ich ganz allein sämtliche Möbel in der Wohnung zurecht gerückt, alles ausgepackt und eingerichtet.

Aus Liebe wurde Psychoterror

Während ich in einem neuen Job anfing, wurde mein Exfreund von einem Tag auf den anderen „depressiv“. Er lag von morgens bis abends nur noch im Bett, vernachlässigte sich, seine Arbeit und den Haushalt. Ich fühlte mich komplett allein gelassen und hatte Angst, das nach außen zu tragen. Stattdessen bezahlte ich selbst alle Rechnungen, erledigte die Einkäufe, kochte, umsorgte ihn voller Liebe – neben einer Arbeitswoche von 45 bis 50 Stunden. Ich bat ihn mehrmals, sich psychologische Hilfe zu holen. Doch statt selbst Verantwortung für seine Situation zu übernehmen, verlangte er, dass ich das für ihn machen solle. „Wenn ich ihn liebe, wäre das normal“.

Liebe, Depression und Feindseligkeit

Depression oder Feinseligkeit? Bild: nejron | www.depositphotos.com

Liebe als Gewaltmittel: Suiziddrohungen

Zwischendurch drohte er mit Suizid. Für mich wurde es zunehmend schlimmer. Auf der Arbeit dachte ich fortlaufend an ihn und war immer weniger bei mir und in meinem eigenen Leben. Meine ganze Konzentration und Energie richteten sich darauf, ihm zu „helfen“ und mir Sorgen zu machen. Dass die Liebe meines Lebens Suizid begehen könnte war ein permanentes Damoklesschwert.

Liebe und Selbstbetrug

Ich erfand Ausreden. Vielleicht war das ja nur, weil wir gerade zusammen gezogen sind und uns erstmal daran gewöhnen mussten.

Liebe oder Ausrede

Liebe oder Ausrede? Bild: khakimullin | depositphotos.com

Wie schon in den Jahren zuvor verwickelte er mich immer wieder in anstrengende Diskussionen, die sich immer nur im Kreis drehten und nie zu einem konkreten Ende führten. Immer wieder ging es dabei um seine berufliche Situation. Obwohl wir die Entscheidung fürs Zusammenziehen und für meinen Job gemeinsam getroffen hatten, machte er mich nun dafür verantwortlich, ihm nicht genügend zu helfen. Aus Angst, Verantwortung und Liebe beschloss ich, meinen Job auf eine Teilzeitstelle umzustellen, stattdessen ein neues Studium neben dem Beruf anzufangen und meine verbleibende Zeit zu opfern, um ihn beruflich zu unterstützen. Dies war ein weiterer Schritt, mit dem ich meine Autonomie und meine Unabhängigkeit aufgab.

 Aus Liebe wurde Gewalt

An einem Morgen begleitete mein Exfreund mich – wie so oft – auf dem Fußweg zur Arbeit und begann erneut eine anstrengende Diskussion über seine berufliche Perspektive. Aus Müdigkeit und Stress unterbrach ich ihn brüsk. Mir tat mein Verhalten sofort leid und ich bat ihn um Entschuldigung. Als ich die Situation am Abend ansprach, um mich erneut zu entschuldigen, gab er mir eine heftige Ohrfeige.
Ich war völlig schockiert und überrumpelt. Er entschuldigte sich sofort und meinte, dass dies ein Versehen gewesen sei. Dies war der Anfang eines 1,5-jährigen Alptraums.

Was als Liebe beginnt, endet oft tödlich.

Es begann als Liebe.
Bild: Subbotina „Scream“ | depositphotos.com

Die Gewalt wurde zunehmend zur Routine. Aus der ersten Ohrfeige entwickelten sich immer häufigere und immer gewalttätigere Übergriffe. Er begann, mich zu würgen, zu schlagen, zu boxen, zu bespucken, zu treten, zu vergewaltigen und noch einiges mehr. Ich versuchte immer wieder, zu entkommen. Doch das hatte zur Folge, dass er mir den Weg versperrte, mir mit Mord und Suizid drohte, versuchte mich umzubringen, mich grün und blau schlug oder andere Strategien einsetzte, um mich vor dem Gehen zu hindern.

„Ich liebe Dich. Es passiert nie wieder“

Zwischen den Gewaltausbrüchen zeigte er sich reumütig, beteuerte seine große Liebe zu mir, war zärtlich und aufmerksam. Er lud mich zum Essen ein, streichelte mich, sagte immer wieder, wie sehr er mich liebe, dass er nun aufhören wolle, wie leid es ihm täte, machte mir Geschenke. Ich war viel zu beschämt, um mit jemandem darüber zu sprechen, was mir angetan wurde. Immer noch dachte ich, dass es meine Schuld sei und war der Überzeugung, ohne ihn, die Liebe meines Lebens, nicht lebe zu können. In Wahrheit war ich völlig ohnmächtig und hatte Todesangst. Meine Aufmerksamkeit war permanent auf meinen Exfreund gerichtet. Ich musste spüren, ob und wann mir wieder Gefahr drohen konnte. Dadurch konnte ich mich gar nicht auf mich selbst konzentrieren. Die Übergriffe waren so heftig, dass mein Gehirn alles sofort wieder vergaß und verdrängte. Vor allem dachte ich auch, was wohl andere sagen würden, wenn sie erfahren würden, was mir angetan wird. Ich fühlte mich seltsam beschmutzt und war voller Schamgefühl. Schließlich war ich doch sonst eine selbstbewusste und erfolgreiche Person.

Was waren Auslöser dieser Attacken?

