Es geht um Macht. Immer wieder.

Viele Frauen, die mit einem Gewalttäter in einer Beziehung leben, fragen sich immer wieder das gleiche: Warum macht er das? Wieso behandelt er mich so?

Partnerschaftsgewalt hat ein wesentliches Ziel

Macht und Kontrolle über das Opfer zu gewinnen und zu behalten.

Dies ist das zugrundeliegende Motiv, das sich durch die gesamte Partnerschaft zieht und häufig auch nach der Trennung weiter verfolgt wird: Es geht um Macht. Nicht nur in einzelnen Situationen, sondern durchgängig. Ginge es nach dem Täter, könnte er jeden Aspekt des Lebens der Partnerin kontrollieren: Was sie tut; was sie sagt; wie sie sich kleidet; wann, wie, was und wieviel sie isst. Aber auch: Wie sie sich fühlt, was sie denkt und wie sie andere Dinge und Menschen wahrnimmt. „Guck nicht so!“, „Schnauf nicht so!“, – Sätze wie diese sind buchstäblich so gemeint und drücken die Frustration des Täters aus, dass die Partnerin anders atmet/guckt/reagiert, als er es in dem jeweiligen Moment für richtig hält.

Insofern ist es auch unmöglich, jemals zu „machen“, dass der „Partner“ nicht mehr misshandelt: Sobald sich die Partnerin nicht zu 100% verhält, wie der Täter es sich gerade vorstellt; – d.h. so lange Du nicht zu einer von seiner Vorstellung perfekt ferngesteuerten Puppe wirst, lieferst Du ihm automatische „Gründe“, frustriert zu sein. Anders ausgedrückt: so lange Du noch lebst, wirst Du niemals „richtig“ sein. Das ist erst möglich, wenn jeder Rest Deines eigenständigen Selbst vernichtet ist.

Macht macht aus Liebe einen Käfig

Macht macht Käfige.
Bild: rudoll30 | depositphotos.com

 

Weiterlesen:

Teil I: Deine Welt dreht sich um ihn. Seine dreht sich um Macht.

Teil II: Manifestierte Macht: Dominanz und Kontrolle