Ich kann nicht sagen, was meinen Exfreund zu seiner Gewalttätigkeit getrieben hat. Er übertrug die Schuld ja ständig auf mich und nahm es zum Anlass, wenn ich beispielsweise mit den Augen rollte, etwas „falsches“ gesagt habe, wenn ich hinterher weinte und zitterte oder mich gegen ihn wehrte. Aber auch wenn ich einfach nur schlief konnte es vorkommen, dass er sich auf mich hockte und zuschlug, weil ich „faule Schlampe“ doch schließlich arbeiten solle.

Wann und wodurch ist Ihnen bewusst geworden, dass Sie ein ernsthaftes Problem haben?

Mir selbst ist leider erst zu Beginn der körperlichen Gewalt bewusst geworden, dass ich einen gewalttätigen Mann liebe. Hätte ich all das Wissen über non-physische Gewalt schon vorher gehabt, hätte ich von Anfang an meinem Bauchgefühl vertraut und mich gar nicht erst auf eine Beziehung eingelassen. So konnte ich mir erst Hilfe holen, als es fast schon zu spät war und ich beinahe mit meinem Leben, auf jeden Fall mit meiner psychischen und physiologischen Gesundheit bezahlt habe.

Konnten Sie sich Ihrem Freund mitteilen und Ihre Gedanken und Sorgen diesbezüglich artikulieren?

Ja, das konnte ich die ganze Zeit. Nur ging er nicht darauf ein, sondern untergrub jede Diskussion oder machte mir Vorwürfe, dass wir doch bereits darüber gesprochen hätten, wenn mich sein Verhalten weiterhin verletzte und ich Gesprächsbedarf hatte.

Haben Sie sich sofort anderen Vertrauenspersonen anvertraut?

Falls ja an wen und wie viel Überwindung hat es sie gekostet; und falls nein, warum nicht? (Alternativ: Wann konnten Sie sich anderen Personen mitteilen?)

Nein, weil ich Angst und Scham empfand. Zugleich war mein Exfreund anderen gegenüber sehr charmant, so dass ich immer dachte, dass die Gründe für sein Verhalten in mir und unserer Beziehung begraben seien. Erst als ich den festen Entschluss gefasst hatte, zu fliehen, konnte ich mich endlich anderen mitteilen. Mein erster Weg führte mich zur Polizei. Richtig Überwindung kostete es mich noch mal, mich dann meinen Eltern und schließlich auch anderen anzuvertrauen. Inzwischen gehe ich sehr offen mit dem Thema um, weil ich merke, dass die meisten Frauen davon betroffen sind und es sehr hilfreich ist, sich auszutauschen und zu solidarisieren.

Über welchen Zeitraum erstreckte sich die Beziehung und über welchen Zeitraum die erlebte Gewalt?

Die Beziehung dauerte 4,5 Jahre. Auch die Gewalt dauerte 4,5 Jahre. Während der gesamten Zeit habe ich psychische, verbale und emotionale Gewalt erlebt. In den letzten 1,5 Jahren kamen noch sexuelle und körperliche Gewalt hinzu.

Wie haben Sie sich im Laufe der Zeit in der Beziehung gefühlt, welche Stadien des Erlebens der Gewalt haben Sie möglicherweise mitgemacht und wie haben Sie sich in dieser Zeit verändert?

Zu Beginn der Beziehung war ich voller Liebe und sehr glücklich. Alles schien ja gut zu sein. Nach und nach wurde ich, ohne es direkt zu merken, immer unsicherer, instabiler und abhängiger. In den letzten Monaten lebte ich ihn ständiger Todesangst, fühlte mich ohnmächtig und zunehmend kraftlos. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, traute mich kaum noch die Wohnung zu verlassen und hatte massive Schwierigkeiten, zu essen und zu schlafen. Ich habe in der Zeit sehr viel Gewicht zugenommen und auch eine schlechtere Haut bekommen. Erst in den letzten Monaten traute ich mich erstmals, Gegenwehr zu leisten. Allerdings liegt es mir völlig fern, Gewalt gegen einen geliebten Menschen auszuüben, deswegen ließ ich es bald wieder bleiben.

Warum sind Sie dennoch in der Beziehung geblieben?

Ich hatte die Hoffnung, dass er sich doch noch ändern würde, so wie er es ja immer wieder versprach. Meine Versuche, die Beziehung zu verlassen, endeten mit schlimmster Gewalt und einem Mordversuch. Deswegen erschien es mir – trotz allem ! – sicherer, in der Beziehung zu bleiben um zu überleben. Und ich dachte oft an die Anfangszeit zurück und wollte nicht das Risiko eingehen, dass er sich wieder von Mr. Hyde zurück in Dr. Jekyll – die Liebe meines Lebens –  verwandeln würde, ohne dass ich es noch mitbekommen würde. Zugleich waren die Phasen zwischen den Gewaltausbrüchen oft von viel Zärtlichkeit, Liebe, vermeintlicher Romantik, Wiedergutmachungs-Versuchen und ähnlichem geprägt, was das Weiterleben erträglich scheinen ließ. Ich war zudem auch in jeder Hinsicht sehr abhängig von meinem Exfreund – wir hatten eine gemeinsame Firma, gemeinsame Schulden, einen gemeinsamen Mietvertrag. Und mein Verantwortungsgefühl hinderte mich oft daran, ihn mit diesen Dingen allein zu lassen. Außerdem hatte ich Angst, dass er – wie oft angedroht – sich oder mich umbringen würde, wenn ich ihn verlassen sollte. Davon ist im Übrigen täglich in der Zeitung zu lesen.

Liebe mündet in Terror

Liebe. Horror. Bild: Karuka | depositphotos.com

Was denken Sie ganz allgemein, warum verhältnismäßig wenige Frauen Anzeige erstatten bei erlebter körperlicher Gewalt bzw. immer wieder zu ihrem Partner zurückkehren?

Zum einen sind diese Anzeigen sehr frustrierend. Ich fand es schwer, Glaubwürdigkeit zu bekommen, von Gerechtigkeit kann nicht einmal ansatzweise die Rede sein. Traumatisierte Frauen müssen sich punktuell und detailliert an konkrete Ereignisse erinnern. Das ist unmöglich, weil die Erinnerungen dissoziativ im Gehirn abgespeichert werden. Mir gelang dies nur anhand von Emails und Handynotizen. Und selbst das reicht nicht ohne das Geständnis des Täters oder die Aussagen von ZeugInnen aus. Das ist doch perfide: Partnerschaftsgewalt findet in den eigenen vier Wänden statt. Auch meine Erkrankungen – posttraumatische Belastungsstörung, mittelgerade Depression und Ängste – müssen erst in einen konkludenten Zusammenhang mit der erlebten Gewalt gebracht werden. Und selbst wenn all das erfüllt ist, sind die „Strafen“ eine Verhöhnung für uns Überlebenden.

Dass Frauen immer wieder zurückkehren hängt meiner Meinung nach zum einen mit dem Wunsch zusammen, dass er sich ja doch noch ändert, – und dieser Illusion von Liebe – vor allem aber mit der großen Abhängigkeit und der immensen Angst. Tatsächlich werden sehr viele Frauen unmittelbar nach der Trennung durch ihren Expartner ermordet. Viele haben gemeinsame Kinder, denen sie den Vater nicht nehmen wollen. Und die gesellschaftliche Ächtung oder fehlende Unterstützung können sicher auch dazu beitragen, dass Frauen beim Täter bleiben.

Welchen Bezug hatten Sie vor dem Erlebten zum Thema häuslicher Gewalt/Gewalt in Beziehungen?

Meine Eltern sind beide im sozialen Bereich tätig und haben mich frühzeitig für Süchte, Alkoholismus, psychische Erkrankungen etc sensibilisiert. In meiner Wahrnehmung betraf das aber immer nur Menschen aus zerrütteten Familien und aus eher bildungsfernen Milieus. In meinem persönlichen Umfeld kannte ich keineN BetroffeneN und hätte nicht gedacht, dass es in Wirklichkeit so ein weitreichendes Problem ist. Auch dass nicht nur blaue Veilchen (ich hatte nie eines!) zu Gewalt zählen und Gewalt nicht nur den Körper betreffen kann, war mir nie bewusst. Durch die Medien hatte ich immer den Eindruck, dass potentielle Täter zu Unrecht von rachsüchtigen Frauen beschuldigt werden. Ich hatte gar keine Ahnung von der Realität!

Oft wird häusliche Gewalt mit bildungsfernen Schichten in Verbindung gebracht.

Nach Ihrem Erlebten und dem Kontakt zu anderen Opfern: Wie verbreitet ist häusliche Gewalt auch in Bildungsschichten und warum wird dies Ihrer Meinung nach tabuisiert?

Nach meiner Erfahrung und dem Austausch mit anderen Betroffenen gibt es keine sozio-demographischen, kulturellen oder sonstigen Besonderheiten. Jede Frau kann von Gewalt betroffen sein. Viele in meinem Umfeld haben mir inzwischen erzählt, dass sie ebenfalls Gewalt erlebt haben. Tabuisiert wird es meiner Meinung nach einerseits, weil viele Täter in hohen politischen, juristischen, wirtschaftlichen oder journalistischen Ämtern sitzen.

Außerdem leben wir in einer Tätergesellschaft.

Ich denke, dass wir gerade in Deutschland echt ein riesen Problem damit haben, Täter und Opfer klar zu benennen und als solche anzuerkennen. Möglicherweise hängt das ja noch mit dem Nationalsozialismus zusammen. Hinterher gab es nur ein riesiges Schweigen und die Täter wurden noch in Schutz genommen, weil sie „Opfer“ des „Systems“ gewesen seien. Und gerade bei Gewalt bestehen oft unrealistische Stereotype. Ich wurde z.B. vom Mitarbeiter des Weissen Rings zuerst gefragt, ob mein Exfreund Osteuropäer sei. Viele Täter können sehr manipulativ und einflussreich sein. Opfern wird dann noch das Gefühl gegeben, uns für das schämen sollten, was uns angetan wurde. Aus Angst und Scham schweigen dann viele.

Ein anderes Vorurteil lautet, das häusliche Gewalt erst dann stattfindet, wenn es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt.

Aus Ihrem persönlich Erlebten heraus und dem Kontakt mit anderen Opfern: Welche Formen von Gewalt in Beziehungen gibt es, wodurch unterscheiden sich diese und wie wirken diese in aller Regel auf die Opfer?

Nein. Zum einen stört mich der Begriff der „häuslichen“ Gewalt. Nicht das Haus, sondern der Partner übt Gewalt aus. Deshalb sollten wir auch von Partnerschaftsgewalt sprechen. Es gibt meines Wissens nach unterschiedlichste Gewaltformen. Allen gemein ist, dass jede Partnerschaftsgewalt mit psychischer Gewalt anfängt. Das Opfer wird erstmal in einen Hormonrausch versetzt. Gewalt beginnt mit Liebe und nicht mit einem Fremden, der einem in der dunklen Gasse auflauert. Dann wird man immer mehr destabilisiert und es finden erste Mikroangriffe statt, die immer heftiger und häufiger vorkommen. Der Täter bringt das Opfer immer mehr unter seine Kontrolle und schafft auf diese Weise eine Abhängigkeit. Wenn der erste Schlag einsetzt, ist dem schon ein großes Maß an Gewalt vorangegangen. Unterscheiden würde ich diese insofern, als dass ich die körperliche Gewalt als lebensbedrohlicher wahrgenommen habe – andererseits konnte ich so erstmals erkennen und benennen, dass es sich überhaupt um Gewalt handelt.

Wie verbreitet sind diese Formen von Gewalt in Beziehungen Ihrer Meinung nach?

Weitaus verbreiteter als die meisten Menschen denken. Soweit ich weiß, trifft es 3 von 5 Frauen. In zahlreichen den Beziehungen findet psychische Gewalt statt. Die Täter sind überwiegend männlich und die Opfer weiblich. Der Grund sind aber keine biologischen Ursachen, sondern resultiert aus der geschlechtsspezifischen Sozialisation.

Erleben Täter insbesondere verbale und psychische Gewalt wie Kontrollwahn, Schweigen etc. überhaupt als solche oder fehlt hier ein Schuldbewusstsein?

Täter haben kein echtes Schuldbewusstsein. Ich denke, in dem Moment in dem Täter anfangen, die Verantwortung zu übernehmen und Opfer aufhören, sich selbst die Schuld zu geben, kommen beide aus ihren Rollen als Täter und Opfer raus. Der Täter braucht auch kein Schuldbewusstsein, denn er hat ja das Opfer, dem er für alles die Schuld in die Schuhe schieben kann. Deswegen reagieren Täter auch so heftig, wenn sich das Opfer entzieht und unternehmen alles, um es zurück zu gewinnen.

Warum ist dem so?

Ich denke, dass Täter oft Opfer oder Zeugen waren und das Täterverhalten übernommen haben. Unsere Gesellschaft, auch die Medien, zeigen uns überall ein Bild, das aus Frauen Objekte macht. Beispielsweise in sexistischer Werbung, in Filmen, in Pornographie und dem System der Prostitution. Dadurch ist es für Männer offenbar Teil des Selbstkonzeptes, dominant und überlegen zu sein und die eigenen Interessen über alle anderen zu stellen und gewaltsam durchzusetzen. Gegenüber der eigenen Partnerin genauso wie gegenüber indigenen Völkern oder der Umwelt. Hier wird ein völlig falsches Bild vermittelt. Frauen lernen zudem nicht, sich effektiv zu verteidigen – beispielsweise durch WenDo-Kurse in Schulen – vielmehr werden sie zu Opfern erzogen. Da hängen eben die letzten Jahrtausende noch tief in unserem System.

Wie sollten Opfer von Gewalt in Beziehungen Ihrer Erfahrung nach reagieren?

Alles notieren, was vorfällt. Möglichst genau. Dann so schnell wie möglich die Beziehung beenden und sich Hilfe suchen. Eine tolle Möglichkeit ist es, sich mit anderen Opfern zusammen zu tun und über das zu reden, was man selbst erlebt hat. Dadurch versteht man, dass man nicht alleine ist und keine Schuld trägt. Noch gibt es ein breites Angebot an Frauenberatungsstellen, Therapien, Selbstverteidigungskursen, Online-Foren wie re-empowerment, One Billion Rising und so weiter, wo es jede Menge Hilfe gibt. Wichtig ist, entschlossen zu handeln und gut für sich selbst und für die eigene Sicherheit zu sorgen. Ich fände es am besten, wenn Opfer schon dann die Beziehung beenden, wenn sie merken, dass sie bereits psychische Gewalt erleben und nicht erst, wenn es Schläge gibt.

An welche Stellen und Personen sollten sie sich wenden?

An die Polizei, an FreundInnen, die eigene Familie (kommt natürlich darauf an, wer der Täter ist), an erfahrende TraumatherapeutInnen, den Frauennotruf, die Frauenhäuser, WenDo-Kurse, re-empowerment. Diese Anlaufstellen haben mir sehr viel Hilfe geboten und viel Kraft für die Heilung gegeben.

Was können Paare gerade im Anfangsstadium einer Beziehung tun, um Gewalt vorzubeugen?

Grundsätzlich denke ich, dass sich beide Partner sehr bewusst über Frauen- und Männerrollen austauschen sollten. Zum Beispiel mit Hilfe von feministischen Büchern wie „das andere Geschlecht“ und auch wirklich offen darüber reden müssen, wie umfassend Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist. Nur wenn beide bewusst und reflektiert sind, ist eine gesunde Partnerschaft meines Erachtens nach möglich.

Wenn Gewalt vorkommt, hilft nur eine klare Grenze zu setzen. Am besten in Form von einer sofortigen Trennung oder Beziehungspause. Ich weiß nicht, inwiefern die Täter etwas machen können. Möglicherweise helfen Anti-Aggressions-Trainings oder Therapien. Aber (und das muss völlig klar sein!) nicht immer kommt ein Täter aus seiner Täterrolle raus und dann macht eine Beziehung unter keinen Umständen Sinn. Die Betroffene sollte schnell aus der Beziehung raus, sich informieren und über das bewusst werden, was sie da gerade erlebt hat und froh sein, rechtzeitig den Absprung geschafft zu haben.

Weg von der "Liebe" in echte Freiheit

Weg in die Freiheit. Bild: vitomirov | www.depositphotos.com

 

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  • WenDo hilft, sich gegen Angreifer zu wehren

WenDo

WenDo – weniger Kopf – mehr Körper

Was ist WenDo

Wendo ist Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen und Mädchen. Der Name ist eine Wortneuschöpfung analog zu verschiedenen Budō-Künsten, die sich aus Wen, einer Abkürzung für das englische women (Frauen), und Do, japanisch für Weg, zusammensetzt und „Weg der Frauen“ bedeutet. Wendo zählt sich nicht zu den Kampfsportarten, sondern versteht sich als Präventionsprogramm gegen Gewalt. Es wurde in den 1970er-Jahren vermutlich in Kanada im Kontext der feministischen Bewegung entwickelt.
Die Techniken und Methoden von Wendo wurden ursprünglich von Lesben entwickelt und an Lesben weitergegeben; mittlerweile richtet sich Wendo an alle Frauen und Mädchen. Im Gegensatz zu klassischen Kampfsportarten basiert das Training auf einer Auseinandersetzung mit patriarchalen Machtverhältnissen und erlernten Opferhaltungen. Wendo setzt an den Erfahrungen und Wünschen der Teilnehmerinnen an und schließt effektive Techniken, Rollenspiele und Wahrnehmungsübungen ein. Ein Ziel von Wendo ist es, die Teilnehmerinnen zu Selbstorganisation zu befähigen. Die Trainerinnen arbeiten in der Regel selbstständig und sind in sogenannten Regionalgruppen organisiert, die auch Fortbildungen und Supervision anbieten.

Quelle: Wikipedia-Artikel über WenDo

WenDo: Warum es für mich die beste Therapie nach häuslicher Gewalt ist

die Autorin des Artikels ist uns bekannt, möchte aber anonym bleiben.

Ich bin Überlebende massivster Partnerschaftsgewalt: Mein Täter hat mich 4,5 Jahre lang auf allen Ebenen gequält.

Der Anfang entsprach den typischen Gewalterfahrungen von Frauen: die ganz große Liebe. Die größte Liebe.

Dennoch: Von Anfang an gab es subtile verbale und emotionale Angriffe, die sich im Lauf der Zeit festigten und verstärkten.

Eskalation und Flucht  **Triggerwarnung**

Kurz nach dem Zusammenziehen – nur knapp zwei Monate vor unserem dritten Jahrestag – wurde ich zum ersten Mal geschlagen. Das war der Auftakt zur reinsten Tortur. An durchschnittlich drei Tagen pro Woche war ich seiner ungebremsten Gewalt ausgesetzt, wurde vergewaltigt, beinahe erwürgt, grün, blau und blutig geschlagen und immer wieder psychisch in Schach gehalten.

Ein blaues Veilchen wie auf den klassischen Werbeplakaten gab es übrigens nie.

Mein letzter Fluchtversuch gelang. Ich kam bei meiner Familie unter, erstattete Anzeige und begann, mir in Therapien und Psychopharmaka Hilfe zu suchen. Mein Wissen nährte sich durch zahlreiche Bücher. Dank re-empowerment fand ich zwischendurch immer wieder viel Halt, Wärme, sehr viel Geduld, Verständnis und Solidarität durch andere Betroffene.

WenDo: Wie aus Angst und Ohnmacht Kraft und Stolz wurde.

Der echte Durchbruch war mein Schnupperkurs in WenDo, den mir der Frauennotruf vermittelte. Als unsere Trainerin uns zu Beginn sagte, wir würden am Ende jede ein Brett durchschlagen, hätte sie mir wohl genauso gut sagen können, ich würde gleich Flügel bekommen und zum Mond fliegen.

Doch tatsächlich lernte ich an diesem Wochenende zum ersten Mal all die Kraft und Energie kennen, die in mir steckt. Vor allem öffnete sich emotional ein riesiges Ventil. Jahrelang hatte ich alle Aggressionen unbewusst nach Innen, also gegen mich selbst, gerichtet. WenDo kehrte diese destruktive Tendenz um.

Nun konnte ich schreien, boxen, schlagen und treten was das Zeug hält. Anfangs in den WenDo Sessions bei meiner Trainerin, zunehmend auch Zuhause. Und ich bin dabei geblieben. Inzwischen mache ich seit beinahe einem Jahr jede Woche WenDo und beginne demnächst selbst eine Ausbildung zur WenDo Trainerin.

WenDo: Keine Macker-Anmache mehr. WennDoch: Dumme Idee.

WenDo hilft, sich gegen Angreifer zu wehren

Bild: voyagerix via www.depositphotos.com

Ich wurde nie wieder dumm im Zug oder auf der Strasse belästigt. Und falls doch, so konnte ich jedes Mal Konter geben. In Rollenspielen spürte ich, wie klein mein Exfreund in seiner Täterrolle tatsächlich war und konnte so viel mehr Mut und Selbstvertrauen gewinnen.

WenDo als Schutz gegen Street Harassment

StreetHarassement – erklärt von ProChange

 

Durch die Kampftechniken und Übungen zur Körperhaltung, zur Stimme und zu meinen eigenen Grenzen habe ich viel mehr Selbstbewusstsein als jemals zuvor.

Ich wünschte, es würde WenDo als Pflichtkurs für alle Mädchen in der Schule geben und als festen Bestandteil in der Traumatherapie. Für mich persönlich war dies der entscheidende Schritt, um mich zu befreien und meine Angst los zu werden.

 

Links:

Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt

Bundesverband für feministische Selbstverteidigung

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  • FRA-Studie ergänzt - Gewalt beginnt mit Liebe

FRA-Studie

FRA-Studie beweist: Jede 3. Europäerin wird Opfer von Gewalt

Was die FRA-Studie nicht explizit sagt: oft fängt diese mit Liebe an.

Wo die FRA-Studie unsere Erwartungen übertraf: 59% aller Europäerinnen erleben psychische Gewalt in ihrer Partnerschaft. Was lernen wir also aus der FRA-Studie: Zeit, das SEO-Thema voranzutreiben :)

Nachstehend unsere Stellungnahme zur FRA-Studie.

Gewalt beginnt mit Liebe: FRA-Studie belegt, dass jede dritte Frau in der EU Opfer männlicher Gewalt wird.

  • Jede dritte Frau erfährt körperliche oder sexuelle Gewalt. 12% der Befragten wurden als Kinder Opfer sexualisierter Gewalt. 59 Prozent der Frauen sind von verbaler und psychischer Gewalt betroffen.
  • Psychische Gewalt hat ebenso schwere Folgen wie körperliche Angriffe und geht diesen fast immer voraus.
  • Forderung I: Öffentliche Aufklärung zum Abbau fataler Klischees und Präventionsarbeit in Schulen.
  • Forderung II: Opferschutz in der Gesetzgebung verankern, Täter zur Verantwortung ziehen.
  • „re-empowerment“: Die Informations- und Austauschplattform gegen häusliche Gewalt betont seit 2005 die Relevanz psychischer Gewalt und ermöglicht Betroffenen, ihr Erleben als Gewalt zu identifizieren. Diese Erkenntnis ist oft der Impulsgeber zum Einstieg in den Ausstieg. Der geförderte Austausch dient als Begleitung und Unterstützung der Beendigung von Gewaltbeziehungen. Die Privatinitiative wurde 2005 gegründet, seitdem haben sich 7000 hilfsbedürftige und ratsuchende Frauen angemeldet. 1500 Frauen nutzen die Plattform aktiv.

 

Hamburg, 06. März 2014. Die von der Europäischen Grundrechteagentur (FRA) publizierte Studie über geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen zeigt, dass jede dritte Frau in Europa von Gewalt betroffen ist. Die Übergriffe gehen von körperlicher Misshandlung bis hin zu sexuellen Übergriffen. Die Studie ergab auch, dass 59 Prozent der Frauen unter verbaler und psychischer Gewalt leiden. „Diese Frauen merken oft lange nicht, dass sie von Gewalt betroffen sind“, betont Kerstin Zander, Gründerin von re-empowerment, „denn unter Gewalt stellen sich die meisten schwerste körperliche Misshandlungen vor.“ Dies sei ein gefährlicher Irrglaube, so Zander. Denn verbale und psychische Gewalt sind nicht nur wegbereitende Vorboten körperlicher Gewalt, ihre Folgen sind ebenso gravierend: „Man kann einen Menschen mit Worten und Schweigen quälen und brechen.“ Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, lösen soziale Verletzungen wie Beleidigungen oder absichtliches Ignorieren die gleichen chemischen Reaktionen im Gehirn aus wie körperliche Angriffe. Betroffene erdulden jahrelang Demütigungen, Erniedrigungen und Beleidigungen durch den Partner, leben in ständiger Angst und werden von Familie und Freunden isoliert.

Informations- und Austauschplattform im Internet für betroffene Frauen

2005 gründete Zander „re-empowerment“, den größten deutschsprachigen Zusammenschluss von Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Herzstück des Projekts ist eine netzbasierte, zeit- und ortsunabhängige Selbsthilfegruppe. Die Anonymität ermöglicht die Überwindung von Angst und Schamgefühlen, über Jahrzehnte aufrecht erhaltenes Schweigen wird gebrochen. Solidarität, Zuspruch und Miterleben von Erfolgsgeschichten anderer Frauen spenden Mut und motivieren zum Ausstieg aus Gewaltbeziehungen. Konkrete Hilfestellungen und emotionale Unterstützung begleiten die Einzelne auf dem Weg aus der Gewalt in ein selbstbestimmtes Leben.

„Steigende E-Mail-Anfragen und Anmeldezahlen, Seitenaufrufe unseres öffentlichen Informationsangebots, v.a. aber der seit Jahren fast täglich zu lesende Satz ‚Ich hätte nie gedacht, dass andere das auch erleben!‘, zeigen uns, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt“, so Zander. „Viele Betroffene begreifen sich zunächst nicht als Gewaltopfer und billigen sich keinen Anspruch auf Hilfe zu. Während körperliche Gewalt meist verheimlicht wird, sprechen Frauen, die psychische Gewalt erleben, oft über die ‚Schwierigkeiten‘ in ihrer Partnerschaft. Selbst wenn Übergriffe vor Zeugen stattfinden, sind diese vielmehr peinlich berührt, als dass sie erkennen, dass sich häusliche Gewalt direkt unter ihren Augen abspielt.“

Gewaltspirale: Gewalt beginnt mit Liebesrausch

FRA-Studie ergänzt - Gewalt beginnt mit Liebe

Lücke in der FRA-Studie: Gewalt beginnt oft mit Liebe

„Häusliche Gewalt ist mehr als Schläge und beginnt nie mit Schlägen, sondern vielmehr als große Liebe. Der häufig angeführte Gewaltkreislauf ist tatsächlich das Ende einer spiralförmigen Entwicklung (siehe Folie 5). Die ersten Gewalthandlungen sind meist mehrdeutig, die Steigerung zu offener Feinseligkeit erfolgt sukzessive. Doch bereits bei den ersten Übergriffen bildet sich das Verhaltensmuster aus, dass auch dann noch anzutreffen ist, wenn Frauen halb totgeprügelt werden: sie übernehmen die Verantwortung für die Tat. Kommt es zu körperlichen Übergriffen, kommt oft Scham hinzu, genährt von dem Klischee, dass häusliche Gewalt vor allem in Unterschichten anzutreffen sei.“ Dabei zeigt die Studie, dass auch Akademikerinnen hoch gefährdet sind, Partnerschaftsgewalt zu erleben. Dennoch suchen sie, wie zwei Drittel der 62 Millionen weiblichen Gewaltopfer, keine Hilfsangebote auf.

Aufklärung zur Prävention und Gesetzgebung gefordert

Zander stimmt den auf der Konferenz mehrfach geäußerten Forderungen zu: breit angelegte Aufklärungskampagnen, früh ansetzende Präventionsarbeit in Schulen und mit Jugendlichen und eine Mobilisierung der Gesamtbevölkerung. Aber auch die Regierung sei gefordert, eine Gesetzgebung zu schaffen, die Opfer schützt und Täter zur Verantwortung zieht. „Es kann nicht sein, dass ein Mittelfinger im Straßenverkehr höhere Strafen nach sich zieht als gefährliche Körperverletzung der Partnerin; zuständige Ministerien sich nicht deutlich positionieren und dass Gewalt gegen Frauen im Koalitionsvertrag nur eine halbe Seite einnimmt“, sagt Zander.

Links:

FRA-Studie: Violence against women: an EU-wide survey.

Gewalt beginnt mit Liebe – re-empowerment zur Europaweiten Studie Gewalt gegen Frauen

Bericht zur FRA-Studie in der Tagesschau – mit Live-Interview von Katja Grieger, Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe

Bericht zur FRA-Studie in der Brigitte

Bericht zur FRA-Studie bei SPON

 

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Hilfetelefon

re-empowerment.des, für Fehler inhaltlicher und technischer Art sowie für die Aktualität der Internetseite keine Haftung übernommen werden.

 

Hier gilt tatsächlich:
[x] Diese Aussage ist wahr.
[x] Diese Aussage ist wichtig.

 

Durch Gedanken an ein Bundesministerium, dessen Leiterin sich weder für Familie, noch für Soziales und schon gar nicht für Frauen interessiert, zu einem Selbstportrait bewegt, kam dann doch glatt die erste gute Nachricht seit Amtsbeginn von ‚der-deren-Name-ich-gerne-vergessen-möchte‘:

Sie geht dann mal zurück an den Herd.

Anstelle eines ‚good-bye and God speed‘ sei einer zitiert, der ihre Politik vermutlich total klasse fand:

Hau‘ ab und komm‘ nie wieder.

Kristina Schröder hat nichts verstanden. Vielleicht aber dieses:

Geleitwort zum baldigen Abschied

Nachträgliches und Nachträge.

Links:

Blog Artikel in „Mein Augenschmaus“ von Grenzgängerin über das Hilfetelefon: http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2013/03/hilfetelefon-gewalt-gegen-frauen.html

Pressemeldung Deutscher Gehörlosen Bund zum Hilfetelefon: http://www.gehoerlosen-bund.de

Alternative Hinweise zur Netzsicherheit: http://www.re-empowerment.org/sicherheit-im-netz.html

Nachtragend nachgetragen

Vorlage der „Sicherheitsinfos“ auf der Homepage des Hilfetelefons: Infos zur Netzsicherheit von der Website von Frauenhauskoordinierung e.V. [dies ist keineswegs als Angriff oder Abwertung der Frauenhauskoordinierung zu verstehen. Getragen von der Wohlfahrt und mit minimalen Mitteln ausgestattet, wird dort exzellente Arbeit geleistet]. Grotesk: Gerade auch der erste Absatz der benutzten Vorlage ist wichtig. Wurde aber bei den Sicherheitshinweisen zum Hilfetelefon weggelassen.

… „Sicherheitsinfos“ auf der Website des WirTunMalSoAlsWürdenWirHelfen-Telefons weiterhin unverändert. Obwohl seit einem Jahr zahlreiche Personen im Kontext des Hilfetelefons entsprechend informiert sind.

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  • Gewalt in Teenagerbeziehungen: Jedes dritte Mädchen ist betroffen

First time, first burn: Gewalt in Teenagerbeziehungen

Liebe damals und heute: Gewalt in Teenagerbeziehungen

Teenagerbeziehungen früher: Coca Cola, First Time, First Love. usw.

Heute: First time: mit Glück freiwillig. Gewaltrisiko: 33%

Jedes dritte Mädchen erlebt Gewalt in ihrer Partnerschaft.

Mimi Golub schreibt in der Huffington Post über die Notwendigkeit, unsere Töchter über Symptome, Mechanismen, Folgen und Gefahren aufzuklären. Sie müssen wissen, dass ein Partner, der sie von Freund*innen und Familie isoliert kein guter Partner ist. Wir müssen unseren Kindern vermitteln, dass Handlungen, wie das Einschlagen auf eine Wand oder Beschimpfungen oft Vorstufen von lebensbedrohlicher Gewalt sind.

Kürzlich wurde in einer Studie der Universität Michigan bestätigt, dass Frauen, die Gewalt in ihren Teenagerbeziehungen erlebten, eine schlechtere Ausbildung erhalten haben und finanziell deutlich schlechter gestellt sind als Frauen, die „normale Teenagerlieben“ erlebten.

Damals: Angst vor HIV und Schwangerschaft

Anfang der 90’er lautete die Warnbotschaft „gib AIDS keine Chance“ [heute tönt der Wortlaut nahezu ausgrenzend ableistisch]. „Kondome schützen“.

Da HIV mitnichten „das ist, was in den 90’ern Diabetes war“ (Zitat aus Nip/Tuck) gehört das Thema Kondome sicherlich noch mit auf den Plan. „Damals“ gab es Phallus-Modelle, anhand derer Schülerinnen kichernd die Anwendung erproben sollten. Was es nicht gab waren Infos, dass der korrekte Umgang mit „is ja wie vögeln durch den Duschvorhang“-Gemaule darin besteht, sich anzuziehen und den Typen auf den Mond zu schießen.

Consent-Prinzip?  War auch kein Thema.

 

Budder bei die Fische

Wie sprecht Ihr mit Euren Kindern über Partnerschaftsgewalt?

Gewalt in Teenagerbeziehungen: Jedes dritte Mädchen ist betroffen

(c) depositphotos.com | peiotr_marcinski

Besonders schwierig: wenn frau selber Betroffene war. Versetze ich mich in die Rolle einer Tochter, deren Mutter selber Opfer ist, würde ich eines ganz bestimmt nicht hören wollen: Eine „Warnung“, die schlussendlich dazu führt, dass „Mama bei mir ablädt, wie furchtbar Papa zu ihr war“.

… zumal – was die Tochter vermutlich noch nicht realisiert hat – „meine Eltern bereits eh ordentlich von meiner Zukunft abgebucht haben“.

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  • Immer, automatisch und ungefragt Opfer: Kinder und häusliche Gewalt

Kinder und häusliche Gewalt

Automatische Opfer: Kinder und häusliche Gewalt

Safe Horizon hat ein paar Fakten zusammengeschmissen. Für die Blitzdiät vor den Feiertagen.

In den USA leben ca. 4x so viele Menschen wie in der BRD. Natürlich bestehen Unterschiede, aber Kultur… ist ansteckend. Leider gibt es im Bereich Gewalt gegen Frauen keine Impfung, und auch kein „frühzeitiges Lernen“. Vielmehr hinken wir hinsichtlich Kenntnissen und sozialen Interventionsstrategien ca. 20 Jahre hinterher.

Mit dem 4:1 Verhältnis im Kopf, folgende Zahlen:

  • In den Vereinigten Staaten sind jedes Jahre mehr als DREI MILLIONEN (durch vier geteilt ist das auch viel) Kinder Zeug*innen davon, wie Ihre Mutter von Ihrem Partner misshandelt wird.
  • 30-60% der Kinder, die in gewaltgeprägten Haushalten aufwachsen, sind Opfer von Misshandlung oder Vernachlässigung.
  • Mädchen, die Zeuginnen häuslicher Gewalt werden und keinen Kontakt zu Frauen haben, die ihnen ein adäquates Geschlechterrollenmodell vorleben, unterliegen einem sehr viel höheren Risiko, selber zum Opfer zu werden.
  • Junge Männer, die Zeugen häuslicher Gewalt werden und nicht in Interventionsprogrammen betreut werden, unterliegen einem sehr viel höheren Risiko, später Gewalt gegen ihre Partnerinnen und Kinder auszuüben.
  • Partnerschaftsgewalt „kostet“ ca. 37 Milliarden (ich weiß nicht einmal, wie viele Nullen in dieser Zahl sind, ich weiß nur, dass wir weniger Nullnummern in der Regierung brauchen, damit sich das ändert) USD pro Jahr in den Staaten. (Geteilt durch vier … sind das immer noch viele Nullen).

 

 

See on

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  • Täter sitzt mit Smartphone über Landkarte und verfolgt Spuren des Opfers.

Häusliche Gewalt 3.0: Dein Smartphone

Häusliche Gewalt 3.0: Partnerschaftsgewalt und Smartphone

Smartphones sind längst kein Luxus mehr. Technikfortschritt. Super. Alles in einem Gerät. Superbequem. Finden Gewalttäter auch.

Wirklich neu: dieser Clip. Der bringt das Thema auf den Punkt.

Das neueste Modell

 

 

ÜBERSETZUNG

Unser neues Telefon verrät Dir …

… wen sie angerufen hat.
… wen sie getroffen hat.
… wie sie Dein Geld ausgibt.
… ob sie Deine Vorschriften einhält, was sie zu essen hat.

 

Unser neues Telefon kann Dir sogar verraten,
dass die verlogene Schlampe
keineswegs beim Einkaufen war.

 

Der wirst Du’s schon zeigen.

Technologie verändert sich.
Partnerschaftsgewalt ist zeitlos.

 

Smartphones sind ein beliebtes Geschenk.

Smartphone. Im Hintergrund eine gefährliche Figur. Bild: Lina Sophie Wegener.

Des Gewalttäters bester Kumpel: ihr Smartphone
Bild: Lina Sophie Wegener

Finden Misshandler auch.

ES IST SO PRAKTISCH:

  • die Betroffene jederzeit orten zu können
  • mittels Raumüberwachung Gesprächen beizuwohnen
  • Telefonat mitzuhören und SMS zu lesen
  • Rufnummern zu blockieren und Nachrichten zu löschen
  • in ihrem Namen Nachrichten zu verschicken
  • alle Passwörter auf dem Silbertablett serviert zu bekommen
  • … und vieles mehr.

Sollte die Betroffene flüchten und gar die SIM-Karte zu tauschen: die neue Rufnummer wird binnen Sekunden mitgeteilt.

 

Stalker lieben Smartphones.

 

Geizige Misshandler?

Finden Smartphones ebenso toll: 10-15 Minuten Zugriff auf ihr verwendetes Gerät und die Sache läuft an.

 

 

Links:

Kompaktinfo: Minimale Sicherheitsvorkehrungen für Betroffene

Antibeispiel: Wie man das Thema auf keinen Fall aufgreifen sollte

 

 

